Für viele kleinere Händler ist Contemporary Fashion das Segment der Zukunft. Aber auch die Großen, ob P&C oder KaDeWe, Karstadt oder Galeries Lafayette, setzen auf Contemporary – auf zeitgemäße Looks und Kollektionen zu noch bezahlbaren Preisen unterhalb des Designergenres. Modisch eine Mischung aus französischer Raffinesse, amerikanischer Lässigkeit und skandinavischer Coolness. Und so rückt auch Kopenhagen für deutsche Einkäufer wieder mehr in den Fokus. Gesucht: unverbrauchte Namen, spitzer, cooler, individueller als das Gehabte. Vor allem die Messe Gallery ist dafür prädestiniert. Aber auch die vielen kleinen Stores in Kopenhagens Innenstadt. Gefunden: die Labels to watch.

Nanushka. Eine schöner Name: Nanushka. Man denkt an Ungarn, an Tradition. Nanushka ist aber auch der Spitzname von Designerin Sandra Sandor. Die Ungarin hat ihren Abschluss am London College of Fashion gemacht und 2005 ihr eigenes Label gegründet. Trend pur, cool, edgy. Sie designt für die "urbane Nomadin", lässige, doch anspruchsvolle Outfits. Die Jogginghose aus gewaschenem Denim zum cropped Leo-Top, dazu ein Seidenblouson ist so ein Outfit. Ein weiteres: Bermudas zu Mesh-Top zu Bouclé-Jacke. Rund 150 Teile gibt es pro Saison, darunter sind innovative Ideen für Strick und Jacken. Die EK-Preise starten bei 25 Euro für Basic Shirts und gehen bis 170 Euro für Mäntel. Eine Handvoll Taschen und Schuhe komplettieren die Kollektion. Produziert wird alles in der Heimat, in Ungarn.

Danle Ding. Ein Konglomerat: Die Designerin kommt aus China, studiert hat sie in Dänemark, produziert wird in einer deutschen Fabrik in Shanghai. Die verschiedenen Einflüsse bauen sich zu den drei starken Säulen der Kollektion auf: unschlagbare Preise, cleane Schnitte, ordentliche Verarbeitung. Modisch: asiatisch sinnlich, skandinavisch simple. Zum Sommer 2014, der erst zweiten Kollektion des Labels, stehen bedruckte Blusen, Kleider, Westen und Shorts im Fokus. In jedem Teil treffen Blumendessins auf starke Schwarz- oder Weiß-Kontraste. Kleine Drappierungen und asymmetrische Säume sind die einzigen Spielelemente, die sich Designerin Danle Ding erlaubt. Die EK-Preise liegen im Schnitt bei 30 Euro. Der Vertrieb in Europa wird derzeit aufgebaut.

Charlotte Lebeck. Das dänische Schmucklabel Maria Black feiert mittlerweile internationale Erfolge. Das hat viele junge skandinavische Designer dazu inspiriert, auf den Zug aufzuspringen und ebenfalls filgranen Schmuck zu fertigen. Eine der vielversprechendsten ist Charlotte Lebeck. Ihr Schmuck ist handgemacht und aus Titan, trotzdem zart und schmeichelnd. Absolut allergiefrei. Der Clou: Alle Ringe und Armspangen sind größenverstellbar, so dass sie an allen Fingern bzw. Handgelenken passen. Daneben gibt es filigrane Ketten mit winzigen Anhängern sowie kleine Ohrstecker, Creolen und Ear Cuffs. Die EK-Preise starten bei 12 Euro und gehen bis zu 32 Euro. Der Vertrieb läuft über das Label mit Sitz in Silkeborg/Dänemark.

Kaylee Cho. Wenn die südkoreanische Designerin etwas nicht mag, sind das Standard-Nähte. Am Rückenteil der Bluse oder des Blazers – „immer an der gleichen, langweiligen Stelle.“ Sie hat Spaß daran beim Design herumzuexperimentieren, wie sie Nähte versetzen kann. So werden sie zur Dekoration. Denn mehr Schmuck gibt es nicht. Kaylee Cho ist ganz pur, in Schnitt und Farbe. Der Signature-Looks: Cleane Weste zu hochgearbeiteten Shorts. Longsleeve im Kimonostyle zum Stiftrock. Hier und da ein unerwarteter Cut out. Es gibt zwei Kollektionen mit vier Lieferterminen im Jahr. Der Preisaufbau: Baumwoll-Shirts liegen bei 29 Euro im EK. Ärmellose Blazer aus Leinen kosten 59 Euro, ein Kimonomantel liegt bei 100 Euro, Lederjacken starten bei 163 Euro.

Ninna York. Das Raue mit dem Delikaten, Zarten verbinden. Das will Ninna York mit ihrer Schmuckkollektion leisten. Die dänische Designerin fertigt Ringe, Ohrringe, Armbänder und Ketten hauptsächlich aus Silber, oft mehrteilig, mit sichtbaren Lagen und Schichten, die mal zu einem Kegel, mal zu einem Zylinder zusammengelegt werden. Zu den Highlights der Kollektion gehören Zwillingsringe, also Modelle, die über zwei Fingern getragen werden. Ebenso Ear Cuffs, die fast die gesamte Ohrmuschel schmücken. Die EK-Preise starten bei 53 Euro für filgrane Ringe und gehen bis zu 104 Euro für große Colliers.

Mehr Labels to watch finden Sie in der TW 33 vom 15. August 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 14. August 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.