Die richtige Dosis ist in den kommenden Sasions wichtiger denn je. Das richtige Verhältnis von Bestsellern und Besonderheiten. Re-Runnern und absoluten Neuheiten. Vier Tage, 13 Messen in Berlin. Im Fokus: Kollektionen, für modische Frauen und Männer, die die kleinen Ausbrüche aus dem gewohnten Angebot honorieren. Eine Auswahl an Labels to watch, zusammengestellt von der Moderedaktion der TW.

Sugar Station. Parka, Leder, Strick. Das ist der Kern. Zu Beginn. Ein fulminanter Anfang, folgt man der Premiere dieses neuen Labels auf der Panorama in Berlin. Die Aurea-Podium GmbH, Stephanskirchen, hat es sich zum Ziel gesetzt, sofort auf Augenhöhe mit den zurzeit angesagten DOB-Labels agieren zu können. Das erfahrene Designteam wird unterstützt von langjährigen Produktionspartnern, der Vertrieb deckt nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich und die Schweiz ab. Feminin, ein bisschen dekorativ, manchmal spielerisch, immer aber cool und lässig, so soll Sugar Station sein. Da gibt es Parkas in unterschiedlicher Länge mit herausnehmbarem Leoplüsch-Innenleben und Glitzer-Deko auf dem Rücken (EK 135 Euro, mit Waschbär-Kragen 175 Euro). Da gibt es gewaschene, geölte oder nappierte Lederjacken. Leichtdaune als Bomber und Jacke, Daune von Blouson bis Kapuzenmantel und sehr besondere Nylon-Bomber im Rautenstepp. Da gibt es aber genauso entspannte Ponchos und oversized Sweater – mit Stickerei, Folienprints auf Glanz gebracht. Mützen und Schals ergänzen jetzt. Zum Sommer sind aber noch andere Dinge geplant.

Tataborello. Statement-Ketten, Statement-Ohrringe, Statement-Armschmuck. All das gibt es in der italienischen Schmuck-Kollektion Tataborello bereits seit 2001 – also noch bevor der Begriff „Statement-Schmuck" überhaupt gefunden war. Ins Leben gerufen hat das Label Jungdesignerin Federica Borello, die von Freunden gerne „Tata" genannt wird. Charakteristische Elemente ihrer auffälligen Entwürfe sind große Swarovski- und Halbedelsteine, häufig kommen Plexiglas und Quasten zum Einsatz. Das Angenehme beim Tragen: Bei aller Opulenz bleiben die Schmücker vergleichsweise leicht. Gefertigt wird von Hand in Italien. Es gibt zwei Kollektionen pro Jahr, außerdem Durchläufer. Im EK kosten Ketten 120 bis 180 Euro, Armbänder 50 bis 120 Euro. Über Standby Fashion Agency, München.

Stars Incognito. Mit luxuriösen Seidenblusen will sich das neue Hamburger Label von Caroline Assenmacher und Karsten Ost im Premium-Segment etablieren. Hochwertige italienische Ware wie waschbare Seide und Seiden-Georgette-Stretch wird auf feminin-lässigen Silhouetten umgesetzt. Details sind Swarovski-Steine und Organza-Etiketten. Die Drucke sind Eigenentwicklungen. Abgedeckt werden die Größen 32 bis 46, die EKS liegen bei 71 Euro für Georgette-Stretch und bei 130 Euro für Seide. Der Vertrieb läuft über Christian Teufl, München und Salzburg. Anfang Juli soll an der Hohen Bleiche in Hamburg ein eigener kleiner Shop mit 50m² eröffnen.

Pellechecoco. Eine Lederjacken-Kollektion, die ausschließlich aus Vintage-Leder gefertigt ist. Kein Mief, nur schöne Patina. Das Label, das in Kopenhagen und London sitzt, bezieht das Leder von Stämmen in und um den Himalaya und unterstützt sie auf diese Weise damit. Es gibt Modelle für Frauen und Männer. Die Jacken kosten im EK 60 bis 90 Euro. Der Vertrieb läuft über Shusta, Berlin.

Circus Hotel. Die Kollektion ist wie der Name vermuten lässt fast so bunt wie ein Zirkus. Denn das italienische Label arbeitet und experimentiert mit Strick in all seinen innovativen Facetten. Mit Jacquard-Mustern, Strukturen und Materialmix, Lochmustern, eingearbeiteten Pailletten und Deko-Elementen steht die Kollektion für modernen Ideenreichtum in Masche. Erst 2011 wurde die Kollektion von Gaia Zattini lanciert. Es geht ihr immer um Looks mit einem Augenzwinkern. Die Kollektion wird in Deutschland über Imago, Mailand, eingeführt. VK-Preise liegen zwischen 80 und 180 Euro.

By Philippe. Filigraner Schmuck ist gefragter denn je. Das dänische Schmucklabel Maria Black feiert mittlerweile internationale Erfolge. Ebenso By Boe und Charlotte Lebeck. Nachschub kommt jetzt aus New York: By Philippe. Das Label lässt alles in Brooklyn produzieren, die Schmuckstücke strahlen den Vibe des quirligen Stadtteiles aus: Launische Sprüche und Statements zieren die zarten Ketten, Ohrstecker und Ringe. Besonders gefragt sind die „Stadt-Anhänger" Paris, Berlin, New York. Das Besondere: Der Schmuck ist „Gold-filled“, die äußere Schicht aus reinem Gold ist mit einem Metallkern aus Sterling Silber gefüllt. Die Goldschicht ist damit 100-mal dicker als bei der herkömmlichen Vergoldung. Trotz des aufwendigen Verfahrens sind die Preise moderat: Die EKs  liegen bei rund 37 Euro, so dass man den Schmuck bei einer 2,7-Kalkulation im VK unter 100 Euro anbieten kann. Der Vertrieb hierzulande läuft über Atlantis Accessoires in Berlin.

Flor Amazonas. Bunt, funkelnd, exotisch, die Schmuck-Kollektion aus Kolumbien zieht an. Umso mehr, wenn man weiß, dass alles handgemacht ist, und die Designerin am Tag nur drei Teile fertigen kann. Da werden Halbedelsteine mit Glasperlen und gewebten Teilen in Kleinstarbeit zu farbenfrohen Tribals zusammengefügt. Es gibt zwei Kollektion à rund 60 Teile pro Jahr. Colliers, Armreifen und -Bänder sowie Ohrringe. Die EK-Preise liegen bei 39 Euro für Armreifen und gehen bis zu 80 Euro für größeren Statement-Ketten.

Enso Art. Die einzige Konstante ist der Wandel. Ein anspruchsvoller Claim, den sich das deutsche Lederjacken-Label auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu passt das anspruchsvolle Logo: der Enso Kreis, ein Symbol der japanischen Kalligrafie und des Zen-Buddhismus. Allerdings ist er durchbrochen. Die Macher lieben die Idee dahinter: zeitlos, elegant, aber immer mit einem Twist, einem Bruch. Das kann eine Unterlegung mit weißem Leder sein oder Blouson-Anleihen. Es gibt sechs Modelle, die nach Metropolen wie Paris, London und Berlin benannt sind, jeweils als Basic- und als modische Variante und jeweils für Männer und Frauen interpretiert. Bald soll es acht Liefertermine geben, wobei die Basic-Teile Durchläufer sind. Die Lederjacken werden in Pakistan gefertigt, das Material wird naturbelassen. Die EK-Preise starten bei 148 Euro und gehen bis 222 Euro für die modischen, aufwendigeren Varianten. Der Vertrieb läuft über die Agentur Wunschnaht in Offenbach.