Sich da informieren, wo die Kunden sich informieren. Für Modehändler gehört es längst zum Tagesgeschäft. Instyle, Vogue, Glamour... Herausarbeiten, auf welche Themen die Kundinnen eingestimmt werden, um zu reagieren, wo noch reagiert werden kann. Möglicherweise umräumen, Trends klarer inszenieren.

Für dieses Frühjahr im Fokus der Modemagazine: Blumen- und Art-Prints, das neue Rosa und Weiß allover: Mit "Bye-Bye Baby Pink" verabschiedet Harper's Bazaar das mädchenhafte und begrüßt zugleich das erwachsene Rosa. Nach "Mehr Kunst!" verlangt Flair und zeigt Schuhe, Taschen und andere Accessoires zum Thema. "Urban Gardening" bekommt bei Instyle eine neue Bedeutung. Bei Joy ist Weiß der "Front-Row-Trend".

Gallery: Weiß

Weiß allover. Reinweiße Outfits im Frühling sind keine Revolution. Aber das einfachste Mittel, den Saisonstart plakativ einzuläuten. Flächen und Fenster neu erstrahlen zu lassen. Jolie zeigt die Models in „all white now“. Und zeigt die Trends der Saison, Transparenz und Cut-outs, in Weiß. Glamour setzt die Nichtfarbe durch Spitze romantisch in Szene, Weiß wirkt durch gerade Schnitte futuristisch oder besticht durch seinen spielerischen Umgang mit Transparenz.

Für Joy sind monochrome Looks in Weiß der „Front-Row-Trend“ schlechthin. Weiße Teile werden mit schwarzen Accessoires kombiniert, um dem Look effektvoller zu gestalten. Bei Flair darf es noch ein bisschen mehr Schwarz sein. Das Model trägt eine kantige schwarze Perücke, das Gesicht ist weiß geschminkt. Weiß dominiert die Szenerie, fängt den Blick ein. Schwarz ordnet sich trotz deutlicher Präsenz unter. Auch der neue Rock findet hier seine Ausstellung. Wadenlang und geschwungen muss er sein.

In einer minimalistisch aber kontrastreichen Fotostrecke präsentiert Vogue einzelne weiße Accessoires. Ein Wirrwarr aus Manschetten wird auf dem Kopf aufgetürmt, eine große Kette korallenartig um den Hals geschwungen und Skeletthandschuhe machen den Look perfekt. Hier wird klar: Weiß ist in dieser Saison alles andere als die Farbe der Unschuld.

Gallery: Floral-Prints

Florale Prints. Drucke bleiben wichtig. Die Vielfältigkeit, mit der das Thema diese Saison wieder in der Modepresse gespielt wird, beeindruckt. Besonders gut herausgearbeitet: Blumenprints, erwachsener gestylt. Instyle beispielsweise zeigt weiße Hosenanzüge und Kleider bedruckt mit kleinen blauen Blumen-Arrangements im „Porzellan-Stil“. Die Looks sind weniger verspielt denn elegant.

Einen guten Überblick der weltweiten Laufstege bekommt die Kundin bei Glamour. „Queerbeet“ zeigt das Magazin die unterschiedlichsten Interpretationen der Designer zum Thema. Ob tropische Blütenkelche bei Hermès, romantische Rosen bei Carven oder mit Schmucksteinen geformte Blumen bei Mary Katrantzou.

Gallery: Rosa

Aufsteiger Rosa. Es war ja eigentlich vorhersehbar: Letztes Jahr stellte Pantone die Farbe des Jahres 2014 vor. Radiant Orchid. Rosa ist ein Unterton dieser Farbe, die zwischen Fuchsia und Lila liegt. Der Ton hat sich schnell auf den Laufstegen etabliert und ist nicht mehr nur mädchenhaft verspielt. Rosa ist reifer geworden. Wirft man einen Blick in Harper's Bazaar und Cover, zeigt die Farbe ihre neue Seite. Am besten Ton in Ton. Oder zu Nude und Weiß. Teile in Leder, Seide und Kaschmir machen Rosa auch für die starke Frau tragbar. Die Schnitte sind definiert, aufgeräumt. Rosa erhält ein neues Image.


Gallery: Art-Design

Art-Design. Kunst und Mode gehen schon immer miteinander einher. Diese Saisons sind die Einflüsse besonders präsent in den Modestrecken. Dafür sind sicherlich Prada und Céline verantwortlich. Und so sieht man sie immer wieder an verschiedenen Stellen: ganze Gemälde bei Aquilano.Rimondi, bunte Pinselstriche und Farbkreise bei Céline, stilisierte Frauengesichter bei Prada.

Cover zeigt die „Großen Meister“ in opulentem Umfeld. Zwischen Wandtäfelung und offenen Kaminen werden die Kleider in Szene gesetzt. Der Art-Trend beschränkt sich aber nicht nur auf Kleidung. Flair und Harper's Bazaar zeigen Schuhe, Taschen und Schmuck in extravaganten Formen oder mit 3D-Elementen. Die Devise dabei: mehr ist mehr.

Text: Luisa Heuering