Der Berlin-Besuch ist zum Messe-Marathon ausgeartet. Das Zeitfenster für die Trüffelsuche schrumpft. Dabei braucht es neben den Bestsellern, Re-Runnern und modifizierten NOS-Artikeln auch den vielzitierten Puderzucker fürs Sortiment. Das hat die vergangene Saison gelehrt. Die Labels to watch:

TWO ITALIAN BOYS.
Zwei Italiener, seit zwei Saisons am Start. Mit einem coolen, unkonventionellen Komplett-Look für Männer. Jetzt zeigen sie das erste Mal in Berlin, im Fire Dept. der Bread&Butter. Die Kollektion: Schlanke Anzüge zu Crewneck-Sweats mit Artwork-Print, Samt-Jackets in blitzendem Türkis zu Oberhemd und Schleife, abgeräumte Blackwatch-Mäntel und auch Taschen im gleichen Dessin. Ein Highlight: Der schwarze Wendemantel aus cleanem Neopren außen (oder innen, je nachdem wie er getragen wird) und reichem Moleskin innen. Der Vertrieb läuft bisher direkt über das italienische Label.

PEDALED. Was haben alte Sättel mit neuem Schwung zu tun? Einiges. Das beweisen die Macher der traditionellen Brooks-Lederfahrradsättel. Sie sind im Jahr 2011 beim japanischen Label Pedaled eingestiegen, das 2007 von Hideto Suzuki gegründet wurde. Die Kollektion bietet einen Komplett-Look, der viel mit unterschiedlichen Qualitäten und Funktionen spielt. Hosen aus Reflective Denim sowie leichte Outdoor-Westen liegen im VK bei 250 Euro, Hemden bei um die 180 Euro und Jacken im Materialmix bei bis zu 550 Euro. Der Vertrieb läuft über die Brooks England Ltd im italienischen Pozzoleone.

BWGH. Brooklyn We Go Hard. Das steckt hinter dem Akronym BWGH. Guter Name für ein Label, das aus Paris kommt. Macht zumindest neugierig. Die Geschichte dazu auch: Das Label, 2010 gegründet, seit 2011 in Deutschland erhältlich, hat mit T-Shirts begonnen, die von Straßenkünstlern aus Brooklyn bedruckt wurden. Mittlerweile ist die Kollektion um Strick und Outerwear gewachsen. Die EK-Preise liegen bei 22 Euro für Shirts, bei 60 Euro für Hemden. Der Vertrieb läuft über Further Development, Berlin.

ONTOUR. Einige Jahre Erfahrung auf dem deutschen Markt haben das niederländische Menswear-Label zum Umdenken gebracht. Zum Herbst ist fast die gesamte Kollektion um 20% preiswerter als zuvor. Parkas kosten nun im EK 76 Euro, eine echte Daunenjacke 120 Euro. Der Look: kernig, cool wie etwa Fjällräven. Entsprechend mehr wurde diese Saison bereits geordert, heißt es. Modisch interessant sind nächste Saison vor allem die Oxfords mit witzigen Stickereien, das Highlight: ein kleiner Fuchs.

YARDEN. Sie sind Accessoires-Designer, Illustratoren, Grafiker und Gutmenschen. Celina und Daniel. Jetzt haben sie ihre erste eigene Kollektion lanciert. Yarden, der Name eine Mischung aus Yard und Garden, die Kollektion ebenso. Im Fokus des Menswear-Labels stehen Hemden und Sweats aus organischer Baumwolle und Bambus. Urbane Siebdrucke, Lederpaspeln und Ethno-Handstickereien verleihen ihnen den Signature-Look. Alles wird in Indien gesourced und produziert unter fairen Bedingungen, wie die beiden Designer betonen. Die EK-Preise liegen bei 79 bis 105 Euro für Hemden, Shirts und Sweats kosten 27 bzw. 37 Euro. Im Sommer sollen Hosen die Kollektion ergänzen. http://www.yarden-berlin.com/

PB 0110. Philipp Bree macht sein eigenes Ding. Der Sprössling aus der Familie des Lederwarenspezialisten Bree lanciert zum Sommer sein eigenes Label. Aber den Taschen bleibt er treu: PB 0110 ist eine Accessoires-Kollektion aus feinstem pflanzlich gegerbten Naturleder und robustem Leinen. Ganz geradlinig, ganz abgeräumt. Pure, ultraflache, feste Tote-Bags neben kantigen, geräumigen Weekendern. Für die erste Kollektion hat sich Philipp Bree die Designerin und Künstlerin Ayzit Bostan sowie Christine Ahrens aus London zur Seite geholt. Ohnehin will Philipp Bree immer wieder mit interessanten Designern kooperieren. Produziert wird in Europa. Die Taschen kosten im EK 140 bis 430 Euro. Der Vertrieb läuft über das Label selbst.

MES DAMES. Eine Hommage an starke Frauen. Jede Saison wird eine Femme Fatale zur Muse der Kollektion aus Schweden. Zum Herbst ist es Christine Granville, eine Geheimagentin im Zweiten Weltkrieg. Eine elegante und starke Spionin mit Sanduhrsilhouette. Der Look der Kollektion: eine Kombination aus nordisch clean und französisch weich. Boxy Tweed-Jackets mit abzippbaren Ärmeln, glänzende Overalls aus Velours, Samt und Seide (EK ab 115 Euro), feste Tops aus Leder (EK 115 Euro).

L'HOMME ROUGE. Der rote Mann. Der Mann mit Herz, mit Passion. Für diese Sorte Mann ist die Kollektion gemacht. Das Label wurde 2010 von zwei Brüdern in Schweden gegründet, zunächst gab es nur Strickmützen. Erst als zwei weitere Designstudenten zum Team dazustoßen, wird die erste Komplettkollektion lanciert. Das war im August vergangenen Jahres. Im Fokus stehen klassische Oxfords, die mal derb runtergewaschen oder mit digitalen Prints versehen sind. Öko-Baumwolle und Öko-Tencel sind die favorisierten Materialien. Es gibt 28 Styles. Die Hemden kosten im EK 45 Euro. Die markante Seemannsmützen aus Merino-Wolle, die es weiterhin gibt und die mittlerweile eine Art Markenzeichen geworden sind, kosten im Einkauf 15 Euro.