Orderauftakt in der Kidswear. Mit Blick auf die kommenden KOB-Messen in Florenz, Paris, München und Hamburg richtet die TW den Fokus auf neue oder noch nicht so verbreitete Kollektionen, die Zug ins Geschäft bringen können. Ein Wegweiser, zusammengestellt von der Mode-Redaktion der TW.

Tulibert ist mein drittes Kind”, sagt die Designerin und zweifache Mutter Liat über ihr israelisches Kids-Label. Als ihr die herkömmlichen Kinderklamotten zu langweilig waren, fing sie an, für ihre Jungs Hosen zu nähen – zum Beispiel aus Shirts. Als sie dann auf die Teile angesprochen wurde, beschloss sie, ihr eigenes Label zu gründen. Der Stil: „Urban Streetwear, cool, funky und comfy“, für Kinder von drei bis zwölf Jahren. Im Fokus: bequeme, hochwertige und doch schicke „Ninja Style Trousers“, mit denen die Kinder unbedarft toben können. Das Motto: „Be brave, be a ninja!“. Die Preise reichen von circa 16 Euro VK für Baumwoll-Strampler bis zu circa 56 Euro VK für eine speziell behandelte Unisex-Jacke mit rückseitigem Flügel-Print.



Virus Clothing. Das 100% nachhaltige, Schweizer Boys-Only-Label steht mit seinem ungewöhnlichen Namen und dem Pflaster-Logo dafür, dass Jungs auch mal ein bisschen wilder spielen dürfen. Gegründet wurde das Label von Janis Leontidis und Oliviero Toscani, letzterer war bereits als Art Director für Benetton und Esprit tätig. Produziert wird nach GOTS-, Bluesign- und OEKO-TEX® Standard 100-Richtlinien. So besteht das Sailor Shirt aus 100% organischer Baumwolle und wird mit Extrakten aus grünem Tee, Kaffe oder Aprikosen gefärbt. Damit wird der Wasserverbrauch reduziert und zugleich auf Formaldehyd und Pestizide verzichtet. Die Liefertermine liegen im Juli/August und März/April, alternativ wird on demand hergestellt und innerhalb von drei Wochen geliefert. Der Größenlauf der Kollektionen reicht von zwei bis sechzehn Jahren. T-Shirts liegen im VK bei 40 Euro, Jacken bei 140 Euro. Virus Clothing ist auf der Pitti Bimbo zu sehen.



Hummel Kids. In Dänemark ist Hummel seit Jahren in Sachen Kidswear aktiv – nun hat das Sportswear-Label den deutschen Markt ins Visier genommen. Nach Schuhen liegt der Fokus auf Bekleidung für Babys (ab Größe 56), Kids und Tweens (bis Größe 176). Ausgerichtet auf die Aktivitäten der Kinder, sind die Teile von Sportswear-Einflüssen geprägt. Bei den Tweens zeigen sich neben klassischen Track Suits modische Akzente wie plakative Logos oder Overalls in Denim-Optik. Ergänzt wird das Sortiment durch ein Programm aus Merino-Wolle, funktionale Outerwear sowie Accessoires und Beachwear. VK-Preise liegen im Schwerpunkt zwischen 20 und 50 Euro, Outerwear beginnt bei 50 Euro für Softshell-Hosen und reicht bis 150 Euro für Schneeanzüge. Der Vertrieb wird inhouse abgewickelt. Zu sehen ist Hummel Kids auf den Messen Kindermoden Nord in Hamburg, Kleine Fabriek in Amsterdam, Ciff Kids in Kopenhagen und Supreme Kids in München.



Tocoto Vintage. Klassische Schnitte und Silhouetten, eine ruhige, pastellige Farbpalette rund um Grau, Taupe, Pink und verwaschenes Blau bildet die Basis des Labels aus Barcelona. Tücher und Stoffe von den Antikmärkten auf Formentera dienten als Inspiration. Das Ergebnis ist – wie der Name schon sagt – eine nostalgische Modelinie für Babys und Kinder bis zehn Jahre. Da gibt es zum einen den coolen gewaschenen Hoodie mit der Aufschrift „Absolute Beginners“, gleichzeitig klassische mädchenhafte Trägerröcke oder gecrashte Baumwollblüschen. Kernige Karohemden oder gestreifte Denimhemden mit Ellenbogen-Patches oder Latzhosen in Flanell oder bedruckte Denims, aber auch aufwendige Strickpullover und Jacken. Strümpfe, Strumpfhosen, Babyschühchen und auch Hüte. Insgesamt umfasst die Kollektion rund 170 Teile. Ein Hoodie kostet im VK rund 60 Euro, Hosen um die 68 Euro, ein Strickpullover um die 78 Euro bei einer empfohlenen Kalkulation zwischen 2 und 2,5. Vertrieb über das Label. Zu sehen auf den Messen Market by Kleine Fabriek in Amsterdam und Fimi, Madrid.



Crush Denim. Die Kollektionen des Denim-Labels für Kids entwirft ein italienischer Designer, der bereits für Karl Lagerfeld, Ermanno Scervino und Versace tätig war. Gegen jeglichen Zwang von Anpassung gerichtet, betont er in seinen Kreationen die Individualität eines jeden Kindes. So ist das Sortiment neben Denim-Modellen geprägt von Shirts und Sweats mit Schriftzügen wie „Made to be iconic“ oder „Escape from the ordinary“. Ins Leben gerufen wurde Crush Denim von einem Team um Anita Makkinje, die zuvor bei dem niederländischen Kindermodelabel Vingino aktiv war. Mit einer Kalkulation von 3.0 liegen die VK-Preise im Schwerpunkt bei 29 und 34 Euro für T-Shirts sowie für 49 und 59 Euro für Hosen und Sweatshirts. Den Vertrieb verantwortet die Accenti² Handelsagentur. Zu sehen auf den Messen Supreme Kids in München und Kindermoden Nord in Hamburg.



Leoca Paris. Kinder-Couture. Das ist der Anspruch des Pariser Labels Leoca, 2010 von Maud Falcon de Longevialle gegründet. Die Basis sind hochwertige Materialien: 100% Baumwolle, 100% Leinen, 100% Cashmere.  Das Ergebnis ist eine zeitlose Kollektion, gefertigt  für Mädchen von 2 bis 12 Jahren, dazu gibt es einige Artikel auch in Babygrößen ab sechs Monaten. Die Kollektion umfasst rund 35 Styles, jeweils in verschiedenen Farben, Stoffen oder mit unterschiedlichen Drucken. So kommt das Hemdblusenkleid mit Tulpenrock „Birkin“ etwa einmal in Brokat mit kupferfarbenen Tupfen, aber auch mit einem Oberteil in Karohemdoptik zum marinefarbenen Rock. Blusenshirts mit reduzierten grafischen Retroprints, Patchwork-Röcke, Cardigans und auch Latzhosen. Jede Saison steht ein anderer Film, ein anderes Buch und damit auch eine andere Ära im Fokus. Im Sommer etwa Jane Birkin und die Sechziger. Socken, Strumpfhosen und Accessoires runden das Sortiment ab. Im EK kosten Kleider zwischen 46 und 56 Euro, Röcke zwischen 34 und 44 Euro und Shirts zwischen 28 und 36 Euro. Die Kalkulation liegt bei 2,6. Pro Saison gibt es zwei Liefertermine, für Winter von Mitte Juli bis Ende August. Vertrieb für Deutschland über: M-agency, Breda, Niederlande. Zu sehen auf den Messen Market by Kleine Fabriek in Amsterdam, Pitti Bimbo in Florenz sowie Playtime in Paris.



Lupaco Munich. Der Name des Münchner Outdoorlabels setzt sich aus den Vornamen der erstgeborenen Söhne  von Firmengründerin Eva Corsten zusammen: Luca und Paul. Das dritte Kind war bei der Firmengründung 2010 schon geplant, aber noch nicht auf der Welt – daher Co. Lupaco steht für funktionale Outdoormode in reduziertem, zeitlosen Look. Für Herbst/Winter 2017 wird es einen Parka, eine Winterjacke, eine Bomberjacke, drei Skijacken und zwei Skihosen geben. Für Babys und Kleinkinder zudem zwei Schneeanzüge. Alle Produkte sind wasserdicht, atmungsaktiv und mit Primaloft Gold gefüttert. Fleecepullover und –jacken sowie Mützen runden das Sortiment ab. Babyschneeanzüge gibt es in den Größen 68/74 bis 92/98. Alle anderen Artikel starten bei Größe 92/98 und reichen bis Größe 164/170. Skihosen starten im VK bei 169 Euro, Skijacken bei 229 Euro und Parkas bei 289 Euro. Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen. Die Auslieferung für die Herbstsaison startet im Juli. Unter den ersten Kunden sind Lodenfrey in München, Korbmayer, Stuttgart und Pfüller, Frankfurt. Der Vertrieb läuft über das Label. Ansprechpartnerin ist Anja Stockinger. Zu sehen auf dem Pitti Bimbo in Florenz, der Supreme Kids in München und der Kindermoden Nord in Hamburg.#ZZ#

Allude. Das Münchner Cashmere-Label von Andrea Karg läuft in der Erwachsenenmode seit Jahren erfolgreich. Nach dem Launch einer Babymodekollektion vor einigen Saisons erweitert Karg nun das Größenspektrum und bringt zum Herbst eine Kindermodelinie in den Größen 104 bis 176 heraus. Es gibt Cashmere-Jogger und -kleidchen, Hoodies, Ponchos sowie auch Motivpullover mit Intarsien. Insgesamt 28 Styles in 28 Farben. Basic-Teile kosten 199 Euro im VK, ein Cashmere-Kleid und speziellere Teile liegen bei 399 Euro. Empfohlen wird eine Kalkulation von 2,6 bis 2,7. Auslieferung ist im Juli/August. Ein erster Kunde ist etwa Lodenfrey, München. Der Vertrieb läuft über Daniela Müller, München. Die ersten Teile werden zudem auch auf der Supreme Kids in München gezeigt.