Noch spitzer, noch cooler, noch individueller – so müssen modisch progressive Sortimente sein. Nur permanenter Wandel, ständige Bewegung garantiert hier den Erfolg. Denn die Kundin ist immer infomierter, immer mutiger, immer experimentierfreudiger. Sie will zeitgemäße Looks. Looks, die es nicht an jeder Ecke gibt. Looks, die jede Party rocken, aber auch im Alltag funktionieren. Und das Ganze zu zeitgemäßen Preisen. Für viele kleinere Händler ist das das Segment der Zukunft. Aber auch die Großen, ob P&C oder KaDeWe, Karstadt oder Galeries Lafayette, setzen auf Contemporary – auf zeitgemäße Looks und Kollektionen zu noch bezahlbaren Preisen unterhalb des Designergenres. Modisch eine Mischung aus französischer Raffinesse, amerikanischer Lässigkeit und skandinavischer Coolness. Rund um Labels wie The Kooples, Sandro und Maje bis zu Forte Forte, Iro und Carven, Rag&Bone und Rika formt sich hier ein Wachstumsfeld heraus. Contemporary – ein Markt mit Potenzial.

MSGM kommt aus Italien, wo es zu den Aufsteigern schlechthin gehört. 2008 durch die Partnerschaft von Designer Massimo Giorgetti mit der Paoloni Group gegründet, ist das Label 2010 mit der ersten Kollektion gestartet. Ein wilder, individueller Mix aus Farben, Mustern und Stoffen steht für die typische Handschrift, die internationale Einkäufer von Luisa via Roma, Florenz, bis Matches, London, spontan begeistert hat


Leon & Harper.
Steht für frische, unkomplizierte Looks für moderne Frauen. Das Label kommt aus Paris, wo es vor vier Jahren vom langjährigen Et vous-Macher Philippe Corbin lanciert wurde. Shirts und Sweats mit auffälligen Prints stehen im Mittelpunkt der Kollektion. Dabei geht es immer um Muster und Motive mit einem Augenzwinkern. Auch handgearbeitete Details wie aufwändige Perlen-Stickereien im indianischen Stil sind typisch. Denn eine individuelle Handschrift liegt dem Franzosen am Herzen. Dabei ist der Styele immer lässig. Das gilt auch für die Hosen und Röcke im Programm. Pro Jahr gibt es vier Kollektionen. Shirts kosten im EK 22 bis 28 Euro, Sweats starten bei 45 Euro und Hosen kosten um 50 Euro im Einkauf.

Baum und Pferdgarten. In Skandinavien räumen sie immer wieder Designpreise ab, hierzulande haben sie den Durchbruch noch nicht so recht geschafft. Dabei ist es dem Designduo Helle Hestehave und Rikke Baumgarten gelungen, seine ganz eigene Handschrift zu etablieren, die durchaus einen zweiten Blick lohnt. Seit 1999 zeigen sie Kollektionen, die durch das Spiel mit Gegensätzen, mit besonderen Drucken, überraschenden Farbkombinationen und Matt-Glanz-Effekten gekennzeichnet sind. Vertrieb: Adamski&Caramia, Düsseldorf.

Rag & Bone. Kommt aus New York, wo das Label 2002 von Marcus Wainwright und David Neville lanciert wurde. Es steht für einen coolen, urbanen Look, der modernes Tailoring mit Lässigkeit und ein wenig Rock’n’Roll-Attitüde paart. Jeans, mit denen bei Rag&Bone alles begann, dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie Parka-Mäntel, oversized Strick und Ankle Boots. Unangestrengt modern. Dabei starten die VK-Preise um 150 Euro für Jeans, Strick kostet um 350 Euro im Verkauf.

Anna Studio. Stammt aus dem Herzen von Paris. Dort liegt zumindest das Designstudio des Unternehmens. Entsprechend ist auch der Look echt französisch, pariserisch: Er kombiniert femininen Chic mit Raffinesse und verspielten Details. Für fließende Seidenblusen genauso wie für bedruckte Kleider und verkürzte Jacquard-Hosen. Eleganz, aber alltagstauglich. EK-Preise: 30 bis 85 Euro für Blusen und Röcke, 70 bis 110 Euro für Jacken. Vertrieb: Agentur Buhrs 3.0, Offenbach.

Blame. Ist das Label der beiden Berlinerinnen Sarah Büren und Sonja Hodzode. Sie mixen Streetwear-Einflüsse mit Highfashion-Attitüde, Vintage-Appeal mit femininem Chic. Dabei setzen sie immer wieder auf ihr besonderes Farbgefühl, auf ausgefallene Muster und überraschende Details wie neonfarbene Pipings oder markante Stitchings. Erst 2010 gegründet, haben sie inzwischen einige Designpreise erhalten und gelten als echte Aufsteiger.

Isabell de Hillerin. Verbindet Tradition mit Moderne. Denn die Berlinerin, die ihr Label 2009 gegründet hat, kombiniert cleanes Tailoring, etwa für Parkas oder Jumpsuits, mit traditionellen moldawischen und rumänischen Fertigungstechniken. Besondere Web- und Stickerei-Details sind damit in der neuen Sommerkollektion typisch. Beständigkeit ist für die Berlinerin ein wichtiges Stichwort. Vertrieb: Arne Eberle, Berlin.

Eine ausführliche Analyse des Marktes und mehr Labels finden Sie in der TextilWirtschaft 45 vom 08. November 2012. Die digitale Ausgabe steht bereits am 07. November 2012 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.