Wie sehen die Sortimente von Morgen aus? Was ist relevant für stark frequentierte Flächen und umsatzstarke Stores? In Berlin suchen Entscheider und Einkäufer nach wegweisenden Produkten, Schnelldrehern, möglichen Bestsellern. Hier kommt ein Schwung neuer, vielversprechender Labels, gefunden auf Premium, Seek, Bright, Panorama & Co.

Nadel und Faden. Die Kollektion steht erst ganz am Anfang – doch dahinter steht mit Thorsten Grönlund ein ausgewiesener Branchenexperte. Der Look: sportiv und clean. Die Preise: absolut kommerziell. T-Shirts kosten im VK 29 bis 49 Euro, Sweats 49 bis 79 Euro, Jacken 59 bis 99 Euro, Unterteile 39 bis 69 Euro und Kleider 49 bis 79 Euro. Das bei einer 270er Spanne und Verfügbarkeit ab Lager für mindestens zwei Monate nach Auslieferung. Für die Frauen gibt es Printshirts und fließende Hosen, Kleider mit Vokuhila- oder Cut-out-Details, Blousons und Bomberjacken – ganz clean oder mit Zahlen- und Logoprints. Streifen und grafische Prints sowie Farbakzente in Gelb und Kobalt ziehen sich durch die Kollektion. Für die Männer Sweats, Shirts und Bomber. Klar die Aussage, auch was die Farben angeht: Schwarz, Weiß, Blau und Grau.

Jan n' June. „Moderne, cleane Looks in der Richtung von COS, aber nachhaltig“, das haben sich Anna und Jula für ihr Label aus Hamburg als Ziel gesetzt. Seit zwei Jahren arbeiten sie daran und entwickeln komplette Looks, die mit ihren VKs von knapp 40 Euro für Shirts oder 180 Euro für einen fließenden Trench auch für junge Frauen bezahlbar sind. Neben Bio-Baumwolle werden recycelte Materialien verarbeitet. Die Silhouetten erinnern leicht an die 70er, wie ausgestellte Röcke mit dickem Zipper oder Wickelblusen zur verkürzten Hose. Alles von XS bis XL erhältlich, alles unkompliziert und modern.

Embee. Neopren, das Material. Pur, die Formen. Klar, die Funktion. Shopper, Kuriertaschen und natürlich Beutel. Naheliegend für Creative Director Max Beutler, dessen Initialen den Namen des Labels bilden. Pouches, Portemonnaies, Smartphone- und Laptop-Cases zählen ebenfalls zum Formenpark.  Die Leichtgewichte (das größte Modell wiegt maximal 700 Gramm) sind waschbar, was besonders bei Hartweiß und Rosé angebracht ist. Die noch junge Kollektion, in Berlin kreiert und produziert, zielt auf progressive Sortimente und Conceptstores, ist aber mit VKs für die größeren Taschen von 110 Euro bis 160 Euro preislich moderat.

La Camicia heißt im italienischen Bluse und steht schlicht und einfach für das, was diese brandneue Kollektion aus Italien ausmacht: Blusen und Kleider in allen Varianten. Ob Pünktchen, Streifen oder Uni. Ob Off-Shoulder, Carmen-Style oder Polo-Bluse. Ob Schleifen-,  Volant- oder Blütendetails – die Palette ist breit. Der Look ist frisch und feminin, mitunter sportiv. Gefertigt wird in Italien. EK-Preise variieren zwischen 39,90 und 54 Euro. Die Kollektion wird hierzulande über Patricia Dietl, München, eingeführt.

Juliet Dunn ist einem auf der Show&Order sofort aufgefallen – so bunt und prächtig sind die Tuniken und Kleider der Engländerin Elodie Juliet Dunn, die ihre Kollektion nach ihrer Mutter benannt hat. Tuniken und Kleider stehen dabei im Fokus. Sie werden in Indien handgefärbt und von Hand bestickt. Dabei bilden Seide, Seidenchiffon und Baumwolle die Basis. Die Dekorationen reichen von zarten Fäden bis zu neonfarbenen Stickereien. Auch Silberplättchen und Steine schmücken einzelne Modelle. Die Kollektion beinhaltet rund 100 Modelle. EK-Preise reichen von 60 bis 180 Euro.

Ora heißt im Italienischen Zeit, und der Zeit oder vielmehr dem Zeitgeist entsprechen ist es, was das neue Cashmere-Label möchte. Demzufolge ist der Look eher clean und minimalistisch. Rippen, Strukturen und Zopfmuster prägen den coolen Look der Kollektion aus Italien von Designer Massimo Degl‘Inocenti. Oversized Styles gibt es ebenso wie schmale, gefittete Silhouetten. Reiner Cashmere kostet im EK zwischen 80 und 250 Euro bei einer 3er Kalkulation. Zum Sommer kommen auch Cashmere-Mischungen mit Baumwolle, Seide oder Merino zum Einsatz. Sie starten dann ab 50 bis 120 Euro im EK. Der Vertrieb läuft über die Düsseldorfer Agentur Aco.

Koch & Co. ist ein Berliner Label für handgemachte Herrenschuhe, die im Goodyear-Verfahren verarbeitet werden. Zu der modernen Businessschuh-Kollektion gehören Monk Straps, Oxford Brogues, Cap-toes und Loafer. Die Sohlen bestehen aus hochwertigem argentinischen Vegetable Leder. Die Modelle kommen in Schwarz, Cognac und Espresso-Tönen. Das Design für die Schuhe entsteht in einem kleinen Atelier in Berlin, doch das Know-how dafür kommt aus Indien. Denn der junge Label-Chef Vishesh Kochher stammt aus einer indischen Schuhmacher-Dynastie, die in Agra schon seit über 40 Jahren Schuhe fertigt. Sein Messe-Debüt gab das Label auf der Selvedge Run in der Berliner Kultur-Brauerei. Modelle kosten im VK zwischen 250 und 300 Euro. Den Vertrieb übernimmt das Label selbst.

Ananeh Berlin. Andrea Hentze liebt Gegensätze. Schwarz und Weiß, Klassik und Moderne, Seide und Kunstleder. All das vereinen auch Hentzes luxuriöse Seidentücher, deren USP grafische Prints bilden, die mal von Bauklötzen, mal von alten Berliner Bodenfliesen, mal von Konfetti inspiriert und per Digitaldruck aufgebracht sind. Von Haus aus eigentlich IT-Projektmanagerin, will sich die Berlinerin mit Mitte 30 endlich modisch verwirklichen und gründet 2015 ihr eigenes Label. Gesourct wird in UK, gearbeitet aber werden die Tücher von drei Näherinnen in einem Berliner Maßatelier. Die Kunstleder-Details werden aufgenäht, nicht verklebt. Die Tücher stehen in verschiedenen Größen zur Verfügung, von 60x60 bis 124x124 cm, und kosten bei einer Kalkulation von 2,7 zwischen 189 und 399 Euro im VK.

Méliné. Auf diesen Sneakern aus Italien passiert eine Menge: Sternen und Herzen, Pailletten und Perforationen, Pastelle und Knallfarben, Glitter allover und Blumen-Prints, gesprayte und geflammte Materialkombinationen. „Insbesondere die lauteren Modelle sind Renner“, sagt Thomas Aichinger von Sensestudio, Düsseldorf, verantwortlich für den Vertrieb in Deutschland. Im VK liegen die Sneaker für Frauen und Männer bei 119 bis 189 Euro bei einer Kalkulation von 2,7.

Rosefield. Die Armbanduhr, das It-Piece. Dass Uhren auch bei Frauen derzeit eine neue modische Hoch-Zeit erleben, macht sich das junge Amsterdamer Label zunutze. Mit vier Linien will Rosefield unterschiedlichsten Kundenwünschen gerecht werden. Während die Ziffernblätter aller Modelle abgeräumt und klar bleiben, kommt „Mercer“ mit Mesh-Armbändern aus Edelstahl, „Gramercy“ mit ganz cleanen Lederarmbändern ohne Nahtführung und „Bowery“ mit extra-flachem Gehäuse. „Tribeca“ umfasst die Uhren aller anderen Linien in kleinerer Version. Alle Uhren kosten 89 Euro im VK und werden mit 2,25 kalkuliert, die Bänder sind jeweils austauschbar, sie kosten 25 Euro. Über Kaufbetrieb/Agentur Stefan Koch, Düsseldorf.

Hayley Menzies. Das Accessoires-Brand aus UK legt seinen Fokus ganz auf große Überwürfe, Capes, Kimonos und ausgefallene Schals aus mongolischem Lammfell – jedes Teil ein Statement Piece, wenn es nach Creative Director Hayley Menzies geht. Sie sagt außerdem: „Details und Strukturen sind unser USP.“ Die sehr besonderen Teile werden in Bulgarien produziert, mal aus Cashmere/Wolle, mal aus Cashmere/Baumwolle, immer mit italienischen Garnen genäht. Mal schmücken Tassel die Blankets, mal Pompoms. Im Jahr gibt es zwei Kollektionen mit jeweils 20 Teilen, EKs starten bei 100 Euro (Kalkulation: 2,8).

Shoot. Der ein oder andere mag Shoot noch als Techno-angehauchtes Bekleidungslabel aus den 90er Jahren erinnern. Jetzt stellt sich Shoot als Schuhlabel neu auf. Fokussiert auf Übergangsware, kommt Shoot mit einer Vielfalt an casual-sportiven Dandy-Schnürern und Chelseas für Frauen und Männer, mal aus Nubuk, mal aus Glattleder, mal aus Canvas, meist ausgestattet mit weißen Sohlen. Die Produktion erfolgt in Portugal, die VKs liegen bei einer Kalkulation von 2,6 in attraktiver Preislage von 79 bis 119 Euro. Zumnorde in Münster, Görtz in Hamburg, Prange in Düsseldorf und Breuninger in Stuttgart gehören bereits zum Kundenstamm. Über deGoede Shoes, Höchberg.

Sergio Tacchini. In den 80er und 90er Jahren wurden zahlreiche Tennisspieler von Sergio Tacchini gesponsert, jetzt meldet sich das Label aus Italien mit einer Kollektion an Lifestyle-Sneakern in konsumiger Preislage zwischen 39 und 89 Euro VK zurück – für Frauen, Männer, Kids. Das Design kommt aus Italien, die Produktion erfolgt in eigenem Werk in China. Es gibt zwei Kollektionen pro Jahr. Vertrieb: UBC Deutschland, München.