Highlights setzten, neue Anregungen fürs Outfit geben, die Sortimente spannend machen. Die Orderrunde geht weiter. Jetzt sind Taschen und Schuhe dran. Und da tut sich viel, nicht nur auf der heute beginnenden GDS in Düsseldorf. Neue Labels, die für frische Impulse im Herbst sorgen könnten, zusammengestellt von der Mode-Redaktion der TextilWirtschaft.

Ackermann
Ackermann. „Taschen fürs Leben“ – das ist das Credo von Ackermann. Die Taschenmanufaktur aus Lüneburg produziert seit 35 Jahren zeitlose, schlichte Designs mithilfe präziser Handwerkskunst. Die Taschen werden mit aus Olivenblättern gewonnenen Extrakten gefärbt. Da diese nach der Ernte meist verbrannt werden, reduziert die Färbemethode CO2, zusätzlich wird das Leder schön griffig, soll gesundheitlich unbedenklich und biologisch abbaubar sein. Die Innentaschen der ECO-Linie bestehen aus in Deutschland produziertem Wollfilz. Der VK rangiert zwischen 12 Euro für Schlüsselanhänger und bis über 1000 Euro für große Reisetaschen aus Hirschleder.

Slydes
Slydes. Was bisher nur am Beckenrand zu sehen war, wird dank Athleisure- und Contemporary-Einflüssen straßentauglich: Pool Slides. Für diese Schuhe steht das Label Slydes, das vor zwei Jahren gegründet wurde und bereits in über 18 Ländern vertrieben wird. Die Modelle für Männer und Frauen kommen dabei mit plakativen Farben und Statement-Prints. Sowohl ohne als auch mit Socken komplettieren die Sandalen einen frechen Sommerlook. Zu den Handelspartnern in Deutschland zählen unter anderem Onygo, Zalando und Breuninger. Bei einer Kalkulation von 2,5 liegen die EK-Preise zwischen 9,98 und 13,98 Euro, VK-Preise bewegen sich zwischen 24,95 und 34,95 Euro. Vertrieb: Keylime GmbH.

Bea Bühler
Bea Bühler. Eigentlich wollte sie ja nur eine Woche in Paris bleiben. Doch dann kam alles ganz anders – und Designerin Bea Bühler studierte Innenarchitektur und Produktdesign, aus ihrem Diplomthema wurde eine Handtaschenkollektion – und letztlich, 2014, gründete sie das nach ihr benannte Label. Die erste Kollektion, Balloon, erinnert an coole, schöne Medizinbälle. Die zweite Kollektion, Moon, setzt statt 3D- auf 2D-Kreise. Beide warten mit schlichtem, aber wirkungsvollem Design auf – alles in softem Lammleder. Gefertigt wurden die Taschen anfangs in der Hermès-Produktion, nun in einem Pariser Atelier. Derzeit gibt es – neben der Website und einem eigenen temporären Store in München – bereits deutsche Kunden wie Bean Store und Ninety Days Concept Store. Die Preisrange reicht von 72 Euro VK für lederne Visitenkartenhalter bis zu 960 Euro VK für eine Lammleder-Bucket Bag.

Zawadi
Zawadi. Exotischer Schimmer. Zawadi, 2016 gegründet und nun frisch auf dem deutschen Markt gestartet, steht für Accessoires aus Rochenleder mit perlenartiger Oberfläche. In aufwändiger Verarbeitung zeigen sich die Taschen, Geldbörsen, Armreifen und -bänder in verschiedenen Farbnuancen. Von Dunkelrot bis Grün, mitunter gedeckt in Creme oder auffällig in Hellblau. Produziert wird auf Java, Indonesien, wo die Inhaberin und Designerin Claudia Liebetanz gehbehinderte Männer unterstützt und sie als Schneider beschäftigt. Verwendet wird nur das Leder ungefährdeter Rochenarten, deren Haut nach dem Fang bisher nicht weiterverarbeitet wurde. EK-Preise beginnen bei 22 Euro für Armreifen und –bänder. Clutches liegen bei 170 Euro, Portemonnaies bilden die Spitze mit 190 Euro. Zu den ersten Handelspartnern zählt der Schuhfilialist Leiser.

Andia Fora
Andia Fora. Kernkompetenz des Labels aus der Toskana sind Sneaker und Booties, die nicht nur mit ihrem „neuen Look“ überzeugen, wie Agent Vito de Silvio, Bergisch Gladbach, sagt, sondern auch durch Komfort und Leichtigkeit. „Wir sehen etwa Sneaker nicht nur als sportiven Schuh“, so de Silvio weiter – und meint damit zum Beispiel clean anmutende Modelle auf vulkanisierten Böden, die aber mit einer besonderen, geschmückten Lasche (Zunge) kommen. Die Kollektion bedient Männer wie Frauen, seit zwei Saisons auch in Deutschland, und setzt bei einer Kalkulation von 2,6 auf eine EK-Preislage zwischen 72 und 89 Euro.

Patrizia Bonfanti
Patrizia Bonfanti. So heißt die nach Andia Fora zweite Kollektion der gleichnamigen Designerin aus der Toskana. „Den Look, den ich selbst trage, wollte ich auf die Straße bringen“, sagt die Italienerin. Ihr Look, das sind zum Beispiel Booties mit geripptem Neoprenschaft oder Schnürer mit Karreeleisten und betontem Boden – kernig, dennoch feminin. Im EK bewegen sich die Schuhe zwischen 72 und 110 Euro bei einer Kalkulation von 2,6. Vertrieb über Agentur de Silvio, Bergisch Gladbach.

Lorena
Lorena. So heißt die Taschenlinie, die ein türkischer Spezialist seit rund fünf Jahren als eigenes Label auf den Markt bringt. Parallel dazu produziert das Familienunternehmen nach wie vor in großem Stil für namhafte, internationale Brands, darunter viele Vertikale. Der Vorteil großer Volumina schlägt sich so bei der Preisgestaltung nieder wie die Produktionserfahrung bei  Gestaltung und  Qualität der Taschen. Sie sind clean und minimalistisch in der Konstruktion, so dass die vegetabil gegerbten Leder zur Geltung kommen. Sie stammen, wie auch die Metall-Accessoires, aus der Türkei. Typische Lorena-Shopper liegen bei rund 45 Euro im EK.

Hidesins
Hidesins. Ponyhaar-Optik, griechische Statuen, Rosenranken. Augen im Comic-Stil, Plexiglas-Plaketten mit Glow in the Dark-Effekt und Reminiszenzen an die Memphis-Milano-Ära – bei Hidesins gibt es so gar nichts zu verstecken. Die Taschen sind bunt und fröhlich, können aber auch durchaus monochrom und schlicht daherkommen. Das italienische Accessoires-Label, dessen Logo an das Hahnentritt-Muster angelehnt ist, spricht selbst von einer „ironischen und antikonformen Ästhetik“ mit „sinnlichen und durchdachten Formen“. Dabei sind die Teile mit viel handwerklichem Know-how Made in Italy gefertigt. Creative Director Gerardo Brogna hat bereits mit Moschino und Cavalli zusammengearbeitet. Der Vertrieb läuft über Spazio Liberty. Die Preise liegen im Schwerpunkt zwischen 300 und 500 Euro VK.

Nasire
Nasire. Es waren einmal fünf Freunde. Gemeinsam gründeten sie ein Taschenlabel. Die Idee: simple und funktionale, aber doch stylishe Reisebegleiter. Zwei Jahre lang suchten sie nach der optimalen Produktionsstätte und wurden schließlich in Marrakesch fündig. Designt wird in Zürich – losgelöst von Trends, mit hohem Anspruch an Ästhetik und faire Produktion. Zum Produkt-Portfolio gehören derzeit Weekender, Overnighter, Totes, Laptop-Taschen und Schlüsselanhänger, in jeweils vier Farben. Allesamt aus pflanzlich gefärbtem Leder marokkanischer Kälber, von Hand verarbeitet. Die rostfreien Metallteile stammen vom Start-up Blexon, das stillgelegte Kapazitäten bestehender Metallbaufirmen nutzt. Die Preise reichen von rund 35 Euro VK für einen Schlüsselanhänger bis hin zu gut 500 Euro für einen Weekender. Das Label hat bisher mehrere Kunden in Zürich und plant nun auch in Deutschland Fuß zu fassen.

Manfredi Manara
Manfredi Manara. Brandneu die Kollektion, blutjung ihr Macher: Manfredi Manara, Jahrgang 1990, ist dennoch schon tief eingestiegen in die Materie. Der Sohn eines Italieners und einer Argentinierin ist aufgewachsen in Mailand und London, wo er auch am London College of Fashion studiert hat. Danach hat er sich das Handwerk von der Pike auf erarbeitet bei Schuhbetrieben im Veneto, in der Toskana und den Marken. 2016 lanciert er die erste eigene Kollektion. In seinem Atelier am Rande von Mailand entsteht Luxus mit viel Handarbeit. Inspiration (und teils Accessoires) holt Manara sich  aus dem Interior-Bereich. Posamenten sind zurzeit das Leitmotiv, das seine delikaten und femininen Formen dekoriert – mal mit Paspeln, mal mit Kordeln, mal mit barocken Schnallen. Neben Ledern werden auch Samt und Satin verarbeitet. War die erste Kollektion noch sehr High-Heel-lastig, so hat Manara für Herbst 2017 auch Ballerinen und flache Mules entwickelt. Die VK-Preise liegen zwischen 500 und 600 Euro.

Nadine Eismann
Nadine Eismann. Für die Taschen, die Nadine Eismann in ihrem Atelier in Stuttgart in Handarbeit herstellt, kommen ausschließlich vegetabil gegerbte Leder zum Einsatz. In sattem Grün, Cognac, Bordeaux. Und vergoldete Metall-Details aus Italien. Vier bis fünf Stunden dauert es, bis die kleine Version fertig ist, bis zu acht Stunden für die große. Allen Taschen gemein ist die charakteristische Handflechtung rund um die Tasche. „Sie gibt der Tasche nochmal eine andere Rundung, mit der Nähmaschine wäre das nicht machbar“, so Nadine Eismann, die für ihre Entwürfe bereits den Young Designers Award der Premium gewonnen hat. Die VKs liegen bei 349 und 899 Euro, zudem gibt es Handy-Clutches und Portemonnaies (um 100 Euro). Vertrieb in Eigenregie.

Profanter
Profanter. Eigentlich führen die Profanters seit vielen Jahren einen Store für Schuhe, Taschen und Accessoires im Südtiroler Brixen. Vor drei, vier Jahren haben sie parallel dazu ein Eigenlabel für Damentaschen entwickelt, mit dem sie sich jetzt erstmals anderen Handelspartnern öffnen. Die Taschen fallen ins Auge, denn sie bleiben von ihrer Silhouette zwar klassisch und insgesamt clean, überraschen aber durch die Auswahl der Leder, die zueinander gestellt werden. Innen sind sie mit Alcantara ausgekleidet. Alle Zutaten kommen aus Italien und werden hier auch verarbeitet. „Eine Tasche kann hochwertig sein, ohne gleich 1000 Euro zu kosten“, erläutert Priska Profanter ihr Credo. Bei einer Kalkulation von 2,5 kostet ein mittelgroßer Shopper zum Beispiel 118 Euro im EK, eine kleine Crossbody-Tasche knapp 40 Euro. Daneben sind Portemonnaies und Etuis, Schlüsseltäschchen und Zugbeutel zu haben. Vertrieb in Eigenregie.

Phinomen
Phinomen. Sneaker sind phänomenal. Diese Ansicht teilt Philipp Puttkammer. Im August 2016 gründete er deshalb ein Sneaker-Label, dessen Namen sich nach eigener Aussage aus dem englischen Wort „phenomenal“ und seinem Vornamen zusammensetzt. Außerdem enthält der Name den griechischen Buchstaben Phi, der denn auch in abgewandelter Form als Markenzeichen dient. Das Phi prangt als Metallic-Element auf Sohle und Zunge der in Italien handgefertigten Sneaker. Bislang gibt es drei Modelle, die sich in erster Linie durch die Farbe unterscheiden: Phision (schwarz), Phice (weiß) und Phire (rot). Die Turnschuhe aus Kalbsleder sind jeweils als Low- (199 Euro im VK) und Hi-Top-Variante (279 Euro im VK) erhältlich. Alle Modelle sind auf je 999 Stück limitiert, zu kaufen gibt es sie bisher nur im eigenen Online-Shop Phinomen.com. Kommende Saison möchte Puttkammer mit dem Wholesale-Vertrieb starten, die Kollektion soll dann auch Textilien und Accessoires umfassen.

Poshead
Poshead. Gesprochen klingt Poshead wie Pochette, der Begriff für eine flache Clutch. Er soll gleichzeitig für eine besonders coole Person stehen. Und genau für die sind die Taschen des italienischen Labels gemacht. Es gibt Shopper und Clutches, mal aus Canvas, mal aus Leder, die alle mit einer Brille verziert sind. Die Brillen sind zum Teil authentische Vintage-Brillen, so dass die Taschen jeweils zum Unikat werden. Vertrieb in Eigenregie.

Another me
Another me. „Bei uns darf man die Natur sehen und fühlen“, sagt Bianca Löhr, Geschäftsführerin von Another me. Die unheimlich leichten Shopper und Clutches, Etuis und Kosmetiktaschen, allesamt Essentials, die als Durchläufer saisonunabhängig geführt werden, entstehen in Indien aus heimischen Ledern, nachhaltig und GOTS-zertifiziert, und sind in lichten Farben wie Hellgrau, Nude, Koralle oder auch Marone zu haben, die nach und nach die gewünschte Patina bekommen. Besonders langlebig werden die Taschen durch ihre Waschbarkeit: Mit einem speziellen, rückfettenden Flüssigwaschmittel lassen sich alle Modelle in der Maschine reinigen. Bislang bedient Another me ausschließlich Frauen, Artikel für Männer sind aber bereits in Planung. Gegründet wurde das Label erst im vergangenen Jahr, konnte in kürzester Zeit allerdings bereits um die 50 POS in Deutschland, Österreich und der Schweiz für sich gewinnen. Vertrieb in Eigenregie.

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