Augen auf! Nächste Woche heißt es wieder "ab nach Berlin!" - Inspiration holen, Kontakte knüpfen und vor allem: neue Labels finden. Besonders kleine, unbekannte Labels sind oft Inspiration und können angestaubte Sortimente wieder nach vorne bringen. Doch auf welche lohnt es sich besonders einen Blick zu werfen? Eine Auswahl an Labels to watch für Berlin, zusammengestellt von der Moderedaktion der TW:

Iphoria.
Schon der Name lässt tief blicken. Euphorie für iPhones. Die teilen sicherlich viele. Designerin Milena Jäckel hat daraus ein Geschäft gemacht. Neonfarbene Sleeves, mit großen Strass-Steinen besetzte Schalen, verspielte Pluggies – allesamt Artikel, die iPhones und andere „technische Begleiter“ in modische Statements verwandeln sollen. Das ist das erklärte Ziel der jungen Kreativen, die mittlerweile in Berlin lebt. Der blitzartige Erfolg gibt ihr Recht: Seit der Gründung des Labels im August 2012 wurden mehr als 33.000 Produkte verkauft. Die VK-Kernpreislage liegt bei 19 bis 300 Euro, für Limited Editions auch mal bei 800 Euro. Der Vertrieb läuft direkt über Iphoria. Email: sales@iphoria.com. Premium.

ViaMailBag.
 Es muss nicht immer Leder sein. Warum Kulttaschen wie die „Luggage“ von Céline nicht einfach aus High Tech-Materialien „nachbauen“? Zum Beispiel aus Neopren. Francesca Diana aus Empoli bei Florenz, jahrelang Vertreterin für hochwertige Stoffe, hat diese humorvolle Idee mit dem Label ViaMailBag Realität werden lassen. Bei Neopren gerät sie ins Schwärmen: „Es ist der geschmeidigste, geschmackvollste, unkaputtbarste Stoff, den man im Accesoires-Bereich finden kann.“ Für ihre zwei Mal im Jahr erscheinenden Taschenkollektionen verwendet sie ihn am liebsten in knalligen Farben, mit trendigen Drucken. Alle Taschen werde von Künstlern um Florenz designt und produziert und kosten 89 Euro im EK. Vertrieb über The Agency Mimi Paatzsch, Tel.: 0151-21229271. Show & Order

Road to awe.
Mal wieder Neues aus L.A.: Von dort kommt das Label Road to awe, das von den Machern Eli Azran, David und Jack Rimokh ganz neu lanciert wurde. Denim und Leder sind der Kern der Kollektion. Dabei geht es um einen Look, der Feminität mit Androgynität, Eleganz mit rebellischen Zügen verschmilzt. Hautenge Denims und Lederhosen, Jeans mit Lederbesätzen und smarte Leder-Oberteile sind typisch für einen cleanen, urbanen Look. EK-Preise: Denim kostet 97 bis 155 Euro, Lederhosen 339 bis 369. Vertrieb: K&K Logistics in Stuttgart, Agentur Kappler in München und Agentur Baessler in Düsseldorf. Premium.

Miss Goodlife.
Hier könnte der Name Programm sein. Denn zu einem „guten Leben” können die Produkte von Miss Goodlife durchaus beitragen. Bei dem erst in diesem Jahr gegründeten Hamburger Label geht es um soften Cashmere, der teils handbedruckt wird. Dabei gibt es Mützen, Schals und Dreieckstücher ebenso wie lässige Pullis im Sweat-Style und Kleider. Zebra-, Pfauen- oder Totenkopf-Prints gehören zu den Print-Motiven. Je nach Saison ergänzen auch Bikerjacken in Lammnappa, Sweats und Daunenjacken das Programm. Pro Jahr werden sechs Kollektionen aufgelegt. Cashmere-Strick kostet im EK beispielsweise 89 Euro. Sweats liegen zwischen 30 und 45 Euro im EK. Vertrieb: The Agency Mimi Paatzsch und Nicole Hoberg, Düsseldorf, und Standby Fashion Agency, München. Show & Order.

Parka London.
Wer nach Spezialisten lechzt wird hier fündig. Der Name ist Programm, denn das Londoner Label widmet sich dem Parka für Männer und Frauen in all seinen Facetten. Besondere Oberflächen gepaart mit innovativen Details laden den Klassiker der Menswear mit ordentlich Emotion auf. Da wäre der Ari Parka mit seinem Oversized-Look oder der Tristan mit seinem sehr technischen Look – ein idealer Fisherman Parka. Und auch ein Mac darf nicht fehlen: der Emery in einer gewachsten Baumwolle Nylon-Mischung. Die Preislagen für die 16 Teile große Womenswear liegen zwischen 200 und 260 Euro und bei der Menswear (15 Teile) zwischen 190 und 310 Euro. der Vertrieb läuft über das Label in London.

Plomo.
Klischeehafter könnte die Geschichte über die Gründung eines Schuhlabels nicht sein: Galia und Keltse, beide schuhverrückt, lernen sich 2007 am Set einer TV Fashion-Show kennen, werden rasch zu Freundinnen und während eines langen Mexiko-Urlaubs unzertrennlich. Bei all den inspirierenden Eindrücken keimt die Idee auf, der Schuhpassion eine eigene Form zu geben. So entsteht im Januar 2010 das Label: Plomo. Bis heute sind die Kollektionen – vier pro Jahr, etwa 35 Styles pro Saison – Mexiko-inspiriert, sowohl in Farbe und Detail als auch in der Materialauswahl, aber immer modern und urban umgesetzt. Im EK liegen die Schuhe zwischen 70 und 180 Euro. Zu sehen ist Plomo auf der Premium in Berlin und in New York. Vertrieb über Fashion Design Room, New York. Premium. 

Nathalie Vleeschouwer.
Die Frau hat Mut: 1990 verlässt Nathalie Vleeschouwer mit nur 21 Jahren die Antwerp Fashion Academy, um ihr eigenes Label für Schwangerschaftsmode namens „Fragile“ zu gründen. 22 Jahre später ist die Zeit reif für ein zweites „Baby“. Nathalie Vleeschouwer – anfangs hauptsächlich für Stretch-Kleider bekannt – hat sich Stück für Stück zur Komplett-Kollektion entwickelt und ist mittlerweile in der belgischen Modeszene etabliert. Die Kollektion steht für Feminität und Sinnlichkeit sowie Tragbarkeit und Komfort. Die EKs für Strick liegen zwischen 32 und 45 Euro, Kleider kosten zwischen 35 bis 78 Euro und Mäntel zwischen 79 und 139 Euro. Der Deutschland-Vertrieb des Labels läuft über Georg Schmidt von der Intouch Vertriebsagentur in Aschaffenburg. Premium.

Mono and me.
Armbänder, Armbänder und nochmals Armbänder. Die kleinen Schmücker bestimmen zu 90% die Kollektion von Mono and Me. Daneben hat das Label aus Barcelona, hinter dem skandinavische Designer stehen, auch Ketten im Repertoire. Die hochwertig gemachten Armbänder werden aus gecoateter Baumwolle hergestellt und bringen immer kleine Charms mit. Das können mal aus Türkisen gefertigte Sternchen oder Totenköpfe sein, mal versilberte Kreuze, mal goldfarbene Kügelchen. Neben den vier Kollektionen pro Jahr kann stets auch aus einem Sofortprogramm geordert werden. Die Kollektionen umfassen jeweils rund 150 bis 200 Teile, die in Spanien produziert werden. Lieferzeit: maximal sechs Wochen. Vertriebskontakt: Stand by, München. Show & Order

Red Chapter.
Wissen Sie, was ein Ambigram ist? Nein. Dann sollten Sie mal Mark Plamer fragen. Er ist einer der weltweit bekanntesten Ambigram-Künstler. Ein Ambigram ist ein Schriftzug, der von vorne und von hinten gelesen jeweils eine andere Bedeutung ergibt. So zeichnet Palmer Schriftbilder, die einmal als „Strength” und einmal als „Courage” zu lesen sind. Solche Zeichnungen bringt der Amerikaner als Print auf T-Shirts für Männer und Frauen. Neben Shirts, werden auch Tops, Sweats und Hoodies gezeigt. Red Chapter schlägt in Deutschland ein neues Kapitel auf und wird hierzulande von der Münchner Agentur Best of 19 eingeführt. Im VK kosten Shirt 59 Euro. Zum Start kann noch im Oktober/November geliefert werden. Danach sind die in L.A. produzierten Jerseys ab Lager nachorderbar. Premium.

Good Genes. Good Genes mit dem Untertitel Born in the Bronx entstand von der Idee her in den USA, kommt aber eigentlich aus Amsterdam. Dahinter steckt Steve Te Pas, der ehemals gemeinsam mit Denim-Maker Jason Denham das Label Blue Blood gegründet hat.  Es gibt tailormade Sakkos in softem Baby-Alpaka oder Cashmere genauso wie Hemden und Blusen in cripser Baumwolle. Denim ist natürlich unverzichtbar. Verarbeitet werden nur Selvedge Denims, mal clean und raw, mal destroyed und Vintage. Den Tailored-Denim-Look gibt es für Männer und Frauen. Zu den ersten Kunden hierzulande gehören das 14oz, Berlin, und Abseits, Stuttgart. EK-Preise liegen für Denim zwischen 55 und 120 Euro, Sakkos kosten ab 290 Euro. Der Vertrieb läuft über die Agentur Toepfer, Düsseldorf. Bread & Butter.

BLK OPM. Black Opium (=BLK OPM), gibt es erst in der dritten Saison. Aber wie der Name schon erahnen lässt, könnten die Shirts des französischen Labels sogar süchtig machen. Denn sowohl Schnitte als auch Prints stehen für einen coolen, urbanen, etwas anderen Look. Die Styles sind eher oversized. Die Prints zeigen mal Farbspritzer, mal Pinselstriche, mal Statements, mal verwischte Konturen. Das Farbbild ist puristisch und basiert auf Weiß, Schwarz und Grau. Macher der Linie ist David Hadida, Sprössling der Gründerfamilie des bekannten Pariser Designerstores L’Eclaireur. Die Shirts und Sweats gibt es für Frauen und Männer. Im EK kosten Shirt 25 bis 30 Euro, Sweats 49 bis 59 Euro. Die Linie wird hierzulande über die Düsseldorfer Agentur Toepfer eingeführt.

All things fabulous.
Das Label bietet vielleicht nicht alle fabelhaften Dinge, die man sich vorstellen kann, aber doch zumindest Shirts und Sweats, die mit ihren witzigen Prints das Zeug zu fabelhaften Lieblingsteilen im Kleiderschrank haben. Das Label aus dem kalifornischen Venice Beach, wo es auch einen eigenen Laden und zahlreiche Kooperationen mit Ron Herman gibt, für den zu Beginn exklusiv produziert wurde, steht für lässige Shirts mit Tierprints. Naive Zebra-, Giraffen-, Löwen- oder Elefanten-Motive sorgen für einen neuen Shirtlook. Pro Jahr soll es vier Kollektionen geben. Das Label wird in Deutschland neu über CP Fashion, Düsseldorf, eingeführt. VK-Preise liegen um 99 bis 149 Euro. Premium.

Suncoo.
Das Label kommt aus Paris, wo die Linie 2007 von der Asiatin Stella Tang gemeinsam mit einem Partner lanciert wurde. Romantische, unangestrengte, einzelteilige Looks prägen die Kollektion. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Strick, ergänzt durch Kleider, Röcke und Shirts. Entscheidend für das Konzept ist, dass man Trends zu günstigen Preisen bieten will. So kostet Strick im VK im Schwerpunkt zwischen 59 und 79 Euro. Dabei wird mit unterschiedlichen Garnen und Strukturen genauso gespielt wie mit liebevollen Details wie Spitzen-Einsätzen und Intarsien. In Frankreich ist die Linie schon mit eigenen Läden präsent. Hierzulande wird die Kollektion von der Frankfurter Agentur Feldges+Heidt neu eingeführt. Pro Jahr gibt es zwei Hauptkollektionen und zwei Flash-Programme. Premium.

Uneins.
Helsinki trifft auf Berlin. Skandinavische Natur trifft auf Berliner Weltstadt-Flair. Und wird: Uneins. So viel zum Grundkonzept des neuen Labels Uneins. Dahinter steht die deutsche Designerin Linda Förster, die in zwei Städten lebt und arbeitet – genau: in Helsinki und in Berlin. Außergewöhnliche, origami-inspirierte Faltenpartien und cleane, aber dennoch feminine Silhouetten prägen den Look der Kollektion, die sich mit  VK-Preisen von 500 bis 600 Euro im Luxus- Einstiegsbereich positioniert. Verarbeitet werden exklusive Materialien wie Rentier-Leder und hochwertige italienische Stoffe. Premiere feierte die Kollektion vergangene Saison auf der Premium in Berlin, dort wird sie nun zum zweiten Mal präsentiert. Premium.

Au Soleil de St. Tropez. Wer wäre nicht gerne unter der Sonne von St-Tropez. Und so entspannt man sich die Atmosphäre unter azurblauem Himmel vorstellt, so lässig sind auch die Shirts des Labels, das mit Au Soleil de St. Tropez die Sonne schon im Namen trägt. Hauchdünne Jerseys, offene Kanten, Pailletten-Dekor und Statement-Prints sind typisch. Im Sommer gibt es überwiegend Shirts. Zum Winter auch Strick, der mal mit Nieten und Pailletten, mal mit Metallic-Logo- Prints dekoriert wird. Hinter der Kollektion steht Dominique de Martino, die Macherin der Boutique, nach der jetzt auch die Shirtlinie benannt ist. Die Shirts sind One Size und werden hierzulande neu über die Agentur Feldges+Heidt, Frankfurt, vertrieben. Im VK kosten Shirts 109 bis 169 Euro, Strick liegt bei 149 bis 199 Euro. Premium.