Wer mit wem? Eine sensible Selektion. Auch in der Mode. 2016 war das Jahr der Collab-Weltmeisterschaft. Große und kleine Marken, sportive und avantgardistische Kollektionen. Sie alle haben das Experiment Kooperation gewagt. Das sind die Top 5.

Kooperation: A.P.C. x Outdoor Voices

A.P.C. x Outdoor Voices. Das ist mal ein holpriges Akronym: APCOV. Die Kooperation des französischen Contemporary-Labels A.P.C. mit der US-Active-Kollektion Outdoor Voices steckt dahinter. Die Looks dieser neuen Verbindung sind jedoch alles andere als kompliziert, sondern ganz schön geschmeidig. Etwas anderes würde aus der Feder von Spiritus Rector hinter A.P.C., Jean Touitou, auch überraschen. Clean, cool, abgeräumt, so ist der Look. Und der Unterschied zu A.P.C.? Ganz einfach: „Warum sollte man nicht auch im Gym genauso gut aussehen wie sonst auch?“ Es geht also um Fitness. Dafür stehen wiederum Outdoor Voices. Jetzt neu mit französischem Design-Impuls. Hat da jemand Athleisure gesagt? Klar ist jedenfalls: Hier darf die Standard-Kombination aus Leggings plus Bermuda nicht fehlen, ist aber nicht das Ende der Fahnenstange. Hooodies gehören genauso dazu wie softe Tunnelzughosen, Tracktops oder Mäntel. Nur nach Volkslauf darf es bitte auf gar keinen Fall aussehen. Deshalb hatten sich die Macher vorher klar geäußert:  „Die Kollektion ist eine Neon-freie Zone.

Kooperation: Cos x Mr Porter

Cos x Mr Porter. Klappe, die Zweite. Nach einer ersten Zusammenarbeit im Frühjahr 2015 gibt es jetzt das Herbst-Debüt: Die Online-Plattform Mr Porter und der für seinen cleanen Stil bekannte Filialist Cos gehen mit einer Kooperations-Kollektion an den Start. Der Titel: „The Art of Everyday“. Im Mittelpunkt sollen vor allem geschliffene Basics stehen. „Die Kollektion ist umfangreicher als die erste, der Anspruch ist, eine vollständige Kapsel mit den essentiellen Teilen für den Herbst anzubieten“, sagt Mr Porter-Einkäufer Daniel Todd. „Wir verfolgten das Ziel, die klassischen Silhouetten durch einen starken Fokus auf Struktur, Stoffe und Farben aufzuwerten, um so einen Hauch Luxus in die Alltagsgarderobe eines jeden Mannes zu bringen“, kommentiert Martin Andersson, Leiter des Menswear-Designs bei Cos die Kollektion. Konkret heißt das: Es gibt schlichte Crewneck-T-Shirts, -Sweater und Strickpullover. Hosen sind klassischer Prägung, mit einem Schuss mehr Volumen, das teils über Bundfalten erreicht wird. Alles uni, ist dabei das Motto der Stunde. Dem Trend um Logos, Patches, Applikationen verschließen sich die Macher. Einzig ein T-Shirt und zwei Hemden sind mit grafischen Gitter-Dessins versehen. Farblich domineren Grau-, Blau- und Rosa-Töne. „Meine drei Favoriten“, sagt Todd, „sind das Bomberjacket, der Overcoat aus gekochter Wolle und der Crewneck-Sweater aus Kaschmir in Dusty Pink“.

Kooperation: Gosha Rubchinskiy X Topman

Gosha Rubchinskiy x Topman. Adventskalender-Boys. Topman lässt es weihnachten. Zumindest gibt es eine neue Christmas-Kampagne. Die kommt zwar ohne klassische Festtags-Utensilien aus. Wurde aber fotografiert von niemand Geringerem als dem Menswear-Hype des Jahres: Gosha Rubchinskiy. Der Designer stellt darin scharf auf coole Ostblock-Kids und East End-Hipster, die – den Kopf immer leicht schräg haltend – einigermaßen gelangweilt dreinschauend und mit gewollt mittelmäßiger Körperspannung die heißesten Topman-Teile zur Schau tragen. Napoleon Dynamite goes Russia. Der stärkste Look: Die hellpinke Camou-Bomberjacke zu Stehkragen-Sweat und 80s-Denim mit Koppelgürtel. Die wichtigsten Details: Goldketten (aus Hoodies hängend), weiße Socken (mit Kontrast-Ringeln), Fleece- und Teddy-Fabrics (als veganes Techno-Lammimitat für alle Jackentypen interessant) und die Farbe Rosa. Frohes Fest!

Kooperation: Hype X Pokémon

Hype x Pokémon. Nintendo zum Anziehen? Wer dachte das ginge nur an den Füßen (Vans) oder im Kölner Karneval (Kappe, Schnurbart, Latzhose), der irrt. Zumindest ab sofort. Hype macht’s möglich. Also das britische Modelabel namens Hype. Einerseits. Und der Hype des vergangenen Sommers andererseits. Sprich: Pokémon. Pikachu, Jigglypuff, Charizard und all die lustigen Tierchen dienen jetzt als Frischekick im Aufmerksamkeits-Wettbewerb der plakativen Statement-Styles. Hype trifft Hype. Das Ergebnis sind wild gefärbte, bedruckte und beschriftete Sweatshirts, T-Shirts, Longsleeves, Jacken. Auch knallige Kappen und Rucksäcke sind mit von der Partie. Für Power-Looks im Real Life, die selbst My Little Pony wie ein blasses Pferdchen dastehen lassen. Hüh bzw. Hot!

Kooperation: Opening Ceremony x Esprit

Opening Ceremony x Esprit. Opening Ceremony kommt mit einer Esprit-Capsule-Linie auf den Markt. Was für eine Nachricht. Tatsächlich war Esprit einmal cool, sehr cool sogar. Hatte eine eigene Design-Sprache und war bei jungen Konsumenten eine große Nummer. Vor allem mit plakativem Esprit-Schriftzug auf Shirts und Sweats. Zwei der angesagtesten Designer von heute haben diese Design-Sprache immer geliebt und verfolgt: Das Duo Opening Ceremony. Jedes der 40 Unisex-Modelle hat ein kombiniertes Label aus Opening Ceremony und Esprit und liegt preislich 20 bis 30% über dem üblichen Esprit-Level. Gefertigt wird die Ware von Esprit, wobei das Esprit-Team keinerlei Einfluss auf das Design genommen hat. Jedes Teil zeichnet sich durch besondere Funktionen aus. Eingrifftaschen von Hoodies haben Reißverschlüsse, Strick, Jacken und Mäntel sind wendbar. Zentral sind natürlich Modelle mit dem großen Esprit-Schriftzug in bunten Farben.