Alle Augen auf Berlin: In der Spree-Metropole gehen die Mode-Messen Premium, Seek, Bright, Show&Order, Panorama und Co. wieder an den Start. Unzählige Kollektionen werden präsentiert, mehr als 2800 Labels gehören zum Angebot. Für Einkäufer ein Basar der Extraklasse: von Streetwear über Contemporary bis Green Fashion und Big-Size-Kollektionen – Die Palette an Möglichkeiten, Sortimente neu aufzuladen und aufzubrechen, ist enorm. Ein Spotlight auf frische Impulsgeber:

Fonnesbech. Ein dänisches Familienunternehmen mit Tradition. 1847 startete Anders Fonnesbech mit einem Laden für hochwertige Stoffe in Kopenhagen. Daraus wurde ein Designerstore und mittlerweile auch ein eigenes Label. Das erfährt aktuell einen kompletten Relaunch, der die Tradition und Historie des Hauses mit einer modernen Handschrift verbindet. Wertige Materialien und anspruchsvolles Design, versehen mit innovativem Twist, prägen den Look. Wadenlange Mäntel und große Capes treffen dabei auf Blusen und Strick mit markanten Details. VK-Preise von 200 bis 400 Euro für Strick, 250 bis 350 Euro für Hosen und 600 bis 900 Euro für Mäntel. Als Berater fungiert die Münchnerin Gabriele Frantzen, die mit ihrer Agentur Best of 19 auch den Vertrieb übernimmt. Premium

Alessandra Bi. Könnte auch stehen für nahtlos schön. Das Kaschmir-Label aus Italien bietet ausschließlich rundgestrickte Teile ohne Nähte und mit besonderem Wohlfühlfaktor. Das Programm ist kompakt mit rund 30 Styles. Neben anspruchsvoller Verarbeitung und hochwertigen Qualitäten sind ausgefallene Styles typisch für das junge Label. So gibt es auch mal ein fast bodenlanges Maxikleid, einen Strickoverall oder eine lange Weste. Hinter Alessandra Bi steht die B.M.A. Buizza Mazzei Agency S.R.L., ein kleines Unternehmen aus der Toskana. Die Macher Marcello und Alessandra Brizzi, die letztlich auch Pate für den Namen standen, fertigen komplett in Italien. VK-Preise liegen um 300 bis 400 Euro. In Deutschland wird die Kollektion neu über Modeist, Marion Hoferer, München, eingeführt. Premium

Iphoria. Eine Symbiose aus Klassik und Verspieltheit – so lässt sich der Stil von Iphoria zusammenfassen. Die Berliner Jungdesignerin und Gründerin des Labels, Milena Jäckel, ist im Sommer mit ihrer Kaschmir-Kollektion gestartet. Bekannt wurde Iphoria mit den markanten iPhone-Hüllen. Die Designs der Kollektion aus 100% Kaschmir variieren von klassischen Streifen bis hin zu lauten Prints sowie von zarten Nude-Tönen bis hin zu lebhaften Farben. Highlights sind etwa Oversize-Cardigans und wollige Ponchos. Die VK-Preise für Pullover und Strick beginnen ab 340 Euro. Der Vertrieb läuft direkt über Iphoria. Premium

Grunge John Orchestra Explosion. From Russia with Style. Ein neuer Name für die Outerwear. Wegweisende Häuser wie Lodenfrey und Stierblut führen sie schon. Sogar eine Kooperation mit Adidas Originals können die Macher schon vorweisen. Kenner nennen das Label nur kurz GJOE. Der Fokus des 2008 gegründeten Pitti-Debütanten liegt auf maskuliner Sportswear fürs Premium-Genre. Der Vertrieb läuft über die Agentur Brandpool in Offenbach. Premium

Pride to be. Ob der Name daher kommt, dass man so stolz ist, wenn man diese Teile trägt, ist nicht bestätigt. Ganz klar ist aber, dass sich bei diesem neuen Label alles komplett um Leder dreht. Und zwar um Lammnappa vom New Zealand-Lamm – in Schwarz und dunklem Pflaume. Dabei geht es um Oberteile und Taschen. Gezeigt werden jeweils zehn Modelle. In Sachen Bekleidung reicht die Palette vom Hemd über Kleid, Mantel und knackige Jacke bis zum taillierten Zipper-Oberteil. In puncto Tasche werden beutelige Formen ebenso gezeigt wie kleine Henkeltaschen und große Shopper-Typen. Das Ganze zu VK-Preisen zwischen 199 und 399 Euro. Die Einführung in Deutschland übernimmt Marion Hoferer, Modeist, München. Hinter der Kollektion steht der Lederspezialist JCC, Deizisau. Premium

Johnny love. Sie kommen aus dem norwegischen Trondheim, dahinter steht Gründer und Designchef Johnny Vinem. Er startete sein Label 2006 – zunächst nur mit Menswear. Gut angezogen, aber nicht zu formell lautet sein Anspruch. Dabei ist seine cleane, reduzierte Handschrift, die immer die Persönlichkeit des Trägers unterstreichen soll, durchaus asiatisch inspiriert. Mäntel und Outerwear, eine Kernkompetenz der Kollektion, sind immer funktional. Schließlich sind sie bei der norwegischen Wetterlage unverzichtbar. Seit dieser Saison gibt es auch eine DOB-Linie. Alle Stoffe kommen aus Italien. Produziert wird in Europa. Jacken und Mäntel kosten im VK um 500, Hemden um 140 Euro. Der Vertrieb läuft über We Distribution, Hamburg. Premium

Nina Kastens. Zeitlos, aber modern. Feminin, aber geradlinig. Das ist der Anspruch, den Goldschmiedin Nina Kastens an den Schmuck stellt, den sie seit 2014 für ihr gleichnamiges Label entwirft. Dabei arbeitet sie mit Sterling-Silber, 18 Karat vergoldetem Silber und Süßwasserperlen. Icon Piece ist der "I am good"-Ring aus 18 Karat-Gold. „Ein Ring zur Eigenmotivation“, so die Kreative. VK-Preise liegen im Kern bei 130 bis 200 Euro. Premium

Onomato. Jades in Düsseldorf, Jung in Augsburg, Leone in Mannheim und die Häuser der Kadewe-Group – sie alle schätzen Onomato. Das Label, das seit einem halben Jahr bekannte Comic-Charaktere auf sympathische Weise für Premium-Kunden aufbereitet. Seidenshirts, Kaschmir-Strick, Lederjacken, Gürtel: Minnie Maus, mal als Umriss in Pailletten, mal handpainted auf großem Wolltuch. Snoopys Schwester Belle trägt eine übergroße Nietenbrille auf dem lässigen Pulli. Für die kreative Umsetzung der Charaktere sorgt Designerin Tania Helmer. Holger Schmies bringt über die Tex-ass Vertriebs GmbH immer neue Charaktere ins Boot. Für Vertrieb wie Abwicklung steht die Agentur Adventure, Düsseldorf. Shirts und Sweater kosten im VK maximal 200 Euro, Pullis ab 249 Euro. Premium

Pal Offner. Konsequent unisex. Doch so variantenreich, dass Männer wie Frauen den Grad des Femininen oder Maskulinen selbst bestimmen können. Konsequent durchdacht. Wie die einknöpfbaren Knopfbänder: Sie machen es möglich, dass jedes Geschlecht seine gewohnte Knöpfrichtung beibehält. Oder wie die Jackenärmel, die durch Raffung in der Länge variiert werden können. Konsequent clean. Durch Flockprint und Latexfinishing, durch Materialmix, Wattierungen, Nahtdetails. Angereichert mit groben Handstrickteilen, made in Stuttgart. Die Kollektion bewegt sich im EK zwischen 40 Euro für einen Flockprintschal bis zu 170 Euro für eine ausgetüftelte, zweiteilige Jacke. Alles wird in Europa gefertigt. Premium

Any Di. Als Anne Dickhardt ihre Karriere als Tennisprofi beenden muss, steigt sie ins Fashion Business ein, studiert Modedesign und gründet 2014 ihr Label. Sie will High Fashion und Komfort zusammenbringen. Daher sind ihre Taschen schlicht und elegant, im Inneren wahre Organisationskünstler. Zwei zusätzliche Riemchen verwandeln jede Tasche rasch in einen Rucksack. Gearbeitet aus italienischem und türkischem Doubleface-Leder in frischen Farbkombis, liegen die VKs bei 280, 480, 750 und 850 Euro. Als zusätzliche Gadgets gibt es passende Suncovers und Handytaschen (60 und 84 Euro), die sich an den Taschen tragen lassen. Show & Order

Kyra & Ko. Aus den Niederlanden. Schmeichelnde Kleider, kuscheliger Strick, Indoor-Mäntel – immer mit einem kleinen Dreh. Das können Dessins sein wie ein übergroßer Hahnentritt, markante Tupfen oder riesige Blumenprints, aber auch Details wie ein besonderer Knopf, eine schöne Schleife. Mode von Frauen für Frauen – so verstehen die Gründerinnen Kyra Marcopoulos und Lidwien van der Klein ihre Kollektion, bei der sie vor allem darauf achten, die richtigen Stellen zu betonen. Accessoires wie Schals, Handschuhe und Taschen komplettieren den Look, der unter anderem schon bei Bailly Diehl, bei Herz & Krone, Hamburg und Hirschmann, Berlin verkauft wird. Die EK-Preislagen für Mäntel liegen bei etwa 65 Euro bis 110 Euro, Kleider bei 35 bis 65 Euro, Jerseys beginnen bei 11,50 Euro im EK. Show & Order

Redirection. „Being normal scares me“, „smile sometimes“, „je ne regrette rien“, oder einfach „freak out“ – das sind nur einige der Schriftzüge, die das neue Label Redirection aus Düsseldorf zieren. Das Konzept ist originell: Jeden Monat wird die Kollektion um ein neues T-Shirt bereichert – das sogenannte „#sotm – shirt of the month“. Eine Vorschau der #sotm gibt es vorab nicht, so bleibt es jeden Monat spannend. Die EK-Preise für Sweats liegen bei 53 Euro. Zu den Kunden zählen Amorph in Berlin, Corinna in Gelsenkirchen-Buer und First in Frankfurt. Der Vertrieb läuft über das Label selbst. Show & Order

Seulement en Detail. Sogenannte „Mock Shirts“ sind schon länger auf dem Markt, aber kaum einer designt sie so aufwendig wie die Berlinerin Melanie Bauer, die Macherin von Seulement en Detail. Erhältlich sind sie in verschiedensten Ausführungen – von der Fake Leder-Version bis hin zu Kragen mit feinen Kristallsteinchen und farbenfrohen Stickereien, immer auf feinsten Stoffen. Ein Upgrade für jedes Outfit. Die EK Preise liegen zwischen 25 und 49 Euro. Der Vertrieb läuft über Prag Agency, Berlin. Show & Order

Ten117. Er wirkt auf den ersten Blick etwas kompliziert, der Name des Jackenlabels, das im Herbst in die zweite Runde geht. Doch er steht schlicht für die Postleitzahl des Berliner Designstudios. Hinter der Kollektion stehen unter anderem die ehemaligen Designer von IQ+ Berlin. Ten117 geht es um urbane, zeitgemäße Looks von der Kimono-Jacke über den Hüllenmantel bis zu Scuba-Blousons und Long-Westen. Zu den Highlights zählen ein mit Kaninfell gefütterter Trench, ein reduzierter Dufflecoat, ein Cape-Mantel in Ziegen-Velours und eine Bikerjacke in Samt, auf Neopren gebondet. Es gibt rund 40 Styles für Frauen, 15 für Männer. VK-Preise beginnen bei 249 Euro für Jacken und Blazer, Wollmäntel kosten 299 bis 399 Euro, Anoraks und Parkas im Schwerpunkt 499 bis 749 Euro. Show & Order

Esseutesse. „Es ist nicht nur die Mode. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich umgibt.“ Das sagt Designer Claudio Rossetto über die Inspirationen für sein avantgardistisches Premium-Schuh-Label. Seit 1998 ist er mit Esseutesse in seinem Heimatmarkt Italien aktiv, nun möchte er auch in Deutschland Fuß fassen. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „sein, um zu sein“ – der Leitspruch jeder Kollektion. Zum Herbst umfasst sie etwa einen progressiven Sneaker aus handgewaschenem Velours mit Ethnofransen. Oder einen Loafer, hergestellt aus Petrol-Lack. EKs starten ab 85 Euro, bei einer Kalkulation von 2,6. Vertrieb: Landen & Landen, Stephanskirchen. Show & Order

Be Edgy. Bikerjacken in allen Variationen – die bietet das 2014 gegründete Berliner Label Be Edgy. 25 Styles für Männer, 25 für Frauen: ganz schlicht oder rockig, kernig gewaschen oder in leichten Qualitäten. Im Herbst ergänzen erstmals zwölf Taschen die Kollektion. Zum Einsatz kommt vor allem pflanzlich gegerbtes Lamm- und Rindleder. Die Jacken kosten im VK 249 bis 399 Euro, die Taschen 99 Euro bis 199 Euro. Show & Order

Zuckerkrawatte. Steht für einen Versprecher der Tochter von Macherin Konstanze Maager. Eigentlich meinte sie: Zuckerwatte. Um Hauchzartes, Weiches geht es auch bei der Kollektion Zuckerkrawatte. Nämlich um Kaschmir – und zwar neu interpretiert und bunt bedruckt, teils mit abstrahierten Kinderzeichnungen. Die Kollektion beinhaltet 15 Teile, ist zum Herbst in die Themen „Secret Boudoir“ und „Wild Challenge“ aufgeteilt. Ergänzt wird die Linie mit Strickmänteln in Waffelpiquémuster und soften Strickhosen. Die EK-Preise liegen bei 150 bis 200 Euro. Ethical Fashion Show