Der Berlin-Ablauf ist für viele schon Routine: Bread & Butter, Panorama und Premium als Treffpunkt und zum Kontakten. Ein paar Schauen zur Inspiration. Und die kleinen Messen wie Seek oder Capsule, um spannende Kollektionen zu finden. Doch alles in vier Tagen? Oft kaum zu schaffen. Wir haben es geschafft und ein paar Labels zusammengetragen, auf die sich ein Blick lohnt. Ob nachhaltig produzierte Sonnenbrillen, coole Tücher oder neue Sneaker - vielleicht ist genau das dabei, was ihrem Sortiment noch fehlt. Unsere Labels to watch aus Berlin:

Frame Denim. Frame ist, wie der Name schon sagt, ein neuer Rahmen für Denim. Dabei geht es um einen cleanen, reduzierten Look, der europäische Design-Ästhetik mit kalifornischem Denim-Knowhow zusammenbringt. So wurde Frame 2012 von zwei Schweden in London gegründet, produziert wird allerdings in Los Angeles. Die perfekte Jeans zu finden, sei der Ansatz für Frame, heißt es aus dem Unternehmen selbst. So gibt es schlichte Skinnys, teils mit höherer Taille und eine gemäßigte Boyfriend-Form in vielen verschiedenen Waschungen. Shirts und inzwischen auch eine Linie für Männer ergänzen die Denims. VK-Preise starten bei 230 Euro, im Schwerpunkt kosten die Jeans 265 Euro. In Deutschland gehören Mytheresa.com und Jades, Düsseldorf, zu den ersten Kunden.

Kulte.
A-Linien-Kleider, Miniröcke, Op-Art. Wie vieles aus den 60er Jahren sind auch zahlreiche Uhren aus dieser Zeit Kult. Das französische Brand Kulte lässt sich davon inspirieren und baut solche Modelle zu erschwinglichen Preisen nach. So kostet das Gros der Kulte-Uhren 89 Euro im VK. Einige exklusive Modelle liegen bei 249 Euro. Es geht immer auch um die Details. So ist mal die Krone nach schräg nach unten versetzt, so dass sie beim Abknicken der Hand nicht stört, mal kommt das Ziffernblatt in Holz. Ansprechpartner ist Co-Founder Romain Benichou, Email: romain@redluxury.fr.

Ransom. Das kanadische Schuhlabel wurde hierzulande vor allem durch seine Kooperationen mit Adidas bekannt. Die Ransom-Schuhe sind bisher eher bei Sneaker-Spezialisten wie 43einhalb oder Kickz zu haben. Das Besondere an den Schuhen: Die federleichte EVA-Sohle macht den Schuh zu einem Fliegengewicht und sorgt so für absoluten Tragekomfort. Neben Running-Modellen aus gelochtem Nubuk und sommerlichem Mesh sind auch Boots und Mokassin-Formen Teil der Kollektion. Auch sie haben die ultraleichte Sohle. Alle Modelle sind Unisex-Modelle. Die meisten gibt es in den Größen 6-13, manche auch ab Größe 4. Preislich liegen die Sneaker zwischen 52 und 56 EK. Der Vertrieb läuft über Säck & Nolde, Bochum.

Bandits by Sarah Tari. Vor vier Jahren hat Sarah Tari nach ihrem Modestudium in Berlin ein Accessoires-Label in Paris gegründet. Bisher werden Schmuck und Schals nur in Frankreich verkauft. Die Kollektion besteht aus Ringen, Ketten und Armreifen aus geschwärztem oder vergoldetem Silber. Der Schmuck ist nicht geschmiedet, sondern aus Wachsmodellen gegossen und erhält so die charakteristische Form. Als Abdrücke dienen Wachsmodelle, aber auch Dinge wie Pistazien oder Litschis. Die EK Preise für den Schmuck beginnen bei 28 Euro für einen einfachen Silberarmreif bis 108 Euro für mit Edelsteinen besetzte Ringe. Für die Tücher werden Seide, Baumwolle und Jersey verwendet. Alle Tücher sind handgefärbt und mit Digitalprint bedruckt. Preislich liegen die Tücher bei 25 Euro EK (Jersey) bis 84 Euro (Seide).

Studio Ruig. Drei Junge Designer haben vor fünf Jahren in Eindhoven das Label Studio Ruig ins Leben gerufen. Die Kollektion zeichnet sich durch cleane Schnitte und die Verwendung von Nicht-Farben, wie Weiß, Schwarz, Grau und Creme aus. Es werden nur natürliche Materialien wie Seide, Viskose, Baumwolle und Wolle verwendet. Auch Leder wird oft eingesetzt, allerdings ist es immer hauchdünn und extrem geschmeidig, so dass es fast einem Stoff gleicht. Die EK-Preise beginnen bei 37 Euro für ein Jersey-Shirt und gehen bis 269 Euro für einen hauchdünnen Leder-Mantel. Der Vertrieb läuft bisher noch über das Label selbst.

Dick Moby. Zwei Surfer-Jungs tragen gerne coole Sonnebrillen, möchten aber nicht noch mehr Plastik auf diesem Planeten produzieren. So entstand die Idee zu Dick Moby, einem brandneuen Sonnenbrillen-Label aus Amsterdam, das es bisher nur in Holland, Belgien und Frankreich zu kaufen gibt. Die nachhaltig produzierten Brillen werden aus biologisch abbaubarem Acetat ganz ohne Rohöl hergestellt. Für jede verkaufte Brille gehen 10% an die Surfrider Foundation, die sich für plastikfreie Ozeane einsetzt. Wer jetzt langweile Öko-Brillen erwartet, der hat sich allerdings geirrt. Die Brillen kommen in vier topmodernen Styles in insgesamt sechs Farben. EK-Preise zwischen 55 und 65 Euro. Der Vertrieb läuft aktuell noch über das Label selbst, sie sind auf der Suche nach einer deutschen Vertriebsagentur.

Notch. Britische Heritage, cleaner Look, urbanes Design. Mit diesem Mix möchte das Londoner Menswear-Label Notch auf sich aufmerksam machen. Passend zum Motto „Urban Sailing“ rückt das Label zum kommenden Frühjahr Maritime-Looks mit dezenten Workwear- und Military-Details in den Vordergrund. Schlanke Hosen werden dabei etwa mit frontal aufgesetzten Cargo-Taschen versehen. Weitere Key-Pieces der Kollektion sind kernige Canvas-Blazer, satte Raw-Denims und Bomber-Jacken mit markanten diagonalen Zippern. Die VK-Preise von Hosen und Denims rangieren von 75 bis 95 Euro, Outerwear und Sakkos liegen zwischen 140 und 220 Euro, Hemden kosten 75 bis 100 Euro. Der Deutschland-Vertrieb läuft über die Agentur Fashionroom in Düsseldorf und München.

To be announced. Das zwei Jahre alte Damen-Schuhlabel To be announced aus Brooklyn ist aus dem Onlineshop Solestruck hervorgegangen. Die Macher des Shops wollten damit eine Lücke schließen und den Käufern die Art von Schuhe anbieten, die sie selbst gern tragen wollten, aber die es bisher einfach nicht gab. Die Schuhe haben einen extravaganten Style mit dicken Böden, Schnallen und markanten Absatzformen. Dennoch sind sie absolut tragbar. In Deutschland werden die Schuhe bisher nur bei Wald in Berlin verkauft. Alle Schuhe werden in Spanien produziert. Seit dieser Saison hat Solestruck außerdem noch das Schuhlabel Desire ins Leben gerufen. Die EK-Preise bei beiden Labels bewegen sich zwischen 59 und 74 Euro.

Hänska. Leichte, funktionale Rucksäcke und Taschen stehen im Fokus des Berliner Accessoires-Labels Hänska. In der Unisex-Kollektion zum Frühjahr 2015 werden natürliche und technische Waren wie Acryl-Mesh und Leder miteinander kombiniert. Die robusten Taschen der Designerin Nora Hänska, die sich an der Geometrie von Briefumschlägen orientieren, lassen sich per Zipper auf zwei unterschiedliche Arten verschließen und je nach Befüllung modellieren. In den Rucksäcken können an einem Karabinerhaken Schlüssel, kleine Innentaschen und Clutches befestigt werden. Letztere hat das Label ebenfalls im Programm. Die Modelle gibt es in den Größen S bis L in den Farben Schwarz, Grau, Grün und Blau. Die Preisspanne rangiert zwischen 135 bis 185 Euro im VK. Den Vertrieb organisiert das Label selbst.

Nyln Tigr. Sie sind wild, laut, knallbunt und ein wenig schräg. Genauso wie die Stadt New York, in der die beiden Designerinnen dieses brandneuen Leggings-Labels leben. Die Rede ist von Nyln Tigr, das auf der Show&Order in Berlin von sich reden machte. Ob Leomuster mit Paillettenbesatz, markante Streifen, grelles Grafikdessin oder buntes Camouflage, die Muster sprechen für sich. Bemerkenswert an den Leggings ist aber auch ihr softer, breiter Bund. Der Produktion hat sich übrigens Anni Carlsson-Macherin Annika Schwieger angenommen. Im EK kosten Nyln Tigrs zwischen 26 und 43 Euro.

J’ai mal à la tête. Progressivität und Avantgard verbinden sich im Total-Look der Menswear von J’ai mal à la tête. Zum kommenden Frühjahr spielt das Contemporary-Label aus München mit funktionellen Sportswear-Materialien und eleganten Streetwear-Styles. Im Fokus stehen individuelle Designs und Details: Oversized Blazer-Mäntel kommen mit Magnetverschlüssen, funktionellen Reißverschluss-Taschen und Strick-Bündchen an den Ärmeln. Bomberjacken haben geraffte Ärmel und Einsätze aus transparenten Mesh-Stoffen. Sweatshirts bekommen Stauraum durch extragroße Zipper-Taschen. Schwarz, Hellblau, Grau und Weiß dominieren. Jacken haben einen EK-Preis von 155 Euro, Hemden kosten 75 Euro. Den Vertrieb übernimmt das Label selbst.

Crumpet. Crumpet ist eigentlich das englische Wort für einen Kuchen oder umgangssprachlich auch für eine heiße Frau. Ob lecker wie Kuchen oder verführerisch heiß, das englische Kaschmirlabel ist ein wenig von beidem. Denn Crumpet, das es in England bereits seit 2006 gibt, ist beides. Dabei fallen vor allem die zahlreichen Muster ins Auge. Ob Leo, Blockringel, Zickzack oder Grafics - am besten alles gemischt. Dabei ist jedes Muster in allen Formen von Racerback-Top über Mini-Cardigan und Bikerjacke bis zum Maxi-Kaftan zu bekommen. Kreativchefin Zara Juricic, die das Label gemeinsam mit ihrem Mann Dana geründet hat, achtet auch besonders auf den Preis. So starten EK-Preise für Accessoires bei ab 26 Euro und reichen bis 200 Euro. Ein Maxi-Kaftan kostet beispielsweise 134 Euro.