Alles, außer Winterstarre. Neue Namen bauen sich im hart umkämpften Outerwear-Markt auf. Sie punkten mit zugespitzten Kollektionen. Mit neuen Ansätzen für funktionale Features, stylische Layering-Looks oder aufgemotzte Urbanwear. Damit bereichern sie das modische Bild. Und setzen das Establishment der Jackenmacher unter Druck. Heiß Five: Das sind fünf heiße Kandidaten für frische Outerwear-Impulse:

Roundel London. Hier ist der Name Programm. Die Contemporary-Kollektion zieht ihre Inspirationen aus der englischen Hauptstadt. Das verfremdete Logo der Londoner U-Bahn kommt als Markenzeichen zum Einsatz. Auch sonstige ÖPNV-Elemente wie der Liniennetzplan der "Tube" sind wichtiger Bestandteil im Artwork-Baukasten der sportiven Styles. Neben modischen Outerwear-Pieces wie bedruckten Bomberjacken gehören auch Logo-Sweats, Hoodies und T-Shirt zum Portfolio. VK-Preise liegen bei etwa 300 Euro für Blousons, 400 Euro für Blazer und 100 Euro für Hoodies. Der Vertrieb läuft über den Lizenznehmer in Italien, die Slam Jam Srl mit Hauptsitz in Ferrara.

White Mountaineering. Der Promi unter den Geheimtipps. Spätestens seit ihrer Kooperation mit namhaften Partnern wie Barbour und ihrer Präsentation im vergangenen Jahr auf dem Pitti Uomo in Florenz sind sie einer etwas breiteren Kennerschaft präsent - die Looks des japanischen Designers und Labelgründers Yosuke Aizawa. Insbesondere der Einsatz von technischen Qualitäten ist seit der Gründung 2006 stilprägend für die Kollektion. Dieses besondere Know-how hat inzwischen auch Moncler erkannt, und Aizawa für die funktionale Unterlinie Moncler W als Designer verpflichtet. Preislich ist White Mountaineering in etwa auf Augenhöhe mit Moncler: Blousons kosten im VK zwischen 600 und 900 Euro, Gore-Tex Dufflecoats rund 1100 Euro.

OAMC. Over All Master Cloth hat eine lange Workwear-Tradition. Das Label gibt sich mit coolen, cleaneren Modellen nun einen zeitgemäßen, neuen Anstrich. Ergebnis sind Jacken zwischen Hightech-Attitüde und Großstadt-Charme. Performance-Qualitäten zeigen sich in modernen Schnitten. Der Stil wird dominiert von einem funktionalen Pragmatismus. Klare Linien dominieren. Der Activewear-Einfluss ist unverkennbar und die Workwear-Historie pulsiert in jedem Teil. Futurismus und Fashion halten Einzug, aber OAMC ist immer auch maskulin. Nicht nur bei Jacken, sondern auch mit Hemden, Strick, Schuhen und Accessoires. Die Jacken des Labels kosten im VK zwischen 500 und 1500 Euro.

Var/City. Viel Leder, viel Schwarz. Matt und Glanz wechseln sich ab. Eine moderne Schnittführung sorgt für Looks mit ordentlich Testosteron. Maskuline Outerwear zeigt sich runderneuert. Die typischen Looks des Labels definieren sich über knackige Blouson-Typen und Bikerjackets. Hier trifft Neopren auf Leder und Metall. Für eine athletische Optik. Power-Patches werden auf Protektoren-Art eingesetzt. Die VK-Preise der Jacken liegen bei rund 1000 Euro.

UEG. Wenn ein Grafiker sich endlich auch in Sachen Mode verwirklichen darf, sieht das etwa so aus, wie es UEG macht. Schwarz und Weiß prägen die Styles des Labels. Einer der bekanntesten polnischen Grafiker, Michal Lojewski, hat es 2004 gegründet. Er liebt architektonische Schnitte für expressive Layering-Ideen und ungewohnte Looks. Das Label hat sich seine Ansprüche an die Gesellschaft nicht nur auf die Fahnen geschrieben. Das so genannte Manifest von UEG steht in jeder Jacke selbst. Eine Story, die für Gesprächsstoff beim Verkaufen sorgt. Im VK kosten die Jacken rund 500 Euro.

In der TW 49 vom 4. Dezember 2014 wird das Outerwear-Segment intensiv beleuchtet: Status quo, Entwicklungen und Potenziale. Die digitale Ausgabe steht bereits am 3. Dezember 2014 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.