Es gibt Klassiker, die allen Modebloggern einen Eintrag wert sind. Die H&M-Designer-Kooperationen beispielsweise. Am 15. November kommt die Margiela for H&M-Kollektion in die Läden. Und glaubt man den Modebloggern, werden die Schlangen vor den H&M-Geschäften dann besonders lang sein. Die Macher von Les Mads haben die Kollektion bei einer Preview in New York schon live gesehen – und waren begeistert. Besonders die Jacken der Kollektion werden hoch gelobt. Auf fashionpuppe.com ist man ebenfalls Feuer und Flamme, allerdings auch gespannt, wie sich die Kollektion verkaufen wird. Denn „massentauglich und Maison Martin Margiela passen einfach nicht zusammen“ – ob sie damit richtig liegen, wird sich zeigen.

Neben diesen großen Events gibt es noch weitaus mehr zu entdecken. Den Kenzo-Pulli beispielsweise. Fand Kenzo in früheren Saisons nicht mehr so viel Beachtung, katapultierte der Kenzo-Sweater das Pariser Label wieder direkt in die Herzen der Modeliebhaber. Das Design stammt von den Opening Ceremony-Kreativköpfen, die seit kurzem bei Kenzo die kreative Richtung vorgeben. Auf den bunten Sweatern prangen Tigerköpfe, Eifeltürme oder schlicht „Kenzo“. In zahlreichen Streetlooks wird der Pulli abgelichtet, auf etlichen Blogs gehyped. Mittlerweile ist er nur noch schwer zu bekommen – ausverkauft auf allen Kanälen. Nur die Modeblogger wissen, wo es Restbestände gibt. Fragt sich nur, wie lange noch. Und auf iloveponysmag.com kann man lesen, dass Kenzo das nächste Ass schon im Ärmel hat: Ballerinas und Hemdkragen, bestickt mit dem Kenzo-Tiger. Nach dem Tiger-Pulli-Hype kann es also sicher nicht schaden, schonmal eine Extraportion Kenzo für Sommer 2013 in den Sortimenten einzuplanen.

Neue Labels, unbekannte Designer – die Blogs haben oft den richtigen Riecher für neue Talente. Les Mads stellt aktuell die Eclectic Line von Isabell de Hillerin vor. Die Berlinerin gründete ihr Label 2009 und ließ sich für die Kollektion von einer Reise nach Moldawien inspirieren. Sie kombiniert klare Formen mit handgewebten Stoffen und traditionellen Details. Nicht nur von Les Mads bekommt sie dafür viel Lob und sicherlich damit auch Zugang zu einer umfangreichen Leserschaft. Ein Label-to-Watch.

Die Österreicherin Anne Feldkamp verweist in ihrem Blog „Blica“ auf das Wiener Label Meshit. Sie bezieht sich damit auf ein Interview von Leyla Piedayesch (Lala Berlin) und Heike Makatsch, das im aktuellen Interview Magazin veröffentlicht wurde. Im Interview ist die Rede davon, dass es keine subkulturellen Strömungen mehr gäbe und jeder aussehen würde, als ob er nur bei Mango und H&M einkaufen würde. Blicas Antwort auf dieses Interview ist der Post „Für Leyla und Heike“ - Bilder der aktuellen Meshit-Kollektion, die alles andere sind als dröger Einheitslook.

Ein Blick in die Fashionblogs lohnt sich auch, will man begehrte Kooperationen nicht verpassen. Auf dem Mode-Newsblog Modabot wird aktuell auf den Verkaufsstart der Missoni-Kollektion für Chucks hingewiesen. Die Stoffschuhe mit der Gummisohle wurden dafür mit den klassischen Missoni-Mustern aufgehübscht. Auf dem Blog Journelles zeigt Jessica Weiß ihre Lieblingsteile der Kaviar Gauche for Zalando-Collection. Sie liefert damit wichtige Signale nicht nur an die Zalando-Kunden, sondern auch an die Macher. Besonders spannend wird es, wenn Blogger selbst zum Designer werden. Paradebeispiel dafür ist Vorzeige-Bloggerin Elin Kling. Aktuell promotet sie auf ihrem Blog ihre neue Kollektion für Guess by Marchiano. Erst im Frühjahr dieses Jahres konnte sie sich in einer H&M-Kooperation verwirklichen. Es war die erste große Kooperation mit einem Modeblogger.

Trends, neue Labels, Must-haves und Kooperationen – das sind die Themen, die die Blogger bewegen. Wer den Anschluss nicht verpassen will, muss schnell sein. Denn was heute ganz oben steht, ist morgen schon wieder in den tiefen des World Wide Web verschwunden.