Bisher war die Messe Pure London eine Plattform für den Mainstream und spielte vor allem national eine Rolle. Doch das soll sich jetzt ändern: Über drei Saisons hinweg hat Pure-Macherin Julie Driscoll die Messe neu aufgestellt, über 70 Labels ausgelistet, mehr als 300 neu aufgenommen. Auch Kollektionen aus Korea, China oder Portugal zeigen auf der Pure. Für viele ist es der erste Auftritt auf einer internationalen Messe. Die Pure rückt so in den Fokus internationaler Einkäufer. Und gewinnt an Relevanz in der immer schwieriger werdenden Trüffelsuche. Eine Auswahl an spannenden Labels für Sortimente mit Drive.

Ardent & Co. Nach zwei reinen Show-Kollektionen für den Laufsteg hat sich die Londonerin Yihua Li an ihre erste tragbare Kollektion gewagt. Alle Stücke zeigen, dass sich die Designerin mit asiatischen Wurzeln intensiv mit Materialien auseinander gesetzt hat. Sie verwendet bspw. ein von ihr entwickeltes Mesh, das sie mit dünner Plastikfolie unterfüttert hat. So entsteht ein wasserfestes Kleidungsstück – perfekt für verregnete Londoner Tage. Yihua Li hat am London College of Fashion ihren Master im Fach Digital Fashion gemacht. Sie hat schon für Christian Dior und Alexander McQueen gearbeitet. Ihre jetzt vorgestellte Kollektion basiert auf starken Einzelteilen und ist in den Farben Schwarz und Weiß gehalten. Preise: 50 Euro EK für ein Sweat bis 140 Euro EK für ein aufwendig gemachtes Kleid.

Lavish Alice. In England ist das 2013 gegründete Young Fashion-Label Lavish Alice schon recht bekannt, wohl auch, weil es erfolgreich bei Asos verkauft wird. Zum ersten Mal wurde es jetzt auf einer Messe präsentiert, um auch international bekannter zu werden. Lavish Alice arbeitet intensiv mit Bloggern zusammen und ist in den sozialen Netzwerken sehr präsent. Sie stehen für das, was man als „Blogger-Style“ bezeichnen könnte. Neben Bekleidung sind auch Schuhe, Schmuck, Taschen, Brillen und andere Accessoires im Angebot. Die EK-Preisrange bewegt sich zwischen 15 und 40 Euro.

Britstitch. 1967 ließ sich irgendwo in England ein Mann eine kleine Ledertasche anfertigen. Als er 2012 zu einem Täschner ging, um sich den Trageriemen eben dieser Tasche reparieren zu lassen, wurde der Taschenmacher auf die kleine Umhängetasche aufmerksam. Sie gefiel ihm so gut, dass er beschloss, sie zum Vorbild für eine Kollektion zu nehmen. Seit 2 Jahren gibt es unter dem Namen Brit-Stitch handgemachte Rücksäcke, Schlüsseletuis, iPad-Cases und Taschen. Charakteristisch ist die sichtbare Naht. Alle Stücke gibt es in unzähligen Farben. Produziert wird in England. Die Preise liegen bei 25 Euro für eine kleine Tasche oder ein iPad-Case über 40 Euro für eine mittlere und 65 Euro für eine große Tasche.

Angie Ann. Dieses koreanische Label wurde erst 2014 gegründet und zeigt auf der Pure zum ersten Mal auf einer internationalen Plattform. Die Kollektion zeichnet sich durch einen cleanen, minimalistischen Look aus. Farblich bewegt sie sich in den Tönen Weiß und helle Pastelle von Mint bis Rosé. Oversize-Blazer gehören ebenso dazu wie kragenlose Trenchcoats und verschiedenste Variationen von weißer Bluse und Kimono. Die EK-Preise: 12 Euro für einfache Shirts, 40 Euro für Kleider und 95 Euro für Mäntel.

Whatever. Ebenfalls zum ersten Mal in Europa präsentiert sich das Hongkonger Labels Whatever mit ihrer zweiten Kollektion. Alle Stücke sind aus von den Machern eigens entwickelten Materialien hergestellt. Zum einen ein glattes, glänzendes Baumwolle-Polyester-Gemisch, zum andern ein flauschiges Material im Look irgendwo zwischen Fake Fur und Samt. So bekommen Trucker Jackets ebenso einen neuen Look wie mit Druckknopfreihen verzierte Röcke, Mäntel oder Turnbeutel. Beutel kosten im EK 40, Röcke 65 und Mäntel 125 Euro.

Co.Ro. Architecture-à-porter lautet das Motto der aus Rom stammenden Schmuckdesignerin Constanza De Cecco. Ringe und Ketten tragen eindeutige Merkmale von Gebäuden. Ringe gleichen Häusern oder einem chinesischen Pavillon. Ketten sehen aus wie eine silberne Häuserfront oder eine abstrakte Brücke. Zudem dreht sie übliche Schmuckdesigns um, verlagert Perlen an die Innenseite von Ringen und Armreifen. Verwendete Materialien sind Silber und vergoldete Bronze. Preise bewegen sich im EK zwischen 30 Euro für Ringe und 150 Euro für Armbänder mit Echtperlen.

FRNCH. Seit 18 Jahren gibt es das Label Lucy Paris aus Paris, das aber bisher kaum auf dem deutschen Markt vertreten ist. Jetzt wurde es neu aufgestellt und unter dem Namen FRNCH neu lanciert. In den UK, der USA und in Südeuropa ist Lucy Paris ein erfolgreiches Young Fashion Label. FRNCH steht für feminine Looks, aber immer modern umgesetzt. Röcke machen einen wichtigen Teil der Kollektion aus. Die Range reicht von Bleistiftröcken mit grafischen Prints über knielange, ausgestellte Röcke aus Spitze bis zum bodenlangen Röcken aus schwarzem Lasercut-Stoff. Daneben gibt es viele fließende Bluse-Shirt-Hybride und verschiedene Blazer- und Indoor-Jacken-Varianten. Alles wird in Italien produziert. Preise reichen von 15 Euro im EK für ein Shirt bis zu 50 Euro für Mäntel.

Karishma Kusurkar. Geometrie spielt eine große Rolle in der Accessoires-Kollektion der Belfasterin Karishma Kusurkar. Denn alle Taschen kommen in geometrischen Formen daher. Mal sind die Stücke von Origami inspiriert, mal von einem Kaleidoskop. Alle Taschen sind aus einem speziell gefalteten Stück Stoff genäht und erhalten so ihre charakteristische Form. Auch die Schals sind mit geometrischen Prints bedruckt. Schals kosten 45 Euro im EK, Taschen zwischen 135 und 250 Euro.