Wie sieht die Mode von Morgen aus? Wie werden Topseller weitergedreht? Was ist relevant für stark frequentierte Flächen und umsatzstarke Sortimente? Nach Berlin fahren Einkäufer, um Antworten auf diese Fragen zu finden und wegweisende Produkte, Inszenierungen und Stilwelten zu lokalisieren. Für viele steht auch die Entdeckung neuer, unverbrauchter Labels auf dem Programm. Vor allem Premium, Seek, Bright und Show & Order bieten wieder ein Füllhorn an frischen Kollektionen:

Nicce London.
Quasi noch in den Kinderschuhen, aber schon ziemlich erfolgreich – das ist das Londoner Label Nicce. Die lässige Londoner Streetwear kommt so gut an, dass sie schon bei Topman und Asos verkauft wird. Die Kollektion besticht durch cleane aber funktionelle Teile, wie Sweatshirts mit dem prägnanten Nicce-Schriftzug, Print-Hemden, Hoodies und Jacken. Vor kurzem wurde der HAKA-Kollektion auch eine kleine DOB-Kollektion zur Seite gestellt, die vor allem aus Oberteilen mit dem Nicce-Schriftzug besteht. Preislich bewegen sich die Teile zwischen 11 Euro für ein simples T-Shirt und 53 Euro für eine Jacke im EK. Der Vertrieb läuft – noch – über das Label selbst. Seek

Harmony. Zeitgenössische Kunst und die minimalistische Designsprache der späten Neunziger sind seine Inspirationsquellen. Unübersehbar. Seit 2014 präsentiert David Obadia unter dem Label Harmony eine Contemporary-Kollektion für Männer und Frauen, die den Vergleich mit den großen Namen der Neunziger nicht scheuen muss. Architektonische Schnitte in luxuriösen Stoffen – und das zu vernünftigen Preisen: Die EKs reichen etwa von 60 Euro für Hosen und Röcke über 110 Euro für Kleider bis 150 Euro für Blazer und Mäntel. Der Vertrieb läuft über Prag Agency Sales, Berlin. Obadia ist übrigens einer der Nominierten für den International Woolmark Prize 2015/16 – und das mit gerade einmal 25 Jahren. Seek

Gvyn. Wer Harvey Nichols zu seinen ersten Kunden zählen kann, scheint mit seiner Kollektion etwas richtig gemacht zu haben. Klare Linien, minimalistische Formen, feine Details, monochrome Farben – mit diesen Attributen haben die Taschen unter dem Label Gvyn bei ihrem Launch auf der London Fashion Week im September 2014 von sich reden gemacht. Es gibt zehn Modelle in je sechs Farben. Das Leder kommt aus Italien, produziert wird in Polen. Mit VK-Preisen von 299 bis 499 will Ulrike Seeber die Lücke zwischen High Street und High End schließen. Gvyn ist übrigens nicht deren erstes Projekt: Seeber ist Gründerin des Stores Wald in Berlin. Der Vertrieb läuft über Modeist, München. Premium

Barbara Bonner. Das Bags macht die drei „B“ für die Taschenkollektion der gebürtigen Italienerin perfekt. So bewegt und außergewöhnlich wie ihre Kindheit und Familiengeschichte ist auch ihre Kollektion. Ihr Großvater war Diamantenschleifer und ihre Großmutter ist mit ihrem Motorrad im Zirkus durch den Ring des Todes gefahren. Ein wenig rebellisch ist auch der Spirit der Taschen. Fransen sind ihre Leidenschaft und schmücken viele Modelle der Taschenlinie. Dabei wird alles auf höchstem handwerklichen Niveau in der Toskana gefertigt. Die Palette reicht von kleinen Clutches über Beutel bis zu großen Bags. Celebrities wie Olivia Palermo, Poppy Delevigne und Kate Moss gehören bereits zu den Fans der Linie. In Deutschland wird das Label neu über die Agentur The Stylemanifest, Dortmund, eingeführt. Show&Order

Mos Mosh. Mos Mosh könnte die dänische Antwort auf die italienische Hosen-Erfolgsstory von Please sein. Denn das dänische Label, das vor rund fünf Jahren gegründet wurde, setzt auf Denims und Hosen, die immer mit besonderen Details spielen. Mal ein markantes Stitching hier, mal Nietenbesatz oder Pailletten-Dekor dort. Von Skinny bis Boyfriend, von Flare bis Chino sind alle Varianten vertreten. Dabei liegen die VKs im Schwerpunkt bei 139 Euro. Oberteile von der Bluse bis zum Parka, vom Blazer bis zur Strickjacke runden den lässigen Look der Dänen ab. Show&Order

Salty Skin. Indonesischer Spirit für die Sortimente: Die Deutsche Claudia Horlin-Smith lernte während eines Bali-Urlaubs ihren jetzigen Mann kennen und wanderte prompt auf die Insel aus. Von dort aus kreiert sie lässige Styles, die vom balinesischen Lebensstil inspiriert sind: Neben Tuniken, Kleidern und Häkeltops gibt es leichte Hosen aus Seide und Viskose. Sandalen kommen mit Stickereien, Halbedelsteinen und Pailletten. Das Besondere: Alle Teile sind Unikate, handgefertigt von balinesischen Schneidern. Auch das Leder stammt von der Insel. Accessoires kosten im EK 12 bis 39 Euro, Bekleidung gibt es ab 29 Euro. Ledertaschen starten bei 60, Sandalen bei 30 Euro. Zum Winter gibt es dann handgearbeitete Wollmützen und -pullover sowie Lederschals. Vertrieb über Agentur Berning, Düsseldorf. Show&Order



Einen umfassenden Überblick über weitere frische Kollektionen finden Sie im TW Label to Watch Guide, der der TextilWirtschaft 30 vom 23. Juli 2015 beiliegt.