Coole Brillen, trendiger Schmuck, neue Jeans aus Skandinavien. Berlin ist für viele auch immer Fundgrube für neue Namen, abseits des Mainstreams. Hier gibt es sie noch, die kleinen, feinen Labels, die kaum einer kennt oder die gerade zum Sprung auf den deutschen Markt ansetzen. Vor allem auf Seek, Premium und Show & Order gab es dieses Mal wieder viel zu entdecken. Eine Auswahl an Labels to watch, zusammengestellt von der Moderedaktion der TextilWirtschaft:

Nina Kastens. Zeitlos, aber modern. Chic, aber cool. Diesen Anspruch stellt Goldschmiedin Nina Kastens an den Schmuck, den sie seit 2014 für ihr gleichnamiges Hamburger Label entwirft. Die Kollektion teilt sich in drei Bereiche. Für "Thorns", entwirft Kastens Arm- und Halsreifen und Ringe in Form stilisierter Rosenzweige. Für "Classics" setzt sie auf Glücksbringer wie Skarabäus und Co. Für die dritte Linie kommen Süßwasserperlen zum Einsatz, unkonventionell inszeniert. Icon Piece der Kollektion ist der "I am good"-Ring aus massivem 18 Karat-Gold. Der Ring kostet 500 Euro VK und gehört zu den teuersten Stücken der Kollektion, die sich in der Kernpreislage zwischen 130 und 200 Euro VK bewegt. Der Schmuck wird in kleinen deutschen Werkstätten in Süddeutschland gefertigt.

Johnnylove. Skandinavischer Look. Italienische Ware. Mit dieser Kombination möchte das Casualwear-Label Johnnylove begeistern. Die HAKA-Linie aus Norwegen gibt es schon seit 2006. Präsent ist die Premium-Kollektion aber hauptsächlich in Skandinavien. Jetzt wollen die Trondheimer auch deutsche Sortimente erobern. Die Maxime: Outifts zwischen Casual und Formal, die Männer zur Arbeit wie zur After-Work-Party tragen können, so John Vinnem, Gründer und Designer. Produziert werden die Styles in Europa. Stoffe und Garne kommen zum großen Teil aus italienischen Webereien. Jacken liegen im VK zwischen 340 und 500 Euro, Blazer gibt es von 300 bis 350 Euro, Hemden für 90 bis 160 Euro und Strick rangiert zwischen 120 und 180 Euro. Der Vertrieb läuft über We Distribution, Hamburg.

Superjeans of Sweden. Hier ist der Name Programm. Die Schweden machen ja nicht erst seit Nudie, Cheap Monday und Dr Denim in Sachen Jeans von sich reden. Mit Superjeans of Sweden kommt nun ein weiteres Denimlabel dazu. Dabei geht es Superjeans um einen cleanen skandinavischen Look mit viel Liebe zu ausgearbeiteten Details. Seine Inspirationen holt sich Macher Bo Bech-Nielsen, der seit über 20 Jahren im Denim-Business tätig ist, dafür von alten Vintage-Klassikern. Dabei wird die Kollektion, die erst 2012 lanciert wurde, ausschließlich in Europa gefertigt. Die Superjeans gibt es für Männer und Frauen. Die VK-Preise liegen zwischen 150 und 180 Euro. Der Vertrieb läuft über die Agentur Stand by, Celine Klauser, München

8000. Die Unisex-Brillen von dem New Yorker Label werden in einer kleinen Manufaktur gefertigt und über iBrands Europe mit Sitz im Schweizer Kreuzlingen vertrieben. Ihr USP: Die hochwertigen Gläser mit UV-Schutz sind komplett flach. Es gibt drei Formen, allesamt geometrisch: rund, eckig, dreieckig (Pilotenform). Passende, genauso flache Etuis gibt's mit dazu. Die Brillen kosten im VK 300 bis 450 Euro und sind nicht nur etwas für klassische Optiker, sondern insbesondere auch für Concept- und Fashion-Stores. Daher war 8000 jetzt erstmals auf der Show & Order in Berlin vertreten.

Sparkz. Wer schon einmal in Kopenhagen zum Shopping unterwegs war, kennt wahrscheinlich die Deres- und Sparkz-Stores, die sich an verschiedenen Ecken der dänischen Metropole wiederfinden. Dahinter steht ein Familienunternehmen, das 1956 gegründet wurde. Das eigene Label Sparkz vertreiben die Dänen auch im Wholesale. In Deutschland wird die Kollektion neu über die Agentur Buhrs 3.0, Offenbach, eingeführt. Pro Jahr werden vier Kollektionen und vier Express-Programme präsentiert. Der Look ist lässig, minimalistisch und unkompliziert, immer leicht skandinavisch inspiriert und reicht vom Streifenhemd über das oversized Shirt bis zum Top mit Pali-Print. Interessant ist die Kalkulation von 3.0 zu VK-Preislagen für T-Shirts ab 29,95, Röcke ab 39,95, Blusen, Kleidern und Röcken ab 59,95 Euro.

Mitchell & Ness. Eine Prise Base- und Basketball gefällig? Mitchell & Ness pumpt die richtige Dosis Testosteron in entspannte Casual-Looks. Sweatshirts liegen im VK bei rund 60 Euro, T-Shirts bei 30 Euro, Joggingshosen bei 60 Euro und Basecaps bei 35 Euro. Vertrieben wird das Label von Refuel Brand Distribution GmbH in Hannover.

Onomato. Funkelnagelneu. Erstmals auf der Panorama: Onomato, eine kleine, kompakte Kollektion, die Spaß in anspruchsvolle DOB-Sortimente bringen kann. Denn Role-Model der Linie ist Belle, die zauberhafte Schwester von Snoopy. „Wir wollen Comic-Elemente feminin umsetzen“, so Designerin Tania Helmer. Sie steht, gemeinsam mit Holger Schmies, Managing Director der Tex-ass Textilvertriebs GmbH, hinter Onomato. Entsprechend sanft sind die Farben, breit ist das stilistische Spektrum der rund 60 Teile inclusive Tüchern. Oberteile stehen im Fokus, doch die floralen Jacquard-Jeans haben sich schon in Berlin als Highlight herauskristallisiert. Durch eine Kooperation mit Superga gibt es auch Sneaker mit Belle-Motiven. Shirts liegen im VK zwischen 99 und 149 Euro, Blusen bis 169, Kleider bei 149 bis 199 Euro. 

Perilicious. Das Schmucklabel aus Meerbusch bei Düsseldorf sieht sich im Umfeld von Premium-Kollektionen, die farblich in der Nude-, Taupe- und Kaschmir-Welt zu Hause sind, etwa Dorothee Schumacher, Fabiana Filippi, Bunello Cuccinelli. Designerin Peri Kampshoff setzt bei den Armbändern und Ketten auf Sterling-Silber sowie rosévergoldetes Silber, die mit diesen Farben Hand in Hand gehen. Die filigranen Schmücker werden in Italien von Hand gefertigt. Armbänder kosten 100 bis 140 Euro im VK, Ketten 140 bis 250 Euro. Als perfekt auf den Schmuck abgestimmtes Merchandising-Instrument stehen für 50 Euro hochwertige Boxen zur Verfügung. Zu ersten Kunden von Perilicious zählen Breuninger in Stuttgart, Ortner in Dortmund und Engelhorn in Mannheim..

Lille. Lille kommt aus Helsinki, wo das Label 2012 von den beiden Freundinnen Kirsi Lille und Petra Pesonen gegründet wurde. Wie es für Skandinavier so üblich ist, geht es den beiden um eine zeitlose, schlichte und lässige Formensprache mit hohem Designanspruch. “Wir glauben an Nachhaltigkeit und kreieren Produkte, die den Test der Zeit überstehen”, erklärt Macherin Kirsi Lille. Softe, fließende Jerseys spielen für die beiden Finninnen, die zwei Kollektionen pro Jahr bieten, eine zentrale Rolle. Zum Sommer dominieren unter der Headline “Beach House” lange fließende Silhouetten, etwa bei Kleidern und Plisseeröcken die Silhouette. Neben der Fashion-Linie gibt es immer auch eine Basic-Serie mit Bestsellern, die jede Saison erhältlich sind. VK-Preise variieren zwischen 139 und 259 Euro. .

Dolores. Dolores mag es lässig, sportiv, dabei aber immer auch ein wenig sexy. Das Hosenlabel ist erst in zweiter Saison am Start und legt Wert auf softe Qualitäten sowie anspruchsvolle Verarbeitung. Die Modell-Palette reicht von Flares und Jogg-Styles bis zu weiten, lässigen Formen. Also nicht nur Hosen für Dolores, sondern für viele verschiedene Frauen-Typen. Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen. Vertrieben wird die Kollektion hierzulande über die Münchner Agentur Modeist, Marion Hoferer. EK-Preise liegen um 70 Euro.

Gvyn. Wer Harvey Nichols zu seinen ersten Kunden zählen kann, scheint mit seiner Kollektion etwas richtig gemacht zu haben. Klare Linien, minimalistische Formen, feine Details, monochrome Farben – mit diesen Attributen haben die Taschen unter dem Label Gvyn bei ihrem Launch auf der London Fashion Week im September 2014 von sich reden gemacht. Es gibt zehn Modelle in je sechs Farben. Das Leder kommt aus Italien, produziert wird in Polen. Mit VK-Preisen von 299 bis 499 will Ulrike Seeber die Lücke zwischen High Street und High End schließen. Gvyn ist übrigens nicht deren erstes Projekt: Seeber ist Gründerin des Stores Wald in Berlin. Der Vertrieb läuft über Marion Hoferer, München.

Leetha. Leetha steht für Kaschmir, der immer ein wenig anders interpretiert wird. Chic, frech, mitunter schräg, immer anders und nie langweilig - so sind die Kreationen der beiden Macherinnen Emily Minchella und Caroline Nielsen. Palmen- oder Leo-Muster, Glitzer-Effekte und besondere Schnittführugnen wie tiefe Rückenausschnitte charakterisieren den Look von Leetha. Mit Tops, Shirts und Kaftankleidern unterstreichen die beiden, dass man Kaschmir auch im Sommer tragen kann. Pro Jahr gibt es vier Kollektionen. Der Vertrieb läuft über die Agentur Bernd Schürmann. Zu den ersten Kunden hierzulande gehört Jades, Düsseldorf. VK-Preise liegen zwischen 500 und 700 Euro für Pullis und Kleider.