Ein Tag Bread&Butter, ein Tag Premium. Vielleicht noch einen halben Tag Show&Order. Das ist für viele Messebesucher der typische Ablaufplan dieser Tage in Berlin. Für Händler mit progressivem Sortiment lohnt sich aber auch ein Abstecher an den Postbahnhof. Dorthin ist die Capsule gezogen. Die Messe  beherbergt rund 75 progressive DOB- und HAKA-Labels. Darunter bekannte Namen wie Wood Wood, Bespoken, Gram und Lavenham. Und viele neue, unverbrauchte Kollektionen.



Isabell de Hillerin.
In unsicheren Zeiten wird viel darüber gesprochen, wie wichtig Tradition und Werte sind. Das wird sich noch verstärken. Auch für die Mode. Isabell de Hillerin will mit ihrer Kollektion dem Wunsch nach Beständigkeit nachkommen. Das Label aus Berlin besticht durch klare Schnitte und Silhouetten für Parkas, Jumpsuits und Kleider, die mit traditionellen, handgewebten Stoffen und Stickereien gebrochen werden. Vieles wird in Moldawien handbestickt, für besondere Details wie Schulterklappen kommt auch mal eine Technik aus dem Teppichhandwerk zum Einsatz. Die Kollektion umfasst rund 25 Teile. Das Teuerste  kostet im VK 900 Euro, viele Stücke gibt es aber auch ohne Stickereien, dann entsprechend günstiger. Der Vertrieb läuft über Arne Eberle in Berlin.



Sober. Konfektion mit dem gewissen Etwas, das ist Sober. Das Label aus Amsterdam achtet auf komfortable Schnitte, die die Silhouetten aber immer schmal wirken lassen. Blazer und Jackets mit Trench-Elementen werden zu hochgearbeiteten Stiftröcken gestellt. Zipper über den gesamten Rückenteil sorgen für Modernität. Schließlich ist Sober nicht ausschließlich als Formalwear gedacht. Die EK-Preise starten bei 53 Euro. Vertrieb: Dewi de Brouwer/Gare du Robe, Amsterdam.



Munsoo Kwon. Die HAKA wird zurzeit von asiatischen Jungdesignern aufgemischt. Hien Le brachte einen Hauch Céline in die Männerwelt, Munsoo Kwon ein wenig Spaß in die Maßschneiderei. Der Designer aus Korea hat sein Handwerk bei Helmut Lang und Thom Browne gelernt. Er achtet auf Details wie unterbrochene Knopfleisten, Rückenschlitze und gedoppelte Hemdtaschen. Das Highlight: Ein Blouson im Materialmix und mit asymmetrischen Zippern. Vertrieb: A.Y.R. Showroom in New York.