Zwei Männer, wie sie wahrscheinlich unterschiedlicher nicht sein könnten: Louis Vuitton und Marc Jacobs. Aber sie teilen eine Vision, die Louis Vuitton zu einer der umsatzstärksten Luxusmarken der Welt machte. Die Ausstellung „Louis Vuitton/Marc Jacobs“ im Pariser Museum Les Art Décoratifs ist eine Retrospektive, die die beiden Kreativen einander gegenübergestellt: Gründer Louis Vuitton, der es Mitte des 19. Jahrhunderts schaffte, unter etwa 400 Pariser Koffermachern zu weltweitem Ruhm zu gelangen. Und Marc Jacobs, seit 1997 Art Director der Marke, der dem Traditionsunternehmen das trendige Image verleiht.

Auf je einer Etage setzen die Bühnenbildner Samantha Gainsbury und Joseph Bennett die Zeit und das Werk der beiden Kreativen in Szene: Auf Vuittons Etage dreht sich alles um die elegante und konservative Welt der Krinolinen und der geräumigen Reisekoffer, mit denen diejenigen, die es sich leisten konnten, damals auf Reisen gingen. Auf Marc Jacobs Etage gibt es Video-Installationen mit Kommentaren des US-Designers. Hier geht es vor allem um Damen-Handtaschen. Mit ihnen erzielt die Marke den Löwenanteil vom Umsatz. Eine Wand zeigt die „Show-Pieces“, kreative Varianten der Alma, Keepall, Speedy, Neverfull, Lockit, Steamer, die nur für die DOB-Schauen der Marke produziert wurden.

Herausgestellt werden Kooperationen mit Künstlern, die Jacobs seit 2001 immer wieder eingeht. Die Graffiti-Taschen von Stephen Sprouse (2001), die vielfarbigen Modelle von Takashi Murakami (2003) und die Verfremdungen des Monograms von Richard Prince (2007) haben Vuitton immer wieder Impulse gegeben. „Taschen sind die Stars bei Louis Vuitton, sie stellen das Erbe dar“, erklärt Jacobs. Seine Aufgabe sei es, das Erbe am Leben zu halten, mit spektakulärer Mode, die die Taschen begehrlich macht. „Da ist diese ultra-klassische Welt von Vuitton und dann diese trendy Modewelt. Ich finde, je weiter die beiden Spektren auseinandergehen, desto mehr ergänzen sie sich.“ Die Ausstellung läuft noch bis zum 16.September.