Langsam wird’s ernst. In wenigen Tagen öffnen die ersten Showrooms, starten die ersten Messen mit Blick auf Herbst 2012. Diese Saison stellt eine echte Herausforderung dar. Für alle Beteiligten. Alle wollen stärkere Signale im Sortiment setzen. Prägnanter auftreten. Highlights inszenieren. Brave Mainstream-Aussagen tun sich zunehmend schwerer. Das hat die abgelaufene Saison deutlich gezeigt. Mehr noch: Nur erkennbar Neues findet Interesse. In Berlin gibt es gute neue Namen, Labels, die noch nicht überall hängen. Eine Auswahl der besten Labels to watch:

Bellerose. Bellerose kommt aus Belgien, wo es das Label schon lange gibt. Hierzulande gehört die Linie, die DOB, HAKA und Kindermode anbietet, allerdings noch zu den Geheimtipps. Für den Look wird mit vielen liebevollen Details und oft gewaschenen Stoffen gearbeitet. So gibt es Chinos in Puderpastellen, die nicht zuletzt durch EK-Preise um 42 bis 50 Euro interessant sein könnten. Oder Tupfenkleider in Seide zur Military-Jacke, Shirts mit Blümchen. Oder Sternen-Prints genauso wie coole Sweats, teils mit Glitzer-Effekten. Shirts starten im EK um 19 Euro. Vertrieb: Imago, Mailand. Premium

Bellerose
Bellerose


Aaiko. Feminin heißt nicht zwangsläufig Rüschen&Co. Bling Bling. Es geht auch anders, modern, lässig. Das niederländische Label schafft diesen schmalen Grat. 2005 gegründet gehört es bereits zu den beliebtesten Labels in Holland. Passend zum Namen, der aus dem Japanischem stammt, und übersetzt "der/die Geliebte, beliebt" bedeutet. Beliebt sind vor allem die schmeichelnden Silhouetten und Materialien wie Seide und Chiffon. Designerin Pauline Brakenhoff hat stets ein Auge darauf, wie ein Kleidungsstück den Körper umgibt. Highlight der aktuellen Kollektion ist ein bodenlanger Chiffonrock, der je nach Bewegung mal rot, mal pink schimmert. Die EK-Preise liegen im Schnitt bei 36 Euro. Der Vertrieb läuft über die Agentur Eyegasm, Berlin. Premium, Halle 7, Stand C69

Aaiko
Aaiko


Thu Thu. Hier steckt der Name der Designerin Thuy Duong Nguyen drin. Geboren in Vietnam, aber aufgewachsen in Deutschland, verschmelzen auch in ihrer Mode beide Kulturen. Sie zeigt einen sehr urbanen Ethno-Look. Traditionelle vietnamesische Handwerkstechniken, etwa spezielle Stick- und Knüpfarbeiten werden dabei auf mordernen, cleanen Schnitten übersetzt. So gibt es üppig bestickte, schlichte kragenlose Jacken, Shorts oder Biker-Jacken. Die Linie wurde 2010, im Jahr des Tigers, lanciert und konnte schnell Häuser wie Browns, London, und Jades, Düsseldorf, überzeugen.

Thu Thu
Thu Thu


Versatile Apparel. Hergestellt in Italien, verdorben in London: Das englische Haka-Label Versatile Apparel („Made in Italy – Corrupted in London“) hat mit einem Mix aus hochwertigen Materialien und eigenwilligem, edgy UK-Style schon erste Erfolge auf dem deutschen Markt feiern können. Nach Köln hat Ende 2011 in Berlin Mitte der zweite Store der britischen Marke eröffnet, die ausschließlich in Italien produzieren lässt. Beste Qualitäten zu moderaten Preisen für den jungen, smarten Kunden – dafür will Versatile Apparel stehen. Neben Sportswear-Looks und Casual-Outfits werden vor allem Hemden, Polos, Cardigans und Jeans gezeigt. Daneben gibt es Underwear, Swim- wear, Boots und Accessoires. Die VK-Preise starten bei 70 Euro für T-Shirts und reichen bis zu 550 Euro für eine Ledertasche. Jeans sind ab 170 Euro zu haben. Zwei Kollektionen liefert Versatile Apparel pro Jahr. Neben den beiden Stores in Deutschland kann bislang im Londoner Geschäft sowie im eigenen Online-Shop unter www.versatileapparel.com eingekauft werden. Showroom, Neue Schönhauser Straße 15

Versatile Apparel
Versatile Apparel


Holy Ghost. Die Kollektion hat mit heilig oder gar züchtig, wie der Name eventuell vermuten ließe, rein gar nichts zu tun. Die Kollektion, die erst 2010 von drei Münchner Freundinnen gegründet wurde, steht vielmehr für verführerische Sexy-Looks, getreu dem Motto „In jeder Frau schlummert eine Heldin“. Couture, aber urban und alltagstauglich umgesetzt – so könnte man die Outfits beschreiben. Die Silhouette ist reduziert und wird mit zarten Kleidern und Blusen feminin aufgebrochen. Für Herbst/Winter etwa wird die weit geschnittene Flanell-Hose in Dunkelblau zur zarten Seidenbluse in Nude und einem Trench mit beerenfarbenem Lederkragem kombiniert. Die zentralen Farben sind Nude, Camel, Navy und Grau, realisiert über Seide, Kaschmir, Wollgemische, Leder, Lammfell und feine Jerseys. Ein Maxi-Seidenkleid liegt um die 145 Euro im EK. Der Vertrieb läuft über die Agentur Follow me Fashion, Inken Wisdorf, Düsseldorf.

Holy Ghost
Holy Ghost


Wolsey. Das Label selbst nennt sich das älteste Menswear-Label der Welt. Und wenn die britische Kollektion tatsächlich 1755 erstmals verkauft wurde, stimmt das wohl. Seit 1935 hält das Unternehmen außerdem ein Zertifikat des britischen Königshauses. An Tradition mangelt es also nicht. Nun wurde Wolsey einem Makeover unterzogen: Neuer WebAuftritt, neue Kollektionsaussage, neues Image. Der Look ist kernig, maskulin mit sportiven Styles auf der einen, etwas schickeren auf der anderen Seite. Das Ziel: eine authentische Marke mit „demokratischem Erbe“. Demokratisch sind denn auch die Preise: Hosen kosten zwischen 90 und 140 Euro im VK, Hemden zwischen 80 und 100 Euro. Für die Linie Wolsey 1755 liegen die Preise etwas darüber. Der Vertrieb läuft in Deutschland über Brandpool, Offenbach. Das Label wird auf der Bread&Butter vertreten sein. Bread&Butter, L.o.c.k., Stand L 1.2

Wolsey
Wolsey


House of Montague. Der Name stammt aus dem ShakespeareStück „Romeo und Julia”, die Modelle sind nach den Ex-Freundinnen des Machers benannt, ob Rozanna, Cecilie oder Frederikke. Bei dieser brandneuen dänischen Schuhkollektion muss also definitiv Liebe im Spiel sein. Und zwar vor allem Liebe zu Handwerk, Klassik und Design. Dafür stehen die urbanen Sneaker, die den Kern des Labels bilden. Hinter House of Montague steckt der dänische Designer Martin Ahn, der die Linie 2011 in Kopenhagen lanciert hat. Schlichte, reduzierte Sneaker in Nappa- oder Nubukleder, mal knöchel-, mal halbhoch, prägen den Look. Dazu gibt es ausgefallene Details. Italienische Leder und portugiesisches Produktions-Knowhow vereinen sich dabei zu einer modernen Klassik, die zum Anzug genauso gut passt wie zur runtergewaschenen Jeans. Die Preise liegen im Verkauf zwischen 160 und 228 Euro. Premium

House of Montague
House of Montague


Nunc. Das Label kommt aus Kopenhagen und steht für Nordic Union of Novel Camouflage. Das Label wurde vergangenen Sommer gegründet und bietet modische Klassiker für Jungs. Das Prinzip: High-End Fashion zu kommerziellen Preisen. Button-Down-Hemden treffen auf Chinos und Denims, Dufflecoats auf luftige Shirts. Hemden kosten im VK zwischen 60 und 110 Euro, Shirts starten bei 40 Euro. Und das bei einer attraktiven Kalkulation von 3.0 bis 3.47. Der Vertrieb läuft hierzulande über die Agentur von Jürgen Scheithauer in Rottweil. Bread&Butter, Street fashion, Stand SF 20.2

Nunc
Nunc


FQ 1924. Mit diesem neuen Label, das für Frontiers of Quebec 1924 steht, will die dänische BTX Gruppe den Männermodemarkt aufmischen. Inspirationsquelle war eine Gruppe dänischer Siedler, die Anfang des 20. Jahrhunderts ins kanadische Quebec auswanderte. Diese Thematik wurde stilistisch in die Kollektion übersetzt. Der Look ist entsprechend kernig-sportiv. College-Anklänge treffen auf einen Hauch Preppy. Das Spektrum reicht von Blazern über legere Rugby-Shirts, Denims und Button-Down-Hemden bis hin zu Accessoires. Dabei teilt sich die Kollektion in zwei Linien: „1924“ bietet lässige, sportliche Styles, „Avenue“ urbanen Chic. Pro Jahr soll es künftig vier Kollektionen geben. Den Vetrieb übernimmt die Agentur Brandpool, Offenbach. Zum Start der Linie wird die BTX Group eine Modenschau in Berlin veranstalten. Dort gibt es auch die neuen Kollektionen von Ichi und Blend zu sehen.

FQ 1924
FQ 1924


Emma go.
Mit diesen Schuhen kann nicht nur Emma gehen, sondern jede Frau, wenn sie Lust hat, auf trendige Schuhe, die skandinavische Coolness mit spanischer Verspieltheit verbinden. Denn das ist das Motto der Schuhkollektion aus Kopenhagen, die erst 2009 von dem Dänen Martin L. Spandet und der Spanierin Leonor Diaz Goday gegründet wurde. Produziert wird in eigenen Werken im spanischen Alicante. Ankle-Boots und Wedges gibt es dabei ebenso wie Sandalen in Neonfarben oder Pumps mit Glitzer-Details. Immer ein wenig anders, überraschend und witzig will die Kollektion sein. Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen. Hierzulande wird das Label neu über die Agentur Buhrs 3.0, Offenbach eingeführt. EK-Preise liegen zwischen 45 und 75 Euro. Premium, Halle 4, Stand H4-J19

Emma go
Emma go


Togs Unlimited. Sie war das Must-have der 90er. Jeder, der etwas auf sich hielt, hatte die Daunenjacke mit Lederbesatz an den Schultern und abzippbaren Ärmeln oder wollte zumindest eine haben. Jetzt ist die Jacke mit dem Enten-Logo zurück – überarbeitet und in neuen Farben, aber mit allen typischen Details. Togs Unlimited kommt aus dem Hause Chevignon und wird hierzulande neu über die Münchner Agentur Komet und Helden vertrieben. Die Jacken sind unisex und werden von XS bis XXL angeboten. Im VK kosten sie um 450 Euro. Bread&Butter, L.o.c.k., Stand L 19.6

Togs Unlimited
Togs Unlimited


Mala&Mad. Das ist die Verschmelzung von Street Art und Trend, von Charity und Mode. Warum Street Art? Weil Mala&Mad Schals bietet, die Graffiti-Prints verschiedener Künstler auf wertigen Qualitäten übersetzen. Im Sommer ist das Modal, im Winter Wolle/Seide oder Cashmere-Mischungen. Warum Charity? Vom Verkauf jedes Schals kommt ein Anteil Straßenkinder-Projekten in Nepal zugute. Denn in Nepal hat alles begonnen. Dort sind sich die Nepalesin Mala und die Deutsche Madeleine auf einer Charity-Reise zum ersten Mal begegnet und haben beim Anblick des Elends der Straßenkinder spontan beschlossen, etwas zu tun. Durch die Motivation zu helfen, entstand die Idee zur Schal-Kollektion. Dabei werden die Gelder persönlich übergeben, um Missbrauch zu vermeiden. Auch bei der Produktion der Schals wird strikt auf menschliche Arbeitsbedingungen geachtet. In der vergangenen Orderrunde wurde die Linie mit EK-Preisen zwischen 49 und 89 Euro erstmals gezeigt. Kunden wie Eder in Kitzbühel, Stierblut in München und Bailly Diehl in Frankfurt haben spontan geordert. Kein Wunder, verbinden sich hier doch Individualität und Trend auch noch mit dem Gefühl Gutes zu tun. Ein gutes Gefühl – am Hals und im Herzen. Der Vertrieb von Mala&Mad läuft über die Silvano Rose Modeagentur, Nürnberg. Show&Order

Mala&Mad
Mala&Mad


As is. As is wirkt ein wenig als käme es aus den Tiefen des amerikanischen Westens. Denn die Shirts des 2009 lancierten Labels werden von indianischen und Navajo-Mustern in unterschiedlichsten Varianten geschmückt. Teils farbenfroh, teils reduziert, oft auf lässigen Shirts in Melangen umgesetzt verbindet As is Trendiges mit einem Stück amerikanischer Geschichte. Auch Fransen-Details dürfen nicht fehlen. Designerin Ayumi Shibata hat ihre Mode-Karriere ursprünglich mit der Vintage-Boutique Slow in Los Angeles gestartet. EK-Preise: 28,90 bis 47,90 Euro. Der Vertrieb läuft über Flipmunich, München. Premium

As is
As is


Rabens Saloner. Das Label steht für einen eigenen individuellen Stil, der entspannte Hippie-Looks mit einem Hauch cooler Rock’n’Roll-Attitude verbindet. So gibt es viele Maxikleider und lässige Tuniken, teils mit Batik- oder Minimal-Prints genauso wie, vor allem im Winter, Leder- und Fellwesten. Auch Tücher, Sandalen und Armbänder machen die Kollektion komplett. „Ich möchte eine individuelle, unabhängige, selbstbewusste Frau anziehen“, erklärt Brigitte Raben Olrik, die als Designerin hinter der Kollektion steht. Sie hat Rabens Saloner gegründet. Sie ist Dänin, lebt aber auf Bali, woher viele ihrer Inspirationen kommen. Das erklärt auch den Mix und das vielfältige Farbbild der Kollektion. Kleider kosten im EK um 80 bis 90 Euro, Blusen um 50 Euro bei einer Kalkulation von 2,6. Vertrieb über: Agentur Jooles, München. Premium

Rabens Saloner
Rabens Saloner


Esemplare. Kernige, maskuline, anspruchsvolle Sports-wear für Männer. Der Reiz des Labels aus dem Hause Manifattura Riese liegt in der Verbindung von innovativen Materialien wie Nylon mit Metall-Feeling und authentischen, oft militärisch inspirierten, Retrostyles. Neben der umfangreichen Hauptkollektion gibt es daher das Esemplare Heritage-Label mit Originalen wie der No 40 U-Boot Lederjacke oder dem No 58 Tropical Jacket der Air Force. Designer ist Alessandro Punghetti, der sich schon als würdiger Nachfolger von Massimo Osti bei Sportswear Company ausgezeichnet hat. Ein Highlight für Sommer 2012 ist der ungefütterte Trench mit getapten Nähten für 220 Euro/EK, Pima-Strick beginnt bei 65 Euro. Esemplare wird von Rosenthal Trading, Düsseldorf vertreten. Premium

Esemplare
Esemplare


A Fish named Fred. Das HAKA-Label „a Fish named Fred“ will vor allem Farbe in die Herrenmode bringen. Fred, der Fisch aus Amsterdam, schmückt dabei als Logo die Hemden, T-Shirts, Jacken, Neopren-Sweatshirts sowie Cargos und Hosen des Labels. Mitunter taucht er auch im Innenfutter auf. Accessoires ergänzen das Sortiment. Kontrastierende Nähte und Futterstoffe als auch der Einsatz von verschiedenen Knöpfen sollen einen Überraschungseffekt auslösen. A Fish named Fred will mit einem frechen und humorvollen Stil „junge, unabhängige Köpfe“ ansprechen. Die VK-Preise starten bei 69,95 Euro für Hemden, 129,95 Euro für Hoodies, 199,95 Euro für Jacken und 99,95 Euro für Hosen. Der Vertrieb läuft über die Modeagentur Dietmar Krause, München. Bread&Butter, Urban Superior Men, Stand SR 33.4

A fish named Fred
A fish named Fred