Man stelle sich vor: Ein Internet-Unternehmen verteilt Ausgaben der eigens herausgegebenen Online-Zeitung – ausgerechnet als Print-Version. Verkehrte Welt. Mag da einer denken – doch so geschehen. Während sich hierzulande manch großes Verlagshaus von dem Geschäftsmodell gedruckter Nachichten auf Papier allmählich verabschiedet, um sich Schritt für Schritt auf das digitale Business zu konzentrieren, scheint es auch lokale Gegentrends zu geben wie der aktuelle Marketing-Coup des High-Fashion Onlineversenders Mr Porter vermuten lässt. Dieser ließ jetzt einige smarte Männer-Models von Southampton nach Montauk durch die US-amerikanischen Hamptons radeln. In feinster Beach- und Casualwear aus dem aktuellen Sortiment des Versenders verteilten die Jungs entlang der Ferien-Hotspots der High Society die aktuelle Ausgabe der Mr Porter Post. Einer gedruckten Zusammenfassung des auf dem HAKA-Portal erscheinenden Mode- und Lifestyle-Magazines „The Journal“. Wer wollte, bekam zur Gratis-Ausgabe auch noch einen Kaffee und eine Kugel Eis dazu.

„Viele unserer Kunden verbringen gerade jetzt eine Auszeit in den Hamptons“, sagt Jeremy Langmead, Chefredakteur des Online-Journals von Mr Porter. „Also haben wir uns überlegt, ihnen eine Ausgabe direkt hier vorbeizubringen.“ Schon zuvor hatte Mr Porter laut Medienberichten mit ähnlichen Aktionen in Australien, den USA und Großbritannien für sich geworben. Für den deutschen Markt seien ähnliche Aktionen bislang noch nicht geplant, teilt das Unternehmen mit.