Berlin ist vorbei, Düsseldorf gelaufen. Jetzt geht es an die Auslese: Welche Namen haben das Zeug, die Sortimente mit neuem Drive aufzuladen? Wo sind sie, die potenziellen Kassenschlager und Umsatzbringer? Pünktlich zur heißen Orderphase ein Schwung neuer Labels to watch, zusammengestellt von der Moderedaktion der TW:

Elan. In Amerika ist das DOB-Label schon seit fünf Jahren auf dem Markt und wird mittlerweile an mehr als 7000 POS verkauft. Jetzt führt es die Agentur Fashion Freaks aus Mönchengladbach auch auf dem deutschen Markt ein. Angeboten wird eine Mischung aus Kleidern, Shirts, Cardigans, Overalls und Strick, die perfekt zum aktuellen Seventies-Trend passen. Gehäkeltes, Fransen, Blümchenmuster und Batik-Styles prägen die Kollektion. Die Preise liegen bei 20 bis 30 Euro für Kleider im EK und 30 Euro für Cardigans. Interessant ist auch die Marge, die mit 2.9 bis 3.8 angegeben wird. Produziert wird ausschließlich in den USA. Der Vertrieb läuft über Fashion Freaks, Mönchengladbach.

Temple. Rucksäcke, Beutel, Taschen – das bietet das britische Label Temple. Canvas, Gummi und Leder werden zu cleanen aber doch besonderen Teilen verarbeitet. Gegründet wurde Temple vor einem Jahr in London, im Juli haben die Schwestern ihre Produkte auf der Bread&Butter in Berlin präsentiert. Die EKs starten bei 32 Euro und reichen bis zu 140 Euro.

Douuod. Das Label steht gleichermaßen für eine Modelinie für Frauen und Kinder. Dabei sorgen in beiden Fällen anspruchsvolle Materialien und ausgefallene Details für den besonderen Look. Bei der Kollektion für die Mütter steht eine lässige Eleganz im Mittelpunkt. Viele der Outfits sind den ganzen Tag über zu jeder Gelegenheit tragbar. EK-Preise für Kleider liegen zwischen 100 und 140 Euro bei einer Kalkulation von 2.8. Der Vertrieb hierzulande läuft über die Adventure Agency, Marc Kofler

Delage, 10 Cheptow Road, London, W2 5BD, T: +442077924949
Delage, 10 Cheptow Road, London, W2 5BD, T: +442077924949
Delage. Das französische Taschenlabel setzt auf Pariser Eleganz. Inspiriert von den Delage-Autos der 20er Jahre erinnern die Taschenformen an deren Kühlergrills. Die Modelle kommen ohne viel Verzierung aus, Uni in starken Farben wie Dunkelblau und Himbeerrot. Dafür wertig in der Qualität: Schlangen-, Kalbs- und Lammleder, handgefärbt. Im Verkauf zwischen 170 Euro (kleine Lederclutch) bis 717 Euro (große Schlangenleder-Bags). Der Vertrieb läuft über das Label selbst.

Bélier. Der Mix macht’s. Der kreative Einsatz unterschiedlicher Materialien ist eines der zentralen Elemente der Kollektion von Hanna Erz. Unter dem Namen Bélier mixt sie Leder mit Seide, Seide mit Wolle, Wolle mit Leder und und und. Da kommt eine Seidenbluse mit Lederkragen, der Wollblazer mit Lederschulter und Kunstfelldetails oder ein Blouson mit Spitzenbesatz. Zum Einsatz kommen Materialien aus Italien und Frankreich. Menswear- und Tailoring-Details sorgen für einen modernen lässigen, aber femininen Look. Blazer kosten etwa 429 bis 459 Euro im VK, Seidenhosen 229 bis 359 Euro. Der Vertrieb des Berliner Labels läuft über die Londoner Agentur Asoni Haus.

L'Aura. Glitter und Glimmer, Glamour und Glanz. In der Kollektion des italienischen Labels funkelt eine Tasche schöner als die andere. Das liegt an den ausgefallenen Stoffen in den unterschiedlichsten Farben, die neben Canvas und Leder für die geräumigen Beutel und Shopper, immer mit Reißverschluss, Verwendung finden. Im Heimatland ist L'Aura schon gut zehn Jahre am Markt, jetzt wollen die Italiener in Deutschland starten. Die Taschen sind alle made in Italy und kosten 40 bis 100 Euro EK. Kontakt: info@l-aura.it.

Roseanna. Bei der Suche nach neuen Contemporary-Labels lohnt der Blick nach Frankreich. So auch im Fall von Roseanna. Die Freundinnen Roxane Thiery und Anne-Fleur Broudehoux haben immer davon geträumt, etwas zusammen zu machen. Doch erst einmal ging die eine zu Alberta Ferretti, die andere zu Ba&sh. Mit Roseanna haben sie ihren Traum von einer gemeinsamen Kollektion dann wahrgemacht. Und die ist auch den zweiten Blick wert. Hosen mit Streifen-Prints, Blumen-Drucke, Pyjama-Blusen, Spitzenkleider, bis hin zu einer kleinen Auswahl an Lingerie. Hosen starten bei etwa 200 Euro im VK, Röcke bei 230 Euro, Kleider kosten im Schwerpunkt 280 bis 450 Euro. In Deutschland ist die Kollektion bisher nicht vertreten, der Vertrieb läuft über den Showroom in Paris.

Sunday in Bed. Eigentlich zu schade nur fürs Bett. Da ist es nur konsequent, dass die Macher von Sunday in Bed seit nunmehr drei Jahren weg gehen von der reinen Nachtwäsche und auf Home- und Loungewear setzen. Und damit auch beim Modehandel auf immer stärkere Resonanz stoßen. Mittlerweile wird die Kollektion von Häusern wie August Pfüller in Frankfurt, Mohrmann Basics und Ludwig Beck in München, Etoile in Konstanz und Reyer in Hallein geführt. Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen mit rund 60 Teilen, 90% davon für Frauen. Basicware ist Jersey aus Deutschland, zum Teil wird sogar in Deutschland gefertigt. Die EK-Preise liegen im Winter durchschnittlich bei 40 Euro, im Sommer bei 35 Euro. Strick liegt bei rund 100 Euro im EK, bei einer Kalkulation von 2.6.

Neon Boots. Neu auf dem hiesigen Markt: die unterhaltsamen Espadrilles-Varianten, gefertigt in der Nähe von Rioja, und die sommerlichen Chelseas, in Südspanien produziert. Witzig das Spiel mit den Farben, mit etwas Glitter und Glimmer, originell die Elastik-Einsätze und -Bänder, mal tonig, mal neonfarben gesetzt. Die EKs liegen bei 38 bis 50 Euro bei einer 2.7er Kalkulation und Nachliefermöglichkeit innerhalb eines Monats. Den Vertrieb im Norden macht Robert Sakic, Studio Ventitre, und Takaya Manabe im Süden Deutschlands.

In der TW 31 vom 30. Juli 2015 finden Sie mehr Labels to watch. Die digitale Ausgabe steht bereits am 29. Juli 2015 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.