Der Modemarkt lebt vom Wandel, von permanent neu geschürter Begehrlichkeit wie kaum ein anderes Business. Das gilt besonders für das modisch-progressive Segment. Für Händler bedeutet das jede Saison aufs Neue: Den Blick für neue Labels schärfen, die Sortimente so bestücken, dass die informierteste Kundin auf der Fläche überrascht wird, aber auch die, die nach kommerzielleren Produkten Ausschau hält. Gerade im Hinblick auf die Düsseldorfer Messetage, die kommendes Wochenende auf dem Plan stehen, stellen sich die Fragen: Welche Aufsteiger bringen Spannung ins Sortiment? Auf welche neuen Labels lohnt es sich, einen genaueren Blick zu werfen? Auf diese zum Beispiel:

Anna Studio
kommt aus dem Herzen von Paris. Denn dort liegt das Studio des Familienunternehmens und ein Teil der eigenen Produktionsstätten. So ist auch der Look echt französisch, pariserisch: Femininer Chic mit Raffinesse und verspielten Details. Da gibt es gemusterte Seiden-Jacquard-Hosen zur schlichten weißen Bluse oder bedruckte Seidenshorts zum simplen Jeanshemd. Eben immer Schlichtheit mit Eleganz gepaart für alle Gelegenheiten. Viele Drucke, kräftige Farben von Pfefferminz bis Rosé und viele Seiden-Qualitäten stehen zum nächsten Frühjahr im Mittelpunkt. Pro Jahr gibt es vier Kollektionen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Anna Studio neu über die Agentur Buhrs 3.0, Offenbach, eingeführt. Die EK-Preise liegen bei 30 bis 85 Euro für Blusen und Röcke und etwa 70 bis 110 Euro für Jacken. Showroom Düsseldorf: Am Binnenwasser 6 .

Barena
ist inspiriert von der Kultur und der Tradition Venedigs. Natürliche Materialien wie Wolle und Leinen werden detailgetreu verarbeitet. Das Ergebnis sind lässige, leichte Teile, die selbstverständlich daherkommen. Es gibt 40 Styles, unter anderem unkonstruierte Blazer mit offenen Kanten, Strickjacken, Leinen-Anzüge, Taschen und Schals. Es entstehen zwei Kollektionen pro Jahr, den Vertrieb für Deutschland hat die Agentur Toepfer in Düsseldorf übernommen. Die EK-Preise für Blazer liegen bei 100 Euro und starten für Jacken ab 189 Euro. Showroom Düsseldorf: Agentur Toepfer, Rather Straße 49C.

Elena Hecker
hat ihre Designkarriere eigentlich 2005 mit Abendtaschen begonnen. 2008 kam dann die Schmuck-Kollektion unter dem Namen der Düsseldorfer Designerin hinzu, für die sie inzwischen fast schon bekannter ist. Venezianische Kristalle treffen dabei auf Murano Glassteine, üppige Ohrringe auf filigran gefertigte Ketten. Per Lasertechnik aufwendig ausgeschnittene Ohrringe und Anhänger gehören ebenso zum Portfolio wie vielfältig verschlungene Halsbänder. Laufstegtrends, gepaart mit italienischem Understatement, lautet das Credo von Elena Hecker. Dabei liegen die VK-Preise im Schwerpunkt zwischen 150 und 500 Euro.

Howsty
ist ein Akronym aus dem Satz „Helping Others With STYle“. Geholfen werden soll mit dem Vintage Kelim Boot. Einem traditionellen Schuh, der mit handgewobenen marokkanischen Decken – genannt Kelim – kombiniert wird. Die im Woodstock-Style anmutenden Stiefel werden dadurch zu Unikaten. Das Innenleben aus Microfaser und Leder macht die Boots auch wintertauglich. Sie tragen das Prädikat „Made in Spain“ und werden dort auch von Hand gefertigt. In den Größen 36 bis 41 erhältlich, kann zwischen verschiedenen Leder-Tönen wie Beige, Mittelbraun und Dunkelbraun gewählt werden. Ab September sind die Stiefel außerdem in Schwarz, Grau und Armeegrün zu haben. Auch Ballerinen, Ponchos und Taschen bietet das Label dann an. Der Vertrieb in Deutschland läuft über Global Bohemians, Düsseldorf. Showroom Düsseldorf: Global Bohemians, Hildebrandtstr. 11 Hinterhof.

Jupe by Jackie
, das sind von Hand bestickte Krawatten und Fliegen. Die Handarbeit verleiht dem Halsschmuck einen subtilen Vintage-Anstrich, das Design bleibt klassisch. Hauptsächlich in Seide gefertigt, gibt es den Halsschmuck kariert, gestreift, mit Blumen-Mustern, gepunktet oder meliert. Farblich sind sie von Braun und Rot über Tannengrün bis hin zu Ocker und Rot erhältlich. Das Label wurde von Jackie Villevoye Anfang 2010 gegründet. Sie war zuvor als Innenausstatterin und Kunstsammlerin tätig. Nachdem die Krawatten und Fliegen bereits in Paris, Florenz und London gezeigt wurden, sollen sie nun auch hierzulande bekannter werdensind sie nun in Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Korea, Kuwait und vor alllem in Japan, Italien und den USA vertreten. Die EK-Preise starten bei 40 und enden bei 150 Euro. Vertrieben wird das Label von der Designerin selbst über jupebyjackie.4ormat.com.

Minkpink 
wurde 2005 in Australien gegründet. Seitdem hat es auf dem roten Kontinent zahlreiche Händler überzeugt. Und nicht nur dort: Auch in Europa hat Minkpink bereits Fans gefunden. So gibt es die Teile zum Beispiel bei Urban Outfitters oder Asos. Die Macherin Rachel Evans will mit der Kollektion einen Mix aus Flohmarkt-Look, Laufsteg-Trends und Streetstyle anbieten – und das zu moderaten Preisen. Tops liegen im VK zwischen 46 und 60 Euro, Kleider zwischen 70 und 100 Euro, Strick startet bei 75 Euro. Das Ganze bei einer Kalkulation von 2.6 bis 2.7. Den Vertrieb hat die Berliner Agentur A-Game Distribution übernommen. Showroom Düsseldorf: 5 Möbel, Am Heerdter Hof 18.

Mus steht für anspruchsvolle Casualwear auf höchstem Niveau. Gegründet wurde die Linie 2010 von der Belgierien Myriam Ullens de Schooten. Aus ihren Initialen leitet sich auch der Name der Kollektion ab. Auf Reisen war die Belgierin unentwegt auf der Suche nach bequemen, lässigen Teilen mit Anspruch. Gemeinsam mit Designerin Véronique Leroy ist so Mus entstanden. Lässige Strickhüllen, ausdrucksstarke Lederteile, Jacken und Mäntel mit abnehmbaren Pelzkragen. Der Look ist immer understated, die Qualitäten luxuriös mit Cashmere, soften Veloursleder, Doubleface-Stoffen und Pelz. Für manchen ist Mus die coolere Alternative zu Brunello Cucinelli. VK-Preise liegen für Strick zwischen 498 und 2500 Euro. Kleider kosten im VK 1000 bis 1500 Euro und Leder zwischen 800 und 3500 Euro. In Deutschland wird Mus über die Agentur Bernd Schürmann, Berlin, eingeführt.

Palmer/Harding
setzt sich aus den Nachnamen der beiden Designer zusammen, die hinter dem Label aus Großbritannien stehen. Levi Palmer und Matthew Harding trafen sich 2007 am Central Saint Martins College of Art and Design und begannen zwei Jahre später zusammen zu arbeiten. Zum Frühjahr/Sommer 2012 launchten die beiden offiziell ihre gemeinsame Linie, die die Ästhetik des Hemdes in den Mittelpunkt stellt. Die progressiven Hemden für Männer und Frauen sind unter anderem inspiriert von dem Fotografen Ingar Krauss sowie Couture-Details aus den 30er Jahren. Die gesamte Kollektion wird in Großbritannien gefertigt, zum Einsatz kommen Materialien wie feinste Schweizer und ägyptische Baumwolle sowie Perlmutt-Knöpfe aus Deutschland. EK-Preise liegen im Durchschnitt bei etwa 150 Euro, die VK-Preise bei 420 Euro. Online ist das Label bei Avenue32.com erhätlich.

Ports 1961
könnte zu einem neuen, sicheren Hafen für modern gemachte Konfektion werden. In Amerika gehört die Kollektion schon längst zu den heiß gehandelten, gut besprochenen Aufsteiger-Labels. Jetzt startet die Linie auch in Deutschland. Die Agentur Bernd Schürmann, Berlin, führt die Linie in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Und zwar für DOB und HAKA. Der Look von Ports 1961 ist erwachsen und angezogen, clean und urban. Sauber verarbeitetes Tailoring, hochwertige Materialien und aufwendiger Material-Patch prägen die Handschrift des Labels, das 2004 von Designerin Tia Cibani lanciert wurde. Pro Jahr werden zwei Pre- und zwei Hauptkollektionen präsentiert. In Mailand gibt es als Europa-Zentrale einen großen Showroom. In New York wird die Laufsteg-Kollektion präsentiert. VK-Preise liegen zum Beispiel um 500 Euro für einen Rock, Kleider kosten 1000 Euro. Zu den ersten Kunden hierzulande gehören Apropos Coeln und Quartier 206, Berlin.

Wkshp, sprich Workshop, erinnert an Sommer, Strand und Rockfestivals. Dort werden die Shirts aus L.A. auch häufig gesichtet. Kein Wunder, sind sie mit ihren ethnisch bis grafisch inspirierten Prints und lässigen oversized Styles doch die optimale Mischung aus Bohemian- und Hippie-Look für jedes Rockfestival. Die Palette reicht von bauchfreien bis zu Vokuhila-Varianten, aber immer überschnitten und entspannt. EK-Preise liegen zwischen 20 und 40 Euro. In der neuen Kollektion werden die Shirts erstmals um Shorts und lange Hippie-Röcke ergänzt. Vertrieb: Flipmunich, München. Premium Order Düsseldorf - Standnummer D-11

Eine große Auswahl an neuen oder noch nicht so weit verbreiteten Kollektionen finden Sie im Labels to Watch-Sonderheft. Es liegt der TW 30 bei, die am 26. Juli 2012 erscheint.