Zu jedem Trend gibt es einen Gegentrend. Das ist in der Mode schon immer so gewesen. Mal waren die Zyklen kürzer, mal länger. Aber immer ist der richtigen Zeitpunkt ausschlaggebend. Der Gegentrend muss auf genug Aufmerksamkeit treffen, um richtig ins Rollen zu kommen. Oder platt ausgedrückt: Die Kundin muss ein Thema so satt haben, dass sie nur darauf wartet, etwas anderes in die Hände zu bekommen.

So geht es der trendbewussten Frau wahrscheinlich zurzeit. Die Schaufenster und Flächen sind voll mit Buntstift-Farben, Pastellen und Neon. Bunte Chinos und Schals sind bis in die letzten Ecken des Landes vorgedrungen. In jedem Edeka trifft man auf sie. Zeit für frischen Wind, dachte sich Zara in weiser Voraussicht und bügelt in den nächsten Tagen vor allem weiße Ware auf.

Beim Durchsehen des Lookbooks kommt sofort eine Frische und Leichtigkeit hoch. So wird es vielen Kunden auch gehen. Die Schönheit einer simplen weißen Hemdbluse, eines cleanen T-Shirts lernt man sehr zu schätzen, wenn man von Blau, Grün, Gelb und Pink überladen wird. Die Lust auf romantische Spitze, grobmaschigen Strick, Transparenz kommt auf. Für den Spaßfaktor ein Schößchen, ein Boucle-Jäckchen... Es bleibt dekoriert. Muss es – ganz reduziert wollen es Frauen nicht, das haben die vergangenen Saisons immer wieder gezeigt.

Und dann taucht da ein paar Seiten weiter hinten im Lookbook noch die Flared auf, eine gute Brise 70er. So ganz hat die ausgestellte Hose sich in den letzten Saisons nicht durchsetzen können. Mag sein, weil auch die 50er und 60er Jahre zu präsent waren. Vielleicht wird es auch hier Zeit für einen Gegentrend.