Nur noch ein paar Tage bis die Messen in Berlin starten. Höchste Zeit also, sich einen Laufweg zurechtzulegen. Mit Raum für neue Labels, die Spannung in die Sortimente bringen. Die Labels to watch in Berlin.



HOWSTY
ist ein Akronym aus dem Satz „Helping Others With Style“. Geholfen werden soll mit dem Vintage-Kelim-Boot, einem traditionellen Schuh, der mit handgewebten marokkanischen Decken – genannt Kelim – kombiniert wird. Die im Festival-Style anmutenden Stiefel werden so zu Unikaten. Das Innenleben aus Microfaser und Leder macht die Boots wintertauglich. Sie tragen das Prädikat „Made in Spain“ und werden dort auch von Hand gefertigt. In den Größen 36 bis 41 erhältlich, kann zwischen verschiedenen Leder-Tönen gewählt werden. Ab September sind die Stiefel auch in Schwarz, Grau und Oliv zu haben. Auch Ballerinas, Ponchos und Taschen bietet das Label dann an. In dieser Saison will Howsty den Vertrieb auf Österreich, Schweiz, Dänemark, Norwegen und Schweden ausweiten. Der Vertrieb in Deutschland läuft jetzt über Global Bohemians, Düsseldorf. Premium

LIIS JAPAN steht für die Verbindung aus japanischer Tradition und europäischem Stilempfinden. Dahinter steht Stylistin Liis Yoshiko, gefertigt und entwickelt wird die Kollektion in Italien. Typisch für Liis Japan sind anspruchsvolle Qualitäten wie feine Cashmere-Garne und zarte Seide, die teils im Mix verarbeitet werden. Lässig fließende Strick- und Jersey-Teile stehen im Fokus. Der Look: clean und urban. Besondere Linienführungen sorgen für Modernität. EK-Preise: 19 bis 39 Euro für Jerseys, 49 bis 89 Euro für Strick. Vertrieb: Komet und Helden, München.

ANNA STUDIO kommt aus dem Herzen von Paris. So ist auch der Look: Femininer Chic mit Raffinesse. Gemusterte Seiden-Jacquard-Hosen zur weißen Bluse, bedruckte Seidenshorts zum Jeanshemd. Drucke, kräftige Farben von Minze bis Rosé und Seiden-Qualitäten stehen im Fokus. Pro Jahr gibt es vier Kollektionen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Anna Studio über die Agentur Buhrs 3.0, Offenbach, eingeführt. EK-Preise liegen bei 30 bis 85 Euro für Blusen und Röcke, bei 70 bis 110 Euro für Jacken. Premium

WKSHP erinnert an Sommer und Rockfestivals. Dort werden die Shirts aus L.A. häufig gesichtet. Kein Wunder, sind sie doch die optimale Mischung aus Bohemian- und Hippie-Look für jedes Festival. Die Palette reicht von bauchfreien bis zu Vokuhila-Varianten, aber immer überschnitten und entspannt. EK-Preise liegen zwischen 20 und 40 Euro. In der neuen Kollektion werden die Shirts erstmals um Shorts und lange Hippie-Röcke ergänzt. Vertrieb: Flipmunich, München. Premium

BARRACUTA.
Schon Steve McQueen und Elvis sahen in dem knackigen Blouson aus dem Hause Barracuta sexy aus. Jetzt könnte der Evergreen, mit dem man auf jeder Vespa gleich einen, wenn nicht mehr Zacken schärfer aussieht, ein Comeback erleben. Denn ab sofort gehört das britische Unternehmen zum italienischen Hause WP Lavori in Corso, das auch hinter Woolrich steht. Damit wird die Kollektion neu belebt. Neben den Klassikern, den Blousons G9 und G4, wird eine komplette Kollektion mit verschiedenen Linien und rund 25 Modellen gezeigt. Von Unis bis Karos reicht die Palette. Den Vertrieb der Männer-Jackenlinie übernimmt für Deutschland Komet und Helden, München. VK-Preise liegen zwischen 199 und 479 Euro.

MARC BOUWER HYBRID. In Amerika ist Marc Bouwer bekannt für seine glamourösen Party-Dresses. Zu seinen Fans gehören Angelina Jolie, Beyoncé und Jennifer Lopez. Sexappeal und Glamour sind die Assoziationen, die sich mit seinen körperbetonenden, oft mit Strass oder Pailletten geschmückten Kleidern verbinden. In Deutschland wird jetzt seine Zweitlinie Marc Bouwer Hybrid über Flipmunich, München, neu eingeführt. Der Look mit Party- und Abendkleidern entspricht dem der Hauptlinie. Die Preise sind deutlich günstiger mit EKs um 145 Euro. In den USA gehören Saks, Bloomingdales und Barney’s zu den Kunden. Premium

OLOW. Handwerk, Qualität, Regionalität – das steht für die Macher von Olow im Vordergrund. Das französische Label wurde 2006 lanciert und bietet Shirts, Hemden und Jacken für Jungs sowie Print-Shirts für Mädels. Modisch – und immer etwas anders als bei der Konkurrenz. Es gibt diverse Kooperationen mit europäischen Künstlern. Alle Teile werden in Portugal gefertigt. T-Shirts starten bei 30 Euro, Jacken bei 130 Euro, Caps gibt es für rund 50 Euro im VK. Vertrieb: A-Game Distribution, Berlin.

MINKPINK. Gegründet wurde das Label 2005 in Australien. Seitdem hat es auf dem roten Kontinent zahlreiche Händler überzeugt. Und nicht nur dort: Auch hierzulande hat Minkpink bereits Fans gefunden. So gibt es die Teile zum Beispiel bei Urban Outfitters oder Asos. Die Macherin Rachel Evans will mit der Kollektion einen Mix aus Flohmarkt-Look, Laufsteg-Trends und Streetstyle anbieten – und das zu moderaten Preisen. Tops liegen im VK zwischen 46 und 60 Euro, Kleider zwischen 70 und 100 Euro, Strick startet bei 75 Euro. Das Ganze bei einer Kalkulation von 2.6 bis 2.7. Den Vertrieb hat die Berliner Agentur A-Game Distribution übernommen.

FEIYUE. Erstmals produziert wurde Feiyue-Schuhe in den 1920ern in Shanghai. 2006 haben Franzosen das Traditionslabel aufgekauft – nun soll die Expansion in Europa voran getrieben werden. 1000 POS werden mittlerweile in Frankreich mit den Sneakern beliefert, im Rest der Welt sind es aktuell zarte 100. Die Zahl soll schnell wachsen, dafür sorgen soll unter anderem der Auftritt auf der Bread&Butter, wo die Kollektionen für Mädels und Jungs gezeigt werden. Charakteristisch für die Modelle ist der Doppelpfeil – der etwas an das Labeling von Hummel erinnert. Die Schuhe kosten im VK zwischen 50 und 90 Euro.

DEUS EX MACHINA. Angefangen hat die Geschichte des Labels 2006 – und zwar mit Motorrädern. In Sydney starteten die Macher in einer Werkstatt damit, Maschinen zu bauen, die auf die Wünsche der Käufer angepasst wurden. Doch Deus sollte mehr sein als ein Markenname. Nämlich eine Kultur, inspiriert von Motoren, Skateboarding und Surfen. Mittlerweile gibt es auch Fahrräder von den Australiern – und eine Kollektion für Männer. Interessant sind Print-Shirts und –Pullover, die bei 39 Euro im VK starten (Kalkulation: 2.6). Es gibt auch Hemden und Jacken, insgesamt sind es 150 Teile. Vertrieben werden sie hierzulande von Brandpool, Offenbach. Bread&Butter, Sport&Street + D.O.C.K

360° Sweater bieten eine große Bandbreite an Kuscheligem: Jacken, Mäntel, Capes aber hauptsächlich Pullover aus Baumwoll-Garnen oder Kaschmir in Pastelltönen, Knallfarben oder Nudes. Details wie nach außen gedrehte Nähte oder Lochmuster werden mit neuen Schnittführungen gezeigt. Heraus kommt eine tragbare, vielseitige Kollektion. Pullover aus Baumwolle beginnen im EK bei 57 und Kaschmir bei 83 bis 104 Euro. Baumwoll-Jacken kosten 66 Euro, Kaschmir-Jacken zwischen 120 und 176 Euro. In Deutschland wird das Label über die Modeagentur Flessa vertrieben.

Almala. Dahinter stecken die Italienerinnen Alessandra, Maria Vittoria und Laura, die aus ihren ersten beiden Buchstaben des Vornamens Almala gebildet haben. Die Idee: Exklusive Taschen für alle, die etwas Ausgefallenes haben, aber nicht gleich ein halbes Vermögen dafür bezahlen möchten. Die Kollektion umfasst zwölf Modelle in zwölf verschiedenen Farbtönen. Typisch für die Taschen sind Ringe als Halterungen, von Gold bis Horn, die variabel zu den Taschen ausgesucht werden können. Alle Taschen werden in Italien gefertigt und kosten je nach Leder zwischen 115 und 244 Euro (für Python). Der Vertrieb in Deutschland läuft über die Düsseldorfer Agentur Mimi Paatzsch, The Agency.

Bjørg
. Designerin Bjørg Nordli-Methiesen entwirft ungewöhnlichen Schmuck: Fächer aus Ponyhaar, krallenartige Mehrfingerringe, Ketten aus Rohdiamanten. Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen aus 925 Silber und einer Odyssey Kollektion aus Bronze, basierend auf 18 karätigem Gold. Jedes Stück wird von Hand gefertigt. Love-Charms beginnen im Einkauf bei 20 Euro, Ketten, Ringe, Armbänder liegen zwischen 60 und 90 Euro, ausgefallene Stücke bei 200 Euro. Vertrieb: Adamski&Caramia, Düsseldorf.

Cathrine Hammel. Die Norwegerin Cathrine Hammel nennt ihre Kreationen selbst Contemporary Classics. Doch was in Helsinki als Klassiker durchgeht, gilt anderorts als absolut modern. Zumal Klassiker im Moment ja ohnehin angesagt sind. So sind Tüllröcke in saisonal wechselnden Farben ein Basic in der Kollektion. Aber auch kleine Angora-Cardigans in Nudetönen mit abnehmbaren Tüll- oder Pelzkragen, cleaner Merino-Strick, Shirts mit Bubikragen, Seidenblusen mit abnehmbarer Riesenrüsche oder konfektionierte Flanell-Tops gehören zum Look. Kleine, oft abnehmbare Details, sorgen für die besondere Wirkung. Jetzt startet das Label mit dem Export und will mit EK-Preisen von 65 bis 200 Euro Anspruch zu bezahlbaren Preisen bieten.

Artisan de Luxe mixt Kunst-Handwerk mit Mode. Irgendwo zwischen Vintage, Bohemian und Workwear angesiedelt, finden sich lässig geschnittene Jeans, dünne Pullover mit kontrastfarbigen Einsätzen oder aufgesetzten Mustern. Auch schlichte Hemden oder Hemden mit auffälliger, kontrastfarbigen Manschetten, Krägen oder Passen sind zu finden. Die beiden Gründer profitieren von jahrelanger Erfahrung. Designer Philippe Naouri arbeitete für Diesel, G-Star, Levi’s , Replay und American Eagle. Sein Partner Jay Furrow ist zuständig für Finanzen, Vertrieb und Marketing. Das Label gründeten sie im Sommer 2009. Vertrieben wird Artisan de Luxe in Deutschland über Fashion Design Room, New York.

East Cloud bietet Schals in allen Variationen: bedruckt, bestickt, gehäkelt, gestrickt, mit Spitze, behängt mit Troddeln, verziert mit Perlen, Pelz und Federn. Da gibt es einen blassgelben Schal in einem Mix aus Spitze und Häkeloptik, einen durchsichtigen Seidenschal mit Leo-Print, sowie leichte Baumwollschals mit Pailetten als Dégradé. Weiter werden noch Hüte und Handschuhe angeboten. Klassische Formen wie Fischerhüte oder weibliche Schiebermützen aus Kord, Wolle oder Jeans, verziert mit Leo-Patches, Schleifen mit Strass oder Blumen prägen das Bild. Handschuhe gibt es aus Leder oder Wolle, mit Pelzapplikationen, Strass oder Spitze. Insgesamt gibt es 80 Modelle in der Kollektion die alle im EK bei etwa 30 Euro liegen. In Deutschland wird das Label von Fashion Design Room, New York.

Naïve begann mit einer Socke. 2012 vom Unternehmer Juan Padilla gegründet, bestand die erste Linie der Marke aus Strümpfen. Später wurde sie um „Naïve Back to Basics“ erweitert: einer einfachen, komfortablen Basic-Kollektion von hoher Qualität. Das ganze Jahr tragbar, sollen die simplen Styles mit modernen Teilen kombiniert werden. Schmale Baumwollhosen, lässige Struktur-Strick-Pullis, transparente Blusen und Fein-Strick-Pullis gehören zum Repertoire. Hauptsächlich in Naturtönen, aber auch in warmen Farben wie Aubergine und Kirschrot. Gefertigt wird in Portugal und Spanien. Tops kosten im EK zwischen 12 und 30 Euro, Strick zwischen 30 und 50 Euro sowie Kleider und Blusen zwischen 30 und 60 Euro. Vertrieben wird das Label von der Agentur Global Bohemians, Düsseldorf.

Sondra Roberts. Die Kreationen des amerikanischen Taschenlabels Sondra Roberts sind fast schon eher Schmuckstücke als Taschen. Clutches sind mit Pailletten, Perlen oder Schmucksteinen besetzt oder mit Rüschen, Stoffblüten und Federn bestickt. Für tagsüber gibt es auch lässige Hobos und Schultertaschen. Das Label aus New York gibt es seit über 30 Jahren. Es ist dort u.a. bei Bloomingdale‘s und Nordstrom vertreten. In Deutschland wird die Linie neu über Flipmunich, München, vertrieben. EK-Preise: 60 bis 100 Euro.