Gegensätze ziehen sich an, im wahrsten Sinne des Wortes. Während auf der einen Seite bodenständige, lässige und minimalistische Looks für den Herbst propagiert werden, ist andererseits von Prunk und Prints nicht abzusehen in Vogue, Elle, Cover und Co. Diese Themen werden den Kundinnen in den Publikumsmagazinen schmackhaft gemacht:

Gallery: Art Prints

Arty Prints. Kunstvolle Drucke auf Abendkleid, Clutch und Sonnenbrille ist neben Musterklassikern wie Leo und Karo für den kommenden Herbst nicht wegzudenken. So widmet sich Cover „Im Namen der Kunst“ dem Trend auf den Modevorschau-Seiten und lässt neben den New Yorker Pop-Art Einflüssen auf Abendkleidern auch die sizilianischen Mosaik-Elemente Dolce & Gabbanas für sich sprechen. Elle kürt die Taschen der Herbst/Winter Kollektion des Design-Duos als „ein Kunstwerk am Handgelenk“. Joy erklärt, dass Prints zu Kunst werden und vor allem in großformatigem Druck auf Röcken kommt.

Die Augustausgabe der Vogue spielt den Kunst-Trend vor allem über Accessoires. Pop-Art Brillen von Pollini und Valentino stehen neben den neuesten Hermès Carrés, die mit Drucken des Op-Art Künstler Joel Stein verziert sind. Gleiches erwähnt das Street Style-Heft der InStyle und erklärt die klassischen Tücher im Art-Print als „DAS Accessoire der Stunde“. Von gemalten „Multi Cultural Cross Ethnic“ Entwürfen Tom Fords spricht das Fashion News-Heft der Vogue und erinnert sich an Jugendstil-Arbeiten von Aubrey Beardsleys und, im Kontrast dazu stehend, bei Comme des Garcons’ Kollektion an Filzstiftmalerei von Dan Michiels.

Magazinübergreifend sticht jedoch neben den (P)Op-Art Künstlern besonders ein künstlerische Statement-Accessoire hervor: Das Münchner Label MCM ließ das klassische Monogramm mit speziellen Entwürfen des Künstlerduos Craig & Karl neu interpretieren und findet sich somit in so gut wie allen nationalen Modemagazinen wieder.

Gallery: Opulenz

Royale Opulenz.
Brokat, Samt, aufwendig bestickte Stoffe und Materialien sowohl auf Accessoires als auch auf Kleidern sorgen für einen prunkvollen Herbst. Im Fokus des aufwendigen Trends: Dolce & Gabbana. Die bis ins kleinste Detail verarbeiteten Mosaikkleider, die goldene Krönchen kombiniert zu roter Spitze, Kreuz-Ohrringe und schwere Stoffe gelten als wichtige Elemente des Looks.

So deutet Cover auf eine „Märchenstunde“ mit Kollektionen von Balmain, Prabal Gurung und Valentino hin. Myself kann sich zwischen „göttlich“ und „königlich“ nicht entscheiden, einigt sich auf schlichtweg „herrlich“. Und gibt sich mit der Cosmopolitan die Hand, die sich fragt ob der Trend die geheime Botschaft, dass jede Frau eine Königin sein soll, birgt.
Konkreter geht das Herbst/Winter-Heft der Elle an den Trend heran und vermittelt der Leserin neben Samt-Slippers von Roger Vivier, Nancy Gonzalez, Jimmy Choo, Louis Vuitton und anderen Loafer-Varianten auf einer Doppelseite, dass „Barock rockt!“. Perlenbesetzte Ohrringe von Ben Amun, Zierspangen an Clutches wie bei Bottega Veneta und Schuhen sowie weitestgehend goldener Details auf allen Accessoires vermitteln eine Idee für diejenigen, die einem prunkvollen Gesamtlook noch etwas kritisch gegenüberstehen.

Die August-Ausgabe der deutschen Vogue setzt ebenfalls ihren Fokus auf Accessoires und weist gleichzeitig auf die Wichtigkeit der Edelsteintöne im Trend auf. Ob der in Blau und Grün gehalten Diamantring von Cartier oder die Dolce & Gabbana-Heels, die „High Glam“ versprechen, edel und kostbar soll es für die Leserin sein.

Gallery: Flach

Auf dem Boden bleiben. Schuhtechnisch ist der klassische flache Boot ein essentieller Bestandteil der Herbstlooks. Ob Overknees, Chelsea-Boots oder als klassische Reiterstiefel, die Bodenhaftung soll die Leserin nicht verlieren. „Back to black“ betitelt das Spezialheft der Elle eine Doppelseite und veranschaulicht anhand zahlreicher Modelle wie varianterreich Boots daherkommen. Man rät vor allem auf Details wie Schnallen, Kreuzriemen und insbesondere auf Lackoptik zu achten. Hervorgehoben wird vor allem der Chelseaboot in Schwarz oder Schwarz-Weiß, der „zum hohen C der Mode“ gekürt wird.

Auch in der Augustausgabe der Cover steht der Chelsea-Boot in Taupe von Unützer im Fokus und Myself propagiert ebenfalls Biker Boots und Chelsea-Styles. Die Vogue rät ebenfalls unter dem Motto „Auf Landgang“ zu flachen Klassikern. Star der Modestrecke: Overknees von Salvatore Ferragamo und Chelsea-Boots von Attilo Giusti Leombruni.

Gallery: Mantel

Oversize-Mäntel als Statement. Wohin man nur blickt, der Mantel ist das neue Statement-Stück. Ob in O-Shape, kastig geschnitten, ohne Applikationen, in klaren Farben oder dicht besetzt mit Stickereien und anderen Details, der Oversize-Mantel gilt als Must-Have der Saison.

Egg-Shape, H-Linie, A-Linie? „Hauptsache, oversize!“ sagt Maxi und führt der Leserin die neuen Mäntel in verschiedenen Preissegmenten vor. Die verdeckte Knopfleiste des Mantels bei Asos wird dabei genauso gelobt wie die wollweiße Version von Luisa Cerano. Myself hebt den „Bahaus-Appeal“ hervor und deutet vor allem mit blauen Modellen von Carven und Michael Kors auf den Blau-Boom hin.

Ob „oversized“ bei Glamour oder „Supersize“ bei Joy, klar ist, dass die neue Silhouette auch gerne mal „auf Kuschelkurs“, wie in der Augustausgabe der Jolie, geht. Gezeigt werden zuckerwattefarbenen Mänteln von Carven, schlichte Modelle in Camel von Giambattista Valli, Vivienne Westwood und Lala Berlin. „Der neue Manteltarif“ klärt in der Cover zum eigentlichen Trend zusätzlich noch auf, dass es Mäntel in der Vorsaison auf Platz 2 der Topseller geschafft haben. Das Street Style-Heft der InStyle veranschaulicht die etwas opulenter Version der Oversize-Mäntel an Street Style-Star Anna Dello Russo und Designerin Ulyana Sergeenko. Mit der Elle-Vorschau für die Septemberausgabe dürfte der Trend dann endültig besiegelt sein. Dort erklärt man die neuen Mäntel als Beherrscher „aller Mode-Spielarten“.

Text: Anna Theresa Winkler