Die Schuhe dazu. Die Tasche on top. Kunden verlangen heute nach gut zusammengestellten Outfits. Nach frischen Bildern. Und nach neuen Namen bei Taschen und Schuhen. Pünktlich zur GDS beginnt sie wieder, die vielbeschworene Trüffelsuche rund um Schuhe und Accessoires. Wer hat die trendigsten Ankle-Boots? Wo gibt es die zukünftige Lieblingstasche? Und wie sieht es eigentlich aus, mit Nachschub in Sachen Sneaker? Labels to watch, zusammengestellt von der Moderedaktion der TW:

ARKK Copenhagen. Ein brandneues Sneaker-Label aus Kopenhagen, hinter dem zwei Freunde stehen. Die Modelle sind unisex, ruhig und simpel in der Form- und Designsprache. Inspirationen kommen aus dem High Performance-Bereich, genauso einige Materialien, die verwendet werden. Sneaker aus Neopren oder Wolle, auch im Mix, liegen bei 99 Euro im VK.

EAM. Essentials Articles in the Making, kurz EAM. Dahinter steckt ein junges Unternehmen, 2012 in Oslo gegründet. Der Anspruch: Mit den edelsten Materialien und den anspruchvollsten Handwerkstechniken sollen Taschen und Etuis für den täglichen Bedarf entstehen. Natürlich, langlebig, zugänglich. So kommt vorrangig vegetabil gegerbtes Leder aus Italien und japanischer Denim zum Einsatz. Die VK-Preise starten bei 99 Euro für Visitenkarten-Etuis.

116 Centseize. Über den Tag hinaus sollen die Dinge halten, schön und gültig sein, die Anna Veit unter ihrem Label 116 Centseize entwickelt. Es sind im Schwerpunkt Taschen. Aus italienischen Ledern, gefertigt in Stuttgart, wo die kleine Firma ihren Sitz hat. Es gibt nicht jede Saison, aber doch jedes Jahr eine neue Kollektion. Die aktuelle ist vornehmlich in Schwarz und Weiß gehalten. Die Silhouette ist geradlinig, auch die Prägungen auf Veloursleder sind grafisch gehalten. Neben schlichten Shoppern in verschiedenen Größen (ab 180 Euro VK) gibt es Rucksäcke, feste Umhängetaschen im Jägerstil (ab 389 Euro) und eine Clutch. Das handwerkliche Highlight stellen Zugbeutel in geflochtenem Leder dar zu 549 Euro VK. Der Vertrieb läuft über Area X, Stuttgart. Die Lieferzeit beträgt, je nach Auftragsgröße, rund vier Wochen.

Ekn Footwear. Das Frankfurter Label – gesprochen i’kin - setzt komplett auf Bio und Nachhaltigkeit, sieht aber so gar nicht danach aus. Produziert wird in einer kleinen Manufaktur in der Nähe von Porto in Portugal. Chromfrei gegerbtes Leder, Zutaten (sofern es möglich ist) aus der Region um Porto, Sohlen und Schnürsenkel aus natürlichen Materialien, sogar die Kartons sind aus recyceltem Papier. Sneaker starten bei 130 Euro im VK.

Bagagiste. Leichtes Reisen. Das beschäftigt viele Unternehmen. Das junge Label Bagagiste, hinter dem ein modeinteressierter Betriebswirtschaftler und ein Architekt stehen, fügt dem noch eine weitere Dimension hinzu: Design. Praktisch, leicht, schön. Entstanden sind minimalistisch-elegante Taschen, die alle Vorteile eines Koffers haben, dabei aber auch cool und zeitlos aussehen. Für die Herstellung kommt vor allem wasserabweisendes Canvas aus koreanischer Baumwolle und hochwertiges Semi-Anilin-Leder zum Einsatz. Der Name des Labels kommt aus dem Französischen: Le Bagagiste, der Kofferträger, der den Reisenden die Last abnimmt. Wie passend. Die 24h-Tasche, eine geräumige Day-Bag, kostet 240 Euro, die 48h-Tasche, ein Weekender, kostet 380 Euro im VK.

Timbuk2. In einer Garage in San Francisco entstand vor 25 Jahren die Idee zur legendären Fahrrad-Messenger-Bag: ein Modell, das nicht seitlich an der Hüfte, sondern auf dem Rücken getragen wird. Timbuk2 war geboren. Von dort aus ging es um die ganze Welt. 2015 dann der Relaunch in Europa: Ab sofort vertreibt Ton van Lier, ehemaliger CFO von Timberland, das urbane Label über seine Agentur BayNed in Haar bei München. Die über 100-teilige Streetstyle-Kollektion umfasst neben Messenger-Modellen auch Rucksäcke, Reise- und Laptoptaschen sowie Accessoires und Bike Gear für Globetrotter und Großstadt-Nomaden. Im EK zwischen 50 und 300 Euro.

Vaca Vaca. Ihren Mode-Traum zum Beruf gemacht hat Marketing-Managerin Carolin Zisgen, Gründerin des Taschen-Labels Vaca Vaca: Die Idee zu ihrer Kollektion entstand 2008 während eines Urlaubs in Südamerika. Dort wird traditionell viel Kuhleder verarbeitet, daher der Name: Vaca ist das spanische Wort für Kuh. Seit vergangenem Jahr gibt es nun Handtaschen, klassisches Reisegepäck und kleine Leder-Accessoires aus Kuhfell – alles Unikate aufgrund der einzigartigen Musterung jedes Tiers. Totes etwa kosten im VK 260 Euro, Geldbeutel 90, bei einer Marge von 2,4. Neu sind auch ein Fransenponcho (70 Euro) und ein Kaftan aus türkischer Baumwolle sowie Boho-Leder-Tasseln als Taschen- und Schlüsselanhänger. Gefertigt wird in Istanbul. Der Vertrieb läuft über das Label selbst.


Allison Mitchel. Das Taschenlabel der gleichnamigen Designerin aus Dallas, Texas, zeigt seit 2005 minimalistische, reduzierte Designs. Handgemacht in den USA, gehören übergroße Clutches aus Kuhfell in Smaragdgrün, Sonnengelb und Rubinrot genauso zur Kollektion wie klassische Veloursleder-Bucket Bags in Hellgrau und Puder. Im Verkauf um 800 Euro. Highlight ist eine cremefarbene Fischschuppen-Clutch für 2500 Euro. Die Order läuft über die Website des Labels.

Babash Design. Das Boho-Accessoires-Label aus Porto wird seit 2013 von den Freundinnen Catarina Feio und Vanessa Garcia-Agullo gemacht. Die Portugiesinnen setzen voll und ganz auf 70s-Spirit: Da gibt es Umhängetaschen mit überlangen Fransen und Perlenstickereien im Indianer-Style, goldfarbene Armreifen mit Schlangenkopf und türkisfarbenen Steinen, schwarze Ethno-Clutches mit rubinroten Knöpfen auf goldener Zierleiste sowie Cowboy-Ledergürtel in Cognac mit XXL-Schnalle. VK-Preise von 250 bis 600 Euro, produziert wird in Portugal. Den Vertrieb steuert Fashion Design Room, München.

Matthew Harris. Der neue Michael Kors? Zumindest treffen die Taschen des jungen Amsterdamer Labels in ähnlicher Weise den Nerv der Zeit. Der Formenpark reicht von femininen Cross Body Bags mit aufwändiger Schließe und Goldkette über innovative Beutelformen mit goldfarbenen Zippern und Zug-Details bis hin zur schicken und geräumigen Business-Tasche. Die Farbwelt: smart und klassisch – Puder- und Schlammtöne dominieren neben Schwarz. Die Taschen werden in Amsterdam entworfen, in China gefertigt. Pro Jahr soll es vier Kollektionen geben. VK: 100 bis 250 Euro bei einer Marge von 2.6. Zu den ersten Kunden zählen das Alsterhaus in Hamburg, das KaDeWe in Berlin sowie Zalando. Vertrieb über Angelika Richter, MH Services, Düsseldorf.



In der TW 30 vom 23. Juli 2015 finden Sie das große Schuh- und Taschen-Spezial mit ausführlichen Markt- und Trendanalysen, Stimmen aus Industrie und Handel sowie Labels to watch und News. Die digitale Ausgabe steht bereits am 22. Juli 2015 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.