Ankunft in Düsseldorf. Gepäck im Hotel abladen. Bereit machen. Ins Messe-Getümmel stürzen. Und dann? Sich Übersicht verschaffen: über die Standorte, die Schauplätze, die Labels. Wie hieß doch gleich die Schuhdesignerin, die zum ersten Mal ausstellt? Welcher Shuttle-Bus bringt mich zur Supreme? Doch erst Premium und dann Fashion House und The Gallery? Die Ordertage in Düsseldorf sind geprägt von modischer Aufbruchstimmung. Vor allem die Sortimentsanteile etablierter Systemanbieter stehen dabei unter verschärfter Beobachtung. Genauso kleinere Kollektionen, die aber in den Augen der Händler überdistribuiert sind. Nicht zuletzt die mitunter durchwachsen verlaufene Frühjahrs-Saison hat zu einem offensiveren Neudenken der Sortimente geführt. Viele nutzen den Standort Düsseldorf daher auch zunehmend, um neue und unverbrauchte Labels zu finden.

Glaw. Eigentlich hatten sich die Designer Jesko Wilke und Maria Poweleit, die sich an der Esmod kennenlernten, einen anderen Namen für ihr High-End Fashion Label überlegt. Da ihr Wunschname geschützt war, blieb auf der Liste noch Glaw übrig. Heute sind sie glücklich darüber. Glaw kommt aus dem alt-walisischen und bedeutet Regen. Das passt. Denn in der Kollektion werden viele Batik-Optiken gezeigt: gebatikte Seidenkleider- und Blusen, gebatikte Lederhosen, nietenbesetzte Lammnappa-Jacken, paillettenbestickte Maxiröcke. Die EK-Preise starten für Blusen bei 117 Euro und reichen bis 700 Euro für ein Abendkleid aus Spitze.

Wayuuu. Einfach noch ein U dran und fertig ist der Name fürs Taschen-Label. Die Wayúu sind ein indigenes Volk im Norden Kolumbiens und Venezuelas. Dort werden die Mochilas, handgehäkelte Taschen, von Wayúu-Frauen gefertigt. Rund 20 Tage beträgt die Arbeitsdauer für eine Mochila. Jede Tasche ist ein Einzelstück. Tocapu- und Ikatmuster zieren die bunten Baumwollbeutel. Angeboten werden die Taschen in Neon, Sand sowie in einem roten Erdton. Ein Teil des Umsatzes jeder verkauften Tasche soll nach Angaben des Labels direkt an die Wayúu-Stämme gehen. Im EK kostet die Tasche 45 Euro. Der Vertrieb läuft über M. Reza Zaman Daraei in Tostedt. Mehr Infos unter: www.wayuuu.de

Isabel Lu. In den USA ist das Label längst bekannt und das nicht nur, weil Celebrities wie Eva Longoria oder Kim Kardashian Isabel Lu tragen. Dahinter steht Designerin Sophia Kim, die lange Jahre als Creative Director für ein junges Labels aus Los Angeles arbeitete. Der Schritt, eine eigene Kollektion auf den Markt zu bringen, lag da nahe. Die aktuelle Herbst/Winter-Kollektion kann noch bis Ende August geordert werden. Der Look: ein Mix aus lässig, schick und sportlich. Körperbetonte Schnitte wechseln sich mit Vokuhila- und Oversize-Formen ab. Blazer kosten im EK 169 Euro, Kleider 98 Euro. Vertrieb: Omnitrade Fashion, Vich, Schweiz.

Mamuut Denim.
Gegründet wurde das HAKA-Label 2000 in Italien. Hier ist auch Design und Produktion angesiedelt. Schwerpunkt ist Denim. Daneben gibt es bedruckte Shirts, Hemden, Strickpullis und Lederjacken. Mamuut Denim spielt gerne mit Brüchen. Da wird der Jersey-Blazer inklusive Einstecktuch mit Print-Shirt und Jeans kombiniert. 160 Teile umfasst die Kollektion. Die Preise für Jeans liegen zwischen 39 bis 99 Euro im EK, Jacken 105 bis 180 Euro, Shirts 16 bis 25 Euro. Der Vertrieb läuft über die Shy Shy Fashion Agency, Dresden.

Lollipops. Anfang der 90er kamen die Studenten Yann Ducarouge und Marjorie Mathieu auf die Idee, ein Fashion Accessoire-Label namens Lollipops zu gründen. Mit insgesamt 11.000 Euro in der Tasche investierten sie in ihren Traum, der sich 1998 erfüllte. Die Marke Lollipops stellte zum ersten Mal auf dem Prêt-à-Porter Salon in Paris aus. Heute betreibt das Pariser Label mehr als 100 eigene und Franchise-Stores in Frankreich, Italien, Spanien und England. In Deutschland soll der erste Franchise-Store im Herbst in Hamburg eröffnen. Neben Accessoires gibt es auch eine DOB- und Schuh-Kollektion, die sich, typisch französisch, verspielt zeigt.  Ware für Herbst/Winter 2012 kann noch geordert werden. Der Vertrieb läuft über die beiden Hamburger Agenturen Blu-ei Fashion für Bekleidung und Eyefind für Accessoires.

Brigitte Bardot. Der Name des französischen Labels ist Programm. Seit drei Saisons gibt es Brigitte Bardot auf dem Markt. Blütenbestickte Tuniken, Mini-Kleider in Häkeloptik, Flower Power-Hosen, High Waist-Shorts, plissierte Röcke, gebatikte Blusen – der 60er- und 70er-Jahre Flair ist unverkennbar. Hinzu kommen T-Shirts und Tops mit verschiedenen Aufdrucken der blonden Sti-Ikone. 230 Teile plus Beachwear beinhaltet die Kollektion. Kleider liegen bei 65 Euro im EK, Strickpullis bei 59 Euro. Der Vertrieb läuft über die Agentur Céline Klauser, Lingenfeld.

My T-Shirt. Es läuft wie bedruckt. Das gilt vor allem für Shirts. Sie gehören zu den Topsellern der Saison. Wer weiter auf Statement-Shirts setzen will, sollte einen Blick auf My T-Shirt werfen. Ob Lady Gaga, Mr. Bean oder Madonna leicht ramponiert auf dem Shirt, Abraham Lincoln und Kurt Cobain mit Clowns-Nase oder die Queen mit tätowiertem Body. Auf Druck wird das Unmögliche möglich. Die Shirts kosten im EK 17 Euro. Lieferzeit beträgt 4 Wochen. Vertrieb: Agentur Céline Klauser, Lingenfeld.

Toosha. Für edle Materialien hatte Tim Klein schon immer ein Faible. Seit 2001 vermarktet Klein feinste Pashminas über das Internet. Das Frankfurter Label Toosha gründete er 2009. Neben Print-Tüchern aus Cashmere gibt es seit dieser Saison erstmals Tops und Strickjäckchen in Pink, Blau, Gelb, Grün, Grau und Anthrazit. Genau wie die Tücher kommen die Oberteile aus nepalesischen Werkstätten. EK-Preise liegen zwischen 65 und 110 Euro bei einer 3er Kalkulation und sind innerhalb von sechs Wochen lieferbar.

Vintage de Luxe. Das italienische Label präsentiert sich zum ersten Mal auf der Premium. Hochwertige Lederjacken in Cognac, Weinrot, Ocker und Waldgrün aus Nappa- und Ziegenleder stehen im Mittelpunkt der Kollektion. Daneben gibt es Shorts und Oberteile. Das Besondere an den Jacken ist, dass sie hauchdünn sind. Teilweise stückgefärbt oder ausgestanzt. Die EK-Preise für Ledershorts liegen bei 119 Euro, Jacken bei 349 Euro. Taschen gibt es ab 85 Euro. Mindestabnahme 15 Teile. Der Vetrieb läuft über Beautiful Brands, Berlin.

Lola by little West 8. Verbindet man die ersten Silben der Nachnamen von Günther Lohr und Andreas Lang kommt Lola heraus. Little West steht für den Westen Stuttgarts und die Acht? Vielleicht einfach eine Glückszahl. Gegründet wurde das Label, das zur Aviva Fashion Design & Sales GmbH in Bitz gehört, vor zwei Jahren. Jetzt bereits ein Relaunch. Jünger und frischer will sich Lola by little West 8 seinen Kunden nun präsentieren. Für F/S 2013 gibt es zwei Kollektionen zum LT November und LT Januar. Gezeigt werden Shirts, Tuniken, Jersey-Blazer, Boxy-Pullis, Bouclé-Jacken. VK-Preise: 29 bis 59 Euro für Shirts, Strick 69 bis 99 Euro.

Maggie Jeans. Ursprünglich in Italien als Miss Maggie gegründet, nennt sich das zur Vanila Fashion Srl gehörende Label nun Maggie Jeans. Die junge DOB-Kollektion zeigt Jeans, Shorts, leichte Strickpullis, Kleider, Print-Shirts, Tops und Bouclé-Jäckchen in leuchtenden Neonpastellen. Jeans kosten im EK 40 Euro. Lederjacken gehen bis zu 300 Euro. Der Vertrieb läuft über Nexus Showroom, New York.