Über 200 Einträge hat Woolrich in unserem Archiv, fast alle in der Rubrik Topseller. Und auch in dieser Saison, da Daunenjacken im Handel liegen wie Blei, läuft Woolrich weiter. Wenn es nicht die ganz mollig warmen Daunenjacken waren, dann eben die gemäßigten Parkas. Was einigen Frauen die It-Bag, ist vielen Männern längst die Jacke. Und die darf auch einiges kosten. In der Regel sind es 500 Euro und mehr. Ein schönes Geschäft. Dennoch, oder genau deshalb, ist die Suche nach Alternativen in vollem Gange.

Vor allem aus Japan kommen hier richtungsweisende Inspirationen. Von Junya Watanabe, von Labels wie White Mountaineering, Nanamica, Anachronorm und Visvim. Das sind nur einige Namen, die Jackenfans möglicherweise im Kopf haben werden, wenn sie auf der Suche nach innovativen Styles und unkonventionellen Kombinationen im Handel unterwegs sind. Und ihrem nächsten Statussymbol.

Ma.strum. Er ist eine Ikone der innovativen Sportswear: Massimo Osti, der ehemalige Designer und Kopf hinter Stone Island. Ma.strum greift seine Ideen auf und interpretiert Jacken aus seinem Archiv, das mittlerweile seinen Kindern gehört, neu. Das Ergebnis sind kernige, coole, aber dennoch urbane Outdoorjacken für echte Kerle. Aufwändige Details wie rausnehmbare Innenjacken oder Westen, Karabinerhaken, derbe Zipper, Taillenriegel, Schlulterklappen oder wasserdichte Plastikinnentaschen sind Pflicht. Längere Parkaformen gibt es ebenso wie Caban- oder Fieldjacket-Typen. Die Qualitäten reichen von kernigem Nylon bis zu gewachster Baumwolle. Rustikale Strick-Troyer komplettieren das Bild. EK-Preise für Jacken starten bei 298 Euro. Der Vertrieb läuft über die Agentur Toepfer, Düsseldorf. 

Ma.strum
Ma.strum


Ten C. Der Anspruch an höchste Funktionaliät treibt sie an. Die Designer Paul Harvey und Alessandro Pungetti, die unter anderem einige Jahre bei Stone Island und C.P. Company gearbeitet haben, stehen mit ihrer Arbeit für eine Reduktion auf das Wesentliche. Dafür steht auch Ten C. Kein deutlich sichtbares Branding ziert die italienische Jacken-Kollektion. Die Teile sollen für sich sprechen. Klassiker wie Parka, Fieldjacket oder Anorak wurden durchdacht und optimiert. Nach Jahren des Tragens verschönert eine glänzende Patina die Oberfläche. Der Griff wird weicher. Das hat seinen Preis. Im VK kosten die Stücke zwischen 650 und 980 Euro.

Ten C
Ten C


ChatCWin. Auf der Suche nach neuen, kernigen Jacken für Männer und Frauen? Das italienische Label ChatCWin verbindet südeuropäische Ästhetik mit nordeuropäischer Coolness und der japanischen Vorliebe für besondere Schnitte und Fabrics. Letztere, zehn an der Zahl, wurden exklusiv entwickelt. Das Ergebnis: 30 Modelle für Herren, 15 für Frauen, die EK-Preise reichen von 169 bis 335 Euro. ChatCWin ist über die Münchner Agentur Klauser erhältlich.

ChatCWin
ChatCWin


White Mountaineering. Das Label ist der Comme des Garcons unter den Outdoor-Marken. Designer Yosuke Aizawa hat auch eine klare Ansage: Erstens Design. Zweitens Nutzen. Drittens Funktion. Trotzdem braucht man keine Angst, die Jacken sind wind- und wasserdicht, genauso gut ausgestattet wie richtige Funktionsjacken, eben nur stylischer. Der Look ist schlicht, das Farbspekrum bewegt sich zwischen Natur- und Grautönen.

White Mountaineering
White Mountaineering


Anachronorm. Das japanische Label macht es ganz geschickt: Es stellt sich vier Männertypen vor, Neal, Jack, Allen und William, der eine ein bisschen taffer, der andere ein Bücherwurm. Für jeden entwickelt Anachronorm den Look weiter. Saison für Saison. Der eine trägt nächsten Winter einen wetterfester Arctic Parka, der andere einen glänzender Daunenstepper. Unkonventionell werden klassische Hunting-Jacken auseinandergenommen und mit Tweed-Flicken versehen.

Anachronorm
Anachronorm


Visvim.Uns sind die Schuhe von Vismim vor Jahren schon aufgefallen. Aber es war nichts über das japanische Label herauszubekommen. Alles Taktik, sogar im Online-Shop konnte man bisher nur anfragen, ob man dies oder jenes Teil erweben dürfte. Und dann kam die Zusage per Mail. Oder eben nicht. Sehr selektiv, so geht das Label auch im Umgang mit Materialien und Details vor. Es heißt, Designer Hiroki Nakamura habe mal mit einem Komitee fünf Jahre lang gerungen, um eine bestimmte Art Baumwolle nutzen zu dürfen. Inzwischen gibt es eine Komplettkollektion, aber alles muss weiterhin ökologisch korrekt sein. Meistens geht es darum Basics neu zu interpretieren, bekannt ist Nakamura für seine Chucks- und Makassin-Entwürfe. Das Know-how für die Outerwear hat Nakamura bei Burton erlangt, als er Snowboard-Kleidung designte. Die Jacken, die er für Visvim macht, erinnern immer an Industriedesign. Klar, kühl, funktionell. Visvim will vor allem für ehrliche Produkte stehen, für beste Materialien und selektiven Vertrieb. Natürlich ist der Preis dementsprechend hoch. Schuhe, Hosen und Jacken starten bei 300 Euro im EK.

Visvim
Visvim


Weitere Labels to watch: L’Eskimo, Lifetime Collective, Nanamica.