Bitte nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die folgende Erkenntnis ist auch keine neue, aber sie ist immer noch aktuell und wahr, auch wenn man sie vielleicht nicht mehr hören kann, aber: Farbe läuft. Farbe schmückt die Sortimente. Alles, was Farbe habe, werde von den Kunden gut angefasst, heißt es aus dem Handel. Ob Chino, Seidenbluse oder Hemd, die Topseller der vergangenen Wochen waren selten nicht farbig. Viele Frühlingsfenster strotzen nur so vor Grün, Gelb, Blau und Rot. Soweit nichts Neues. Wenn der Frühling im Anmarsch ist, dann lässt Farbe eben nicht lange auf sich warten. Alte Händlerregel.



Was zurzeit aber in den aktuellen Katalogen, Lookbooks und Werbekampagnen propagiert wird, geht noch einen gehörigen Schritt weiter. Denn beim Durchblättern der Seiten leuchtet es. Und zwar gewaltig: Neonfarben auf allen Seiten. Augenkneifen inbegriffen. Ob H&M, Asos, Boden, Conley's, Patrizia Pepe oder die Werbekampagne des Accessoires-Labels MCM - sie alle bekennen sich zum fluoreszierenden Neon. Vornehmlich in Gelb. Dabei geht es nicht um ein Trash-Revival aus den 80er Jahren, sondern um Neon, modern umgesetzt. In der Praxis sieht das dann so aus: Neongelber Boxypulli zu cremefarbener Leinenhose. Neonfarbenes Seidenkleid zu aquablauem, kurzem Blazer oder neongelber Maxirock zu buntem Hippie-Häkeltop. Zugegeben, Neon im Sortiment ist gewagt, aber gut dosiert eingesetzt bringt es nicht nur Farbe auf die Fläche, sondern die Sortimente regelrecht zum Leuchten.