Berlin, Kopenhagen, Düsseldorf. Die großen Messetermine sind durch. Die Tage gehen schnell vorbei. Termin jagt Termin. Eine Kollektion die andere. Bestseller. Re-Runner. Modifizierte NOS-Artikel. Zu viele Kollektionen gleichen sich, haben wenig Profil. Das erschwert die Arbeit. Wie kommt Spannung ins Sortiment? Mehr denn je gesucht: neue oder unverbrauchte Namen, frische Kollektionen. Gefunden: neue oder unverbrauchte Namen, frische Kollektionen. Die Labels to watch.

PLUME. Jung, modern, cool: Plume, die junge Linie von 32 Paradis, zeigt, wie facettenreich das Spiel mit Pelz aussehen kann. Alle Jacken und Mäntel sind wendbar, kommen uni oder mit Farbverlauf. Modelle aus Nerz sind durch einen Reißverschluss als Mantel oder Jacke tragbar. Auch hier treffen verschiedene, meist kräftige Farben aufeinander, etwa Grün zu Orange. Insgesamt kommen die Produkte mal opulent, mal reduziert daher. Dabei sind die Styles immer jung, oft mit Kapuze und kragenlos. Die EK-Preise beginnen für Lammfell und Fuchs bei rund 600 Euro, für Nerz bei 1600 Euro – bei einer Kalkulation von 2,7. Der Vertrieb läuft über Meier& Rybinski, Düsseldorf.

JOURNAL. Es ist so eine Sache mit Klassikern aus der Menswear. Entweder man modifiziert sie nur geringfügig, ganz behutsam. Oder macht es ganz offensiv und ironisierend. Journal macht es offensiv, aber meint es ernst. Das dänische Label nimmt Klassiker wie Wollhosen oder schwere Cordhosen und verpasst ihnen einen Low-Crotch. Traditionelle Oxfords kommen stonewashed oder die Designer gehen mit einem radikalen Print ran. Schwerer Strick lebt durch softe Farben und kleine Paspelierungen. Gedeckte Töne garantieren, dass die Kollektion insgesamt einen klassischen Appeal ausstrahlt. Strick startet im EK bei 39 Euro. Hemden bei 49 Euro. Der Vertrieb läuft über das Unternehmen in Aarhus selbst.

MES DAMES. Eine Hommage an starke Frauen. Jede Saison wird eine Femme Fatale zur Muse der Kollektion aus Schweden. Zum Herbst ist es Christine Granville, eine Geheimagentin im Zweiten Weltkrieg. Eine elegante und starke Spionin mit Sanduhr-Silhouette. Der Look der Kollektion: eine Kombination aus nordisch clean und französisch weich. Boxy Tweed-Jackets mit abzippbaren Ärmeln, glänzende Overalls aus Velours, Samt und Seide (EK ab 115 Euro), feste Tops aus Leder (EK 115 Euro).

WEMADE. Hier gibt’s T-Shirts aus Deutschland: Wemade kommt aus Berlin und bietet nur Produkte aus nachhaltig produzierter und fair gehandelter Baumwolle. Im Fokus stehen T-Shirts mit verschiedenen grafischen und typografischen Drucken. Die Palette umfasst Modelle für Jungs und Mädels, die im EK bei 13,70 Euro liegen. Sie werden in Ost-Europa genäht und in Deutschland bedruckt. Händler wie Frontlineshop haben die Jungs, die hinter Wemade stecken, mit ihren Motiven schon überzeugt. Um den Vertrieb kümmern sie sich selbst.

MOLAMI. Kopfhörer sind in den vergangenen Jahren zu wichtigen Lifestyle-Accessoires geworden. Vor allem im Young Fashion-Handel ist das Geschäft durch die Decke gegangen. Nun gibt es aus Stockholm auch Modelle für Premium-Kunden: Das Label Molami bietet hochwertige Kopfhörer aus Leder für Kunden mit Design-Anspruch. Die Modelle sind in Schwarz oder Weiß gehalten, schlicht und sehr modern gestaltet. Hinter dem Label steht das Unternehmen Zound Industries, das unter anderem auch Urbanears und Marshall Headphones im Portfolio hat. Den Vertrieb verantwortet in Deutschland die Zound Vertriebs GmbH, Stuttgart. Ohrstöpsel von Molami gibt es ab 115 Euro VK, große Headphones kosten bis 300 Euro.

SIN STAR. Die Geschichte ist einfach: Zwei Jungs aus Essex wollten eigentlich Musik machen, konnten sich damit aber nicht über Wasser halten. Also gründeten sie ein Shirt-Label. Das war 2010 – und die Rechnung ist aufgegangen: Schon im Gründungsjahr stießen die beiden mit ihren lauten Print-Shirts auf Interesse im Heimatmarkt UK, landeten relativ schnell bei Asos – was ihnen die Türen zu weiteren Kunden öffnete. In Deutschland haben die Agenturen Kemner Distribution, Göttingen, und P4, Düsseldorf, den Vertrieb übernommen. Neben Shirts (14 bis 16 Euro EK) gibt es mittlerweile auch Sweats (25 Euro EK) und Joggingshosen, die Prints reichen von typischen Band-Covern bis hin zu Galaxy-Optiken.

Mehr Labels to watch finden Sie in der TW 7 vom 14. Februar 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 13. Januar 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.