Wenn mal Farbe ins Spiel kommt wird’s bei den Männern gemeinhin kompliziert. Doch auf Rot können sich die meisten Magazine einigen. Die Farbe funktioniert dabei zum einen als mutiger Hingucker und zum anderen auch als geschmackvoller Farbtupfer in klassischen Looks. Rot kommt als Akzent über die farbintensive Gummiapplikation am Prada-Schuh, in Rotbraun als Tasche oder als Farbkick des Outfits am Armbändchen. Immer öfter aber auch allover als Stimmungsaufheller auf den Warenträgern und in den Regalen. Givenchy und Balenciaga trumpfen in ihren Anzeigen mit tomatenroten Teilen auf. Prada bringt über seine roten Mäntel Spannung in die Sortimente und in den Blätterwald der Magazine. Kommerzieller wird’s über die zahlreichen Weinrot-Themen, die sich in den Heften wiederfinden. Allen voran Brunello Cucinelli hat seinen Anteil daran, dass der Herr im Herbst getrost Burgunder tragen darf.

Grau ist nicht gleich grau. Vor einem Jahr hat sich auf den Stoffmessen bereits angekündigt, was sich jetzt in den Publikumszeitschriften und Magazinen der Händler zeigt. Grau präsentiert sich anders, körniger, tiefer. Pfeffer und Salz bekommen Freunde. 3D-Effekte stehen für Wertigkeit. Schlichte, flache Grautöne bereichern höchstens noch das breite Baukasten-Angebot in der Anzug-Abteilung. Sie sind nötig, sie sind die Basis. Hier werden Stückzahlen gedreht. Doch über die neuen, raffinierten Graunuancen bekommt man Schwung auf die Fläche, ohne dass die Verkäuflichkeit zu sehr leidet. In den Publikumszeitschriften zeigen sich Melangen soweit das Auge reicht. Soviel steht nach der Lektüre der im Herbst erscheinenden halbjährlichen Sonderausgaben und der diversen Monatshefte fest. Die besondere Haptik und Optik der Qualitäten sollen die Kunden überraschen und für zusätzliche Verkaufsargumente sorgen.