Die Modebranche schaut seit Saisons nach Paris. Auf Céline. Auf Isabel Marant. Sie sind Wegweiser, Vorbild und Inspiration für Kreative. Massenhafte Kopien zeigen wie einflussreich diese Kollektionen sind. Einen regelrechten Hype haben sie ausgelöst. Die Labels stehen für starke, selbstbewusste Mode, eine neue Form der unterschwelligen Eleganz. Sie treffen den Zeitgeist auf den Punkt, ganz unangestrengt. Auch andere französische Labels wie Kenzo, Iro und Carven werden dafür gelobt, nah am Puls der Zeit zu sein. Weitere französische Kollektionen kündigen sich an, Impulse in der DOB zu setzen. In der Pariser Szene werden sie bereits als vielversprechende Namen gehandelt:

American Retro.
Femininer und anspruchsvoller definiert sich American Retro nach seiner Repositionierung. Das 2002 gegründete Pariser Label hat sich in der Liga der Contemporary Fashion platziert. Mit Imago hat American Retro einen neuen deutschen Vertriebspartner mit Showroom in Düsseldorf und wird erstmals auf der Premium ausstellen. Die Stärke der Marke – modische Tops und viel Farbe – haben American Retros Designer David und Laure Pariente beibehalten und zu einer kompletten Kollektion ausgebaut. Freche Biker-Jacken aus pastellfarbenem Leder, bedruckte oder mit kleinen Kristallen besetzte Jeans waren in der Orderrunde Bestseller. Die VK-Preise reichen von 110 Euro für ein modisches T-Shirt bis zu 500 Euro für eine Lederjacke.

Sud Express.
Das junge, rockige Pariser Label sieht sich als jüngere Schwester von Marken wie Maje, Sandro und Zadig & Voltaire. Die Kollektion, pariserisch-feminin, rockig und casual, bietet Passformen, die auch für Nordeuropäerinnen geeignet sind. Sie positioniert sich im mittleren Genre mit attraktiven Preislagen, obwohl Materialien und Dessins exklusiv entwickelt werden. Die Marke für 25- bis 35-jährige Frauen eröffnete vor sechs Monaten in Trier den ersten deutschen Partnerstore.

Swildens.
Juliette Swildens kommt aus einer kreativen Familie. Ihre Mutter und ihre Tante haben die Kindermode-Linie Bonpoint gegründet und zum Erfolg geführt. Außerdem steht ihre Familie hinter dem weltberühmten Concept-Store Merci in Paris. Seit 2006 hat sie ihr eigenes Label mit Kollektionen, die für jeden Tag gedacht sind. Juliette Swidlens lässt sich von den 80er-Jahren und der Rock-Kultur inspirieren. Ihre Entwürfe verbinden Vintage-Einflüsse und feminine Details mit klassischen maskulinen Elementen.

Valentine Gauthier.
Eigentlich hat sie Ethnologie studiert. Ein paar Jahre später, im Jahr 2008, hat sich Valentine Gauthier dann mit ihrem eigenen Mode-Label selbstständig gemacht. Nur ein Jahr später hat sie ihren ersten eigenen Store im Marais eröffnet. Ihre Entwürfe spiegeln tatsächlich etwas Ethnisches wieder in Form von Farben und Drucken. Verschiedene Völker und die Liebe zur Natur werden in ihren Kollektionen sichtbar. Zum Frühjahr/Sommer lässt sie sich allerdings vom Wetter inspirieren. So gibt es neblige Prints, erdige Farben und Metallic-Stickereien, die das Licht reflektieren sollen. Das Label ist u.a. bei Anthropologie Filialen weltweit sowie online zum Beispiel bei Yoox erhältlich. VK-Preise liegen bei 250 Euro für Blusen und 450 Euro für Jacken.

BY ZOÉ.
Zoé ist das Ergebnis der Zusammenarbeit dreier französischer Schwestern, die 2005 damit gestartet sind, Basic-Must-haves neu interpretieren zu wollen. Die Kollektion ist einzelteilig aufgebaut und bietet vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Inspirationen kommen aus der Natur und zeigen sich in Stickereien, Drucken und Strukturen. Details wie Drapés und Fältelungen werden verständlich und dezent übersetzt. Auch die Formgebung für Kleider, Tops und Röcke ist geprägt von Schlichtheit. Im VK liegen die Teile zwischen 120 und 750 Euro. Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen mit 80 Teilen. Bisher ist das Label bei Le Printemps, Revolveclothing.com und Shopbop.com vertreten. Den Vertrieb übernimmt Fashion Design Room, New York.

Stéphanie Vaillé. Ein moderner Bohemian-Look mit einer coolen Rock n’Roll-Attitüde – das ist der Look von Stéphanie Vaillé, die erst vor kurzem mit ihrem eigenen Label an den Start ging. In ihrer Kollektion, in der sie luxuriöse Materialien wie Leder und Pelz verarbeitet, kommt auch ihre Liebe zu Indien zum Ausdruck. So finden sich immer wieder traditionelle Prints und feine Stickereien auf den hochwertigen Teilen. EK-Preise liegen bei 70 Euro für Blusen und 155 Euro für Lederhosen.

75 Faubourg. Sie vereint die Liebe zu Paris und eine bestimmte Vision von Weiblichkeit. Laetitia Bosc und Laurence Poggi sind die kreativen Köpfe hinter dem französischen Labels 75 Faubourg und bringen zum Sommer ihre erste Kollektion unter diesem Namen heraus. Das Ziel der beiden war es, eine Hose zu entwerfen, die sich wie eine zweite Haut anfühlt. 75 Faubourg hat den Anspruch, urbanen Frauen eine außergewöhnliche Hose zu bieten, die durch ein sehr modernes Design überzeugt, aber gleichzeitig auch bequem und tragbar ist. Neben gedeckteren Tönen gibt es die Skinny-Hosen und Leggings auch in Metallic-Varianten mit „Meerjungfrauen-Glanz“. Die VK-Preislagen liegen im Schnitt bei 300 Euro. Le Printemps in Paris und Harvey Nichols in London haben das Label bereits geordert. Zu den ersten Händlern hierzulande gehören Jades in Düsseldorf, Linea Donna in Osnabrück sowie Ansary und La Jolie in München.

Eine ausführliche Analyse des Trends lesen Sie in der TextilWirtschaft 49 vom 6. Dezember 2012. Die digitale Ausgabe steht bereits am 5. Dezember 2012 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.