Vergangene Woche wurde auf der Internationalen Lederwarenmesse ILM das Gros der Taschenorders festgezurrt. Für die etwaigen Restbudgets lohnt ein Blick auf diese frischen, noch unbekannteren Kollektionen:

Elektropulli. Die Geschichte des Kölner Labels fing tatsächlich mit Elektropullis an. Also mit Hüllen für elektronische Geräte wie iPhone und Co. Mittlerweile entwirft Grafikdesignerin Anja Köttker aber auch Jutebeutel aus Leder und kleine Reißverschluss-Börsen – Taschen und Hüllen, in denen aber nicht zwangsläufig nur Elektronisches transportiert werden muss. Beim Design bevorzugt es die junge Kreative schlicht oder grafisch – lieber soll das hochwertige Leder im Vordergrund stehen. Das darf allerdings ruhig auch mal in Silber, Gold oder Kupfer schimmern. Gefertigt wird in Süddeutschland. iPhone-Hüllen kosten um 30 Euro im VK, kleinere Handtaschen um 60 Euro, Shopper um 120 Euro.

It-Covers. Erst It-Bags, jetzt It-Covers. Das sind sie wirklich, die iPhone- und iPad-Hüllen von Sandra Sánchez. Denn Reptil-Optik, schimmernde Oberflächen und Swarovski-Steinchen machen die schützenden Covers zu echten Hinguckern. Trotz schöner Fassade sind die die Hüllen auch noch praktisch, denn sie sind mit einer Kette ausgestattet, die das Tragen über der Schulter erlaubt. Und zum Telefonieren muss das iPhone nicht mal aus der Hülle herausgenommen werden. Das spanische Label wurde 2012 gegründet und ist in seiner Heimat unter anderem bei El Corte Ingles vertreten. Jetzt soll It-Covers auch in Deutschland etabliert werden. EKs starten bei 37 Euro für verlgeichsweise einfache iPhone-Hüllen und gehen bis zu 90 Euro für iPad-Covers zum Umhängen.

Piero Guidi. Die Kollektion aus den italienischen Marken gibt es locker schon 30 Jahre – und war vor Saisons auch schon mal in Deutschland vertreten, unter anderem bei Burresi in Wiesbaden. Nicht nur mit Taschen, sondern auch mit Jacken. Jetzt will Piero Guidi neu durchstarten. Unter anderem mit der „Lineabold Selfie Bag“, einer Tasche, die sich mit einer Selfie-Plakette versehen und damit customizen lässt. Piero Guidi arbeitet fast ausschließlich mit Leder, ansonsten auch mal mit gecoatetem Canvas. EKs: 30 bis 140 Euro. Vertrieb über Fashion Fusion, Dortmund.

NC56. Deutsches Label, skandinavische Inspiration. Die Idee zu Natural Coast 56 kam Gründer Reiner Baumbach auf dem 56. Breitengrad: im Kopenhagen-Urlaub. Zurück in Deutschland begann er 2013 mit farbenfroher Legwear, nun gibt es auch Taschen. Kernig, robust, vintage. Neben einer Freizeit-Linie aus PU und Canvas gibt es auch Modelle aus gewaschenem Rindsleder. Das Besondere: Taschen, Rucksäcke und Geldbörsen werden erst vollständig produziert und anschließend gewaschen. Die Unikate gibt es im VK zwischen 160 und 260 Euro. Lizenznehmer und –geber ist der Steinfurter Strumpf-Spezialist Atair. Der Vertrieb läuft über MT Leather & Accessoires, Ortenberg.

Yliana Yepez. Geboren in Paris, aufgewachsen in Caracas. Nun lebt Model und Designerin Yliana Yepez mit ihrer Familie in New York. Als Kreativdirektorin und Inhaberin ihres gleichnamigen Accessoires-Labels zeigt sie den Mix der Kulturen: Da gibt es Clutches aus Schlangenleder in tropischem Farbmix um 900 Euro im VK. Oder große Shopper im Materialmix aus PVC, Leder und Spitze in bunter Graffiti-Optik für 780 Euro. In Europa sind die Luxus-Taschen bisher in Pariser Boutiquen erhältlich, international gibt es sie unter anderem bei Bergdorf Goodman und Bloomingdale’s.