Gute Basics, darum wird sich in den kommenden Saisons viel drehen. Das perfekte Hemd. Das gute T-Shirt. Die Hose mit bester Passform. Die Lieblings-Jeans. Und das nicht von den Stammabteilungs-Lieferanten. Viele neue Kollektionen aus Skandinavien und Frankreich zielen darauf ab. Sie werden gewohnte Strukturen aufbrechen. Etablierte Namen in Frage stellen.

Daneben gewinnen gut gemachte Besonderheiten, um sich im Sortiment markant zu unterscheiden, immer mehr an Bedeutung. Der Gegenpart zu Bestellern, Re-Runnern und NOS-Artikeln. Der Zucker. Die Sahnehaube. Teile, die zum Großteil abgeschrieben werden müssen. Darum geht es aber nicht. Sie sind für modische Frauen und Männer gemacht, die sich unterhalb von Premium- und Designer-Labels zuhause fühlen. Die schwer zu halten sind. Die die kleinen Ausbrüche aus dem gewohnten Angebot honorieren - und sie auch in die Welt tragen. Die gelockt werden müssen. Zum Beispiel mit Labels wie diesen:

A.O.CMS. Das gute weiße Basic-Shirt. Davon kann man nicht genug haben. Vor allem, wenn es demnächst auch modisch relevanter wird. Seit 2006 bietet A.O.CMS Essentials wie Tank-Tops, Rundhals-Shirts und Longsleeves aus indischer Baumwolle an, seit 20012 ist die Kollektion aus Stockholm auch in Deutschland erhältlich. Mittlerweile gibt es Bodywear, Jogginghosen, Sweats und Hemden in den Basic-Farben Weiß, Grau und Schwarz – Daily Favorites, alles ohne chemische Zusätze, wie die Macher sagen. „Qualität für alle.“ Das soll auch der Name suggerieren: Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe des klassischen griechischen Alphabets, sind ein Symbol für Anfang und Ende, CMS steht für Craftmanship. Pro Jahr gibt es 50 bis 60 Styles, vieles davon ist NOS-Ware, in Deutschland innerhalb von zwei Tagen nachlieferbar. Die Einkaufspreise starten bei 5 Euro für Unterwäsche, T-Shirts kosten 9 Euro, das teuerste Teil, ein Blouson, 116 Euro. Im Angebot sind auch Displays und flexible Warenträger, designt von Christian Halleröd. Der Vertrieb läuft über Label-Agent in Berlin.

ANOTHER SHIRT PLEASE. Wenn sich drei ehemalige Acne-Mitarbeiter aufmachen, eine Hemden-Kollektion zu lancieren, kann nur das herauskommen: klassische, abgeräumte, qualitativ hochwertige Shirts. Das Konzept ist simpel: Es gibt drei zeitlose Styles, ein Classic Button-down, ein schmales Hemd mit Regular Collar und ein lässiges Oversized-Modell, alles aus italienischer Baumwolle gefertigt. Drei Farben: Weiß, Grau und Blau. Die Hemden kommen dann jeweils in drei Preiskategorien mit einer Dreier-Kalkulation: 50, 62 und 73 Euro im EK. Der Vertrieb läuft über das Unternehmen in Stockholm.

KSUS. Hier gibt es keine Paillette, keinen Zipper, keinen Schmuck. Nur Material, 100 % Baumwolle, 100 % Seide oder 100 % Leder. Ksus ist ganz pur. Die Kollektion, hinter der die Berliner Designerin Katja Werling steht und die in Deutschland produziert wird, zielt auf eine informierte Kundin ab, die zeitlose, dennoch feminine Teile mag. Im Fokus stehen cleane Blusen, Röcke, Shirtkleider und Jumpsuits, alles mit leicht geometrischen Silhouetten. Geradlinig, bei Tops auch mal mit asymmetrischen Abschlüssen. Zum nächsten Sommer monochrom: Alles kommt in Schwarz und Weiß. Die EK-Preise starten bei 59 Euro.

CIVISSUM. Ich bin ein Berliner. Dieser Satz schrieb Geschichte. Das Pariser Label Civissum hat eine ganze Kollektion darauf aufgebaut. Sogar das Jahr, 1963, als Kennedy mit dieser Aussage die Welt bewegte, scheint im Markennamen auf. Ich bin ein Pariser, Tokioter, New Yorker, Londoner und Stockholmer ziert als markante Message T-Shirts und Sweats aus 100% Organic Cotton. So soll jeder den Städten und Kulturen Respekt zollen können, die ihn faszinieren oder beeinflussen. Mittlerweile sind weitere Städte und Stadtteile dazugekommen, darunter Brooklyn, Tel Aviv, Moskau und Kreuzberg. Die Kollektion wird in Frankreich gefertigt, die EK-Preise liegen bei 16 Euro für Shirts, bei 32 Euro für Sweats. Bei Colette in Paris gehören sie zu den Bestsellern. Bald soll die Kollektion um Jute-Beutel und Wollmützen ergänzt werden.

TWO SQUARE. Zwei Dickköpfe sind sie. Das sagen die Macher hinter Two Square selbst über sich. Der Eine, früher für die Geschäfte bei Diesel und Gas verantwortlich, der Andere, ehemals Designer bei Firetrap und Gio-Goi. Auch sonst ist die Kollektion, die 2012 lanciert wurde, ein Clash aus zwei Kulturen. Dem quirligen Surfer-Paradies Sydney und busy London. So hat sie starke Streetwear-Anklänge, ist jedoch immer einen Ticken smarter und angezogner. Nylon kommt mit Jersey für ein Blouson zusammen, dazu wird ein geblümtes Innenfutter kombiniert. Popeline wird auf T-Shirt-Silhouetten gebracht, Denim bricht vielerorts einen allzu strengen Look. Es gibt vier Kollektionen im Jahr. Die EK-Preise starten bei 12 Euro für Shirts und gehen bis 40 Euro für Jacken. Der Vertrieb läuft über Wunschnaht in Offenbach.

THINKING MU. Der Trend rund um Druck-Shirts verlangt nach neuem Futter. Thinking Mu hat sich auf lebensfrohe, bunte T-Shirts mit frechen Sprüchen und markanten Foto-Prints spezialisiert. Ökologisch korrekt: Die Kollektion, die aus Barcelona kommt, wird aus Organic Cotton gefertigt, das das Unternehmen in Indien beschafft. Es gibt Männer- und Frauen-Schnitte. Pro Jahr 50 Styles, die nach Bedarf mit neuen Motiven angereichert werden. Der Einkaufspreis beträgt für alle Modelle 16 Euro (Kalkulation 2,5). Ein Teil der Verkaufserlöse geht an Umweltprojekte sowie soziale Einrichtungen.

WLG. Die Zweitlinie von Lederkünstler Giorgio Brato zeigt Sweats mal ganz anders. In Seide oder Jersey übersetzt, mit Blümchen-Prints oder psychedelischem Animaldessin, mit paillettenbestickten Ärmeln oder im Sweat-Seide-Patch, aber immer besonders. Auch Shirts, Bikerjacken mit paillettenbesetzten Ärmeln und Lederblousons gehören zum Programm. EK-Preise starten bei 39 Euro für Shirts. Sweats kosten 89 oder 109 Euro. Vertrieb: Agentur Kappler, München, Agentur Baessler, Düsseldorf.

S.W.O.R.D. steht nicht etwa für scharfe Schwerter, sondern für butterweiches Leder. Aber auch die Lederjacken sind scharf. Knackige Bikerformen oder kragenlose kastige Boxy-Jackets sind typisch. Auch verkürzte Bikerjacken oder Bikerwesten gehören zur Kollektion. Nietendekor sorgt für Rock-Attitüde, handgemalte bunte Graffitti-Optiken auf der Schulterpartie für Individualität. Die Jacken kosten im EK zwischen 189 und 198 Euro und werden in Deutschland neu über die Agentur Dietl, München, vertrieben.

BARRADAGO kommt aus Italien und wird in Werkstätten rund um Venedig teils von Hand gefertigt. Dabei geht es um Lederjacken, Shirts und Schals, Stiefel und Taschen mit individueller Handschrift für Premium Sports-Sortimente. Für Frauen, die es geschmückt mögen: Alle Teile sind bedruckt oder geprägt und dann noch überfärbt. Oft spielt Materialmix eine Rolle. Etwa bei Taschen im Mix aus Leder und Canvas oder Brokat. So wirken die Teile immer geschmückt und anders. EK-Preise starten für Taschen ab 45 Euro, für Stiefel ab 50 Euro.

ALL FOR TERRY. Der Name lässt es schon erahnen: Hier dreht sich alles um Frottee. Denn bei All for Terry handelt es sich um eine neue Urban Beachwear-Linie. Und damit um Teile, die man sich eben mal lässig überwerfen kann, wenn man vom Strand in die Beach Bar geht und dabei gut angezogen aussehen will. So gibt es Shorts, Overalls, Tuniken, Jacken und Sakkos, Handtücher und eine Beachtasche. Gezeigt werden rund 20 Styles für Frauen und Männer in verschiedenen Farben. Auch in Resorts und Hotels soll All for Terry angeboten werden. Gefertigt wird in Mauritius. Das Design kommt aus Deutschland. Das Logo ist ein Pinguin, der geht schließlich auch immer im Frack ans Meer. Vertrieb: Best of 19, München.


Mitarbeit: Silke Emig