Verlässliche Kollektionen mit hoher Rentabilität stehen zurzeit im Fokus des Einkaufs. Zugleich muss der Modehandel den Kunden Besonderheiten bieten. Überraschungsmomente. Highlights. Damit die Kunden staunen können. Damit sie kaufen und gerne wieder kommen. Dazu dienen Labels to watch. Ein Schwung neuer Labels mit Highlight-Potenzial:

Zoeppritz since 1828. Dazu gehört in der zweiten Saison neben Heimtextilien – mit denen das Unternehmen Zoeppritz since 1828 seit 185 Jahren am Markt vertreten ist – eine kleine, feine DOB-Kollektion mit rund 25 Teilen. Geometrie ist das zentrale Stilelement der Frühjahrskollektion, unterstützt durch das Farbspiel zwischen sattem Blau und Camel. Fließende Hosen-Styles treffen auf verkürzte Oberteile in Trapezform, das hochgeschlossene, brave Hemdblusenkleid in Denimoptik auf eine Eggshape-Lederjacke mit Stand. Die EK-Preise starten für Shirts bei rund 92 Euro, für Kleider bei 137 Euro und für Hosen bei 148 Euro – bei einer Aufschlagskalkulation von 2,6. Vertrieb über Zoeppritz since 1828, Heidenheim.

Matchless. Die Bikerjacke ist das Herzstück der Kollektion von Matchless, dem ältesten Londoner Motorrad- und Automobilhersteller, deren Ready-to-wear-Linie für Damen und Herren von der italienischen Familie Malenotti umgesetzt wird, der einst Belstaff gehörte. Die 60 Teile umfassende HAKA-Kollektion und 40 DOB-Modelle mit Kate Moss als Testimonial. Die Kollektion ist zu 100% made in Italy – und wird hierzulande von Kunden wie Lodenfrey in München geführt. „Wir machen bezahlbaren Luxus“, sagt Matchless-CEO Michele Malenotti über die Jacken, die im EK-Schwerpunkt zwischen 349 und 449 Euro kosten. Neben Jacken gibt es auch Schuhe und Accessoires (EK zwischen 299 und 449 Euro). Der Vertrieb läuft über die Agentur Aschauer, München.

Ika Babel. Wer besitzt schon einen Arm-Turban? Wer eine Sternbrosche aus Perlrochenleder? Was Irina Kaschuba mit ihrem jungen Accessoires-Label Ika Babel an die Frau bringen will, besetzt eine Nische. Nachhaltig, denn alle Teile sind aus wiederaufbereiteten Ledern oder aus Leder-Verschnitt hergestellt. Butterweich sind die wendbaren Bracelets. Die „Turbane“ sind dafür komplett elastisch: Der dekorative Perlrochen-Ring sitzt auf einem breiten Jerseyband. Die Armbänder, Turbane und Broschen gibt es in vielen Farben.Im EK liegen die kleinen Teile von 21 Euro (Turban) bis 53 Euro für ein Bracelet mit vergoldetem Verschluss. Der Vertrieb läuft über Pressmar Agency Berlin.

Gino-B. Was für Frauen der Ugg-Boot, könnte für Männer der Gino-B.-Sneaker werden. Denn bei den Schuhen des Labels aus den Niederlanden handelt es sich um Hybrid-Sneaker, die für den Winter auch mit Lammfell-Futter ausgestattet sind. Typisch für Gino-B.-Styles neben der fast eleganten Optik ein Korkfußbett, das sich jeder Fußform anpassen soll. Auch Materialmix aus Velours- und Glattledern ist typisch. Für Männer gibt es drei Modelle in verschiedenen Farben. Für Damen werden außerdem Modelle mit Goldschimmer, Blumen-Prints und mit Snake-Optik gezeigt. Im VK kosten Gino-B.s im Sommer um 199 Euro, im Winter 279 Euro. Der Vertrieb läuft über Komet und Helden, München.

Black Kaviar. Streetwear: ja. Einfache T-Shirts: bitte nicht. Black Kaviar will Streetwear mit Design-Anspruch bieten. Teile, wie man sie auf der Bühne sieht bei Stars wie Jay-Z, Chris Brown oder Kayne West. Heißt: Sweats oder Parka kommen mal mit Lederärmeln und -applikationen, Tanktops mit Reißverschluss-Details. Das französische Label, das in dieser Saison lanciert wurde, bietet rund 70 Teile, vom Shirt bis zum Blouson. Dahinter stehen die Macher von TwoAngle, einem Label, das man sich durchaus auch mal genauer anschauen kann. EKs für Black Kaviar starten bei 14 Euro für Tanktops und gehen bis 59 Euro für Jacken. Der Vertrieb läuft über Urbanstyles, Köln.

NSF Denim steht für coole Jeans mit Understatement. Die Kollektion wurde bereits 2005 von Nick Friedberg lanciert. Allerdings nur für Männer. Seit 2012 gibt es nun auch eine Damenkollektion, die dem Look der Herren entspricht. Ein bisschen boyish, aber immer sexy - so soll der Look sein. Es werden ausschließlich japanische Denims verarbeitet. Das erklärt auch den Preis mit EKs um 155 Euro. Die Silhouette reicht von geraden bis zu Slouchy-Fits in vielen authentischen Vintage-Waschungen. Sweats und Hoodies ergänzen den Look. Die Kollektion wird in Deutschland neu über die Agentur Schramm-Badenhop vertrieben.

Papis Loveday Jeans. Innovativ im Style, kommerziell in den Preislagen, das möchte das neue Denim-Label Papis Loveday Jeans sein. Das Label des männlichen Models Papis Loveday ist in Zusammenarbeit mit der Münchner Agentur Ben And GmbH entstanden, die sich um den Vertrieb kümmert. Für das Design wurde die Designerin Laura Pastrello verpflichtet, die auch für Marken wie Diesel und Mauro Grifoni arbeitet. Gewaschen, gefärbt oder koloriert – es gibt die beiden Linien Colored und Couture Denim, je für Damen und Herren. Jeweils rund 20 Modelle, immer in innovativen Waschungen und vier Passformen – und mit einer 3er-Kalkulation. Die Hosen sollen im VK zwischen 119 und 169 Euro kosten.

Delicate.Love In das holländische Strick-Label haben sich in kurzer Zeit bereits viele etablierte Händler Hals über Kopf verliebt. Seit 2012 am Markt, zählt Delicate.Love rund 100 Kunden, von Konen in München bis PKZ in Zürich. bis hin zu den selbstständigen Verkaufshäusern von P&C, Düsseldorf. Delikat sind vor allem die Preislagen: 100% Kaschmir startet bei 139 Euro im VK, Mischungen in Kaschmir/Seide bei 89,90 Euro und 100% Baumwolle bzw. Leinen bei 49,90 Euro. Produziert wird in eigenen Werken in Madagaskar. Ob Cardigan oder Kleid: der Look ist lässig, aber immer mit liebevollen Details versehen. Dazu zählen Patches in Kontrastfarben und Ripsbänder, die im Nacken gebunden werden. Vertrieb: Brandpool, Offenbach.

Nadiamari ist benannt nach seiner italienischen Designerin, die das Label 2008 gegründet hat. Zuvor war die Italienerin unter anderem für Prada, Valentino und Byblos tätig. Mehrfarbige, auffällige Prints und Silhouetten in grafisch-moderner Linienführung prägen den Look ihrer eigenen Kollektion. Shirts, Kleider und Tuniken bilden den Kern der Linie. Seide, Baumwolle, aber auch Spitzen-Einsätze sind typisch. In Deutschland wird die Kollektion neu über die Düsseldorfer Agentur Rosenthal Trading eingeführt.

Les Eclairs hat in diesem Fall nichts mit der französischen Süßigkeit zu tun, könnte aber auch für starke Begehrlichkeit sorgen. Denn das neue Label steht für Streetstyle, chic und hochwertig übersetzt. Oder für Pariser Chic, aber cool. Jogginghosen mit Les Eclairs-Print auf dem Po, Lederjacken mit Neopren-Kapuzen im Digital-Print, Lederhosen mit Zipper auf der Bein-Innennaht, Pelz im Farbverlauf und Bikerboots, die außen harmlos aussehen, innen einen 9cm hohen Heel haben, gehören zum Look. Das hat seinen Preis T-Shirts kosten im VK 120 bis 200 Euro, Lederjacken können je nach Dekor bis zu 1800 Euro kosten. Les Eclairs gibt es für Frauen und Männer. In Deutschland wird die Kollektion über Unifa, Düsseldorf, eingeführt.

Clover Canyon. Winterdepression adé. Ein Berg voller Glück – das ist die wörtliche Übersetzung des Labels aus Kalifornien. Und genau das soll die Mode von Clover Canyon vermitteln: pure Lebensfreude, die durch jede Menge Glückshormone ausgelöst wird. Dafür sorgen vor allem die hochfarbigen Prints auf Jacken, Kleidern, Blusen, Hosen und Röcken. Der kreative Kopf hinter der Marke ist Rozae Nichols. Moderne Digitalfotografie trifft auf traditionelle Muster wie Paisleys und Streifen.
Alle Teile werden in Los Angeles designt und produziert. Clover Canyon ist bei ausgewählten Händlern weltweit erhältlich. In Deutschland führen das Label bereits Unger in Hamburg, Flip in München und Best in Stuttgart. EK-Preise: 90 bis 150 Euro.

NAVIIV. Kappen liegen voll im Trend. Muster auch. Das hat man auch in München bemerkt, und so haben Marco Halbinger und Adrian Kabl in diesem Jahr ihr Cap-Label NAVIIV aus der Taufe gehoben. Dabei soll Streetwear gepaart werden mit Design-Einflüssen. In der ersten Kollektion gibt es sechs verschiedene Modelle, vom Galaxy-Print bis zum Vogelmuster. Sie sind etwas schmaler geschnitten als die typischen Baseball-Caps. „Unser Schnitt lehnt sich an eine in den 90ern entstandene Form an, die wir persönlich seit Mitte der Neunziger tragen“, erklärt Kabl. Die Teile starten im VK bei 59 Euro, Modelle mit Leder kosten 79 Euro. Der Vertrieb läuft über das Label selbst.

Jenny Grettve ist ein Multitalent. Sie hat Architektur, Mode- und Möbeldesign studiert, ist Profi-Pianistin, aber schließlich ist sie in der Mode gelandet. Ihre erste Kollektion präsentierte die Schwedin 2010. Skandinavisch, architektonisch, geradlinig ist auch ihr Look. Klar gezeichnete Linien, markante Nahtführungen und teils skulpturale Formen für schlichte Kleider, Hosen und Jacken sind typisch für den Look. Pro Jahr werden zwei Kollektionen aufgelegt. Kleider kosten ab 150 Euro im VK.

De Pietri kommt aus Italien, genauer aus Cortina d’Ampezzo, und will Innovation und Anspruch in Kaschmir bieten. Neue Färbetechniken und anspruchvoller Materialmix kennzeichnen die DOB-Kollektion. So gibt es Tops mit gewaschener, überfärbter Lederfront, Strick mit Leder-Applikationen, der dann noch mal überfärbt wird. Auch Dip Dye- und Batik-Optiken spielen bei De Pietri eine Rolle. Es gibt zwei Kollektionen pro Jahr. In Deutschland wird die Kollektion neu über die Düsseldorfer Agentur Toepfer vertreten. EK-Preise 100 bis 120 Euro.

Smaak Amsterdam. Begehrliche Taschen-Kollektionen im mittleren Preissegment – die sucht der Einkauf jede Saison aufs Neue. Das junge Label aus Amsterdam hat eine solche Kollektion in petto. Sophisticated, aber alltagstauglich. Modern, aber zeitlos. Feminin und jung. Das sind die Attribute, die die rund 20 Modelle aus Leder pro Saison mitbringen: anschmiegsame Beutel mit auffälligen Zippern, innovative Zugbeutel und Rucksäcke, weiche Köfferchen und Shopper, im VK ab 200 Euro. Ergänzend gibt es Portemonnaies, kleine Etuis, Armbänder und Schlüsselanhänger. Pro Jahr kommt Smaak Amsterdam mit zwei Kollektionen, in jeder Saison gibt es zehn neue Trendfarben, produziert wird in China. Email: info@smaakamsterdam.nl.

Sloe. Sloe ist das englische Wort für Schlehe, eine Frucht, die früher als Symbol für Wiedergeburt und Neuanfang galt. „Das Rohe und das Zarte, das diese Pflanze vereint, und ihre metaphorische Bedeutung passt zu unseren Designs, die häufig scheinbar Konträres miteinander verschmelzen“, erklärt Designerin Antonia Siegmund, die das Label Sloe gemeinsam mit dem Art Director Matthias Last vor einem halben Jahr gegründet hat. Die Basis bilden 15 Produkte, die in regelmäßigen Abständen ergänzt werden. Ausgangspunkt und Herzstück sind Unisex-Taschen aus feinstem Nubuk-Leder im schlicht-eleganten Design zum EK von 227 Euro. Sie werden von ebenso puristischen und zeitlosen, androgynen Sakkos, Hosen und Pullis aus Seide und Schurwolle in einer coolen Neuinterpretation klassischer Schnitte ergänzt.

Maypol. Wedges in Espadrille-Machart, Velours-überzogen, aus Kork oder mit Bastflechtung. Das macht die reine Damenschuh-Kollektion aus, die von einer ehemaligen Donna Karan-Designerin entworfen und in Alicante gefertigt wird. Das Obermaterial: mal Glatt-, mal Lack-, mal Métallisé-Leder. Keiner der rund 160 modernen Sommer-Styles liegt im EK über 36 Euro. Über Kurt Denkstein, Düsseldorf/Wien.

Jakett steht, wie der Name schon vermuten lässt, für Jacken. Denn das Label aus New York sieht sich als ideale Ergänzung zu allen Premium Denims. Der Look ist damit klar: Es geht um lässige, oft Vintage-gewaschene Jacken in Leder, Baumwolle oder im Materialmix. Bikerjacken gibt es da ebenso wie Modelle im Jeansjacken-Stil, lässige Hemdjacken und Blazerformen ebenso wie Fieldjacket-Typen. Jakett gibt’s seit rund sechs Jahren. Im EK kosten die Jacken zwischen 149 und 189 Euro. In Deutschland wird die Kollektion neu über Stephan Dietz, Hanau, eingeführt.