Peter Lindbergh ist der Mann der Museums-Stunde. Seine Ausstellungen in der Pariser Gagosian Gallery und der Kunsthalle in Rotterdam sind gerade erst zu Ende gegangen, schon hat im NRW Forum Düsseldorf eine neue begonnen. Im April geht es dann in der Kunsthalle in München weiter, dieses Mal mit bisher noch nie gezeigten Exponaten aus dem privaten Archiv des Starfotografen.

Aber keine Sorge, das Museumsangebot in diesem Frühjahr bleibt vielfältig – und modisch. Was es mit dem Titel „Meister der Couture“ auf sich hat und warum die Besucher der Met mit den Exponaten über Rei Kawakubo auf Augenhöhe sind, erfahren Sie hier vorab. Ein Wegweiser zu den vielversprechendsten Ausstellungen für Modeprofis.

Prinzessin Dianas Weg zur Stilikone
Kensington Palace


Die Ausstellung „Diana: Her Fashion Story“ zeigt den modischen Werdegang von Prinzessin Diana. Zu ihren ersten öffentlichen Auftritten erschien sie in braven und romantischen Outfits, doch im Laufe der Jahre entwickelte sie sich zu einer der glamourösesten Stilikonen ihrer Zeit. Mode gleich Selbstbewusstsein. Unter den Exponaten befindet sich unter anderem das berühmte schwarze Samtkleid, in dem sie im Weißen Haus mit John Travolta tanzte. Eine Hommage, nicht nur an die Schönheit der ehemaligen Princess of Wales.

Diana: Her Fashion Story: Ab 24. Februar 2017, Kensington Palace, London, 19£

Ist das Mode oder kann das weg?
Galerie Belvedere


Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Und genau das sollen die Besucher der Ausstellung „The Vulgar: Fashion Redefined“ tun. Die selbstkritische Frage des Museums: Sind die ungewöhnlichen Exponate vulgär? Bei Kleidung aus über 500 Jahren Modegeschichte und den verschiedensten Schönheitsidealen sowie Tabus ist das nicht unbedingt leicht zu beantworten. Gezeigt werden Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen aus aller Welt, darunter auch Stücke aus der Renaissance sowie von zeitgenössischen Modehäusern wie Christian Dior, Louis Vuitton und Vivienne Westwood.

The Vulgar: Fashion Redefined: 3.März bis 25.Juni, Belvedere Museum, Wien, 26€

Martin Margielas Zeit bei Hermès
MoMu


Vor acht Jahren zog sich der belgische Designer Martin Margiela aus der Modewelt zurück. Höchste Zeit also, um sein Lebenswerk zu rekapitulieren. Seinerzeit beschäftigte sich der Designer wie kaum jemand vor ihm intensiv mit den Themen konzeptioneller Verkauf sowie Warenpräsentation und prägte so unser heutiges Bild vom Modehandel nachhaltig. Das MoMa widmet sich in der Ausstellung „Margiela. Die Hermès-Jahre“ seiner Zeit bei dem Modehaus Hermès, welches er von 1997 bis 2004 als Chefdesigner betreute. Seine Definition von Luxus: schlicht, zeitlos und komfortabel. Maßstäbe, die bis heute die Handschrift des Labels auszeichnen.

Margiela. Die Hermès-Jahre: 31.März - 27.August 2017, MoMu Modemuseum, Antwerpen, 8€


Peter Lindberghs Liebe zur Authentizität
Peter Lindbergh
Peter Lindbergh gilt als einer der einflussreichsten Mode- und Porträtfotografen der vergangenen 40 Jahre. Vor der Linse hatte er neben Supermodels Größen wie Jean Paul Gaultier und Madonna. Seine Aufnahmen zeichnen sich vor allem durch ihren natürlichen Kern aus, denn Lindbergh lehnt starkes Styling oder digitale Überarbeitung ab. In „Peter Lindbergh – From Fashion to Reality“ wird neben einer Auswahl an Fotografien auch bisher ungezeigtes Material wie Requisiten, Polaroids und Kontakt-Abzüge aus dem privaten Archiv des Fotografen gezeigt. Ein völlig neuer Blick hinter die Kulisse. Oder besser gesagt, die Linse.

Peter Lindbergh - From Fashion to Reality: 13. April - 27. August 2017, Kunsthalle München, 14€


Der Raum zwischen den Barrieren
 
Metropolitan Museum of Art


In der kommenden Ausstellung des Metropolitan Museum of Art dreht sich alles um die experimentellen Entwürfen der japanischen Modedesignerin Rei Kawakubo. 1969 gründete sie ihr Avantgarde-Label Comme des Garçons. Gezeigt werden ausschließlich Womenswear-Designs, angefangen bei ihrer ersten Pariser Laufstegshow 1981. Die Ausstellung „Rei Kawakubo/Comme des Garçons: Art of the In-Between“ ist nach Kawakubos Designansatz  „in-betweenness“ – also dem Raum innerhalb Barrieren – aufgebaut. So gibt es zwischen Objekt und Besucher keinerlei Abtrennung und die Schaufensterfiguren stehen auf Augenhöhe mit dem Betrachter.

Rei Kawakubo/Comme des Garçons: Art of the In-Between: 4. Mai - 4. September 2017, The Met, New York, 25$


Der Meister der Couture
 
The Victoria & Albert Museum


In der Ausstellung „Balenciaga: Shaping Fashion“ wird die beeindruckende Handwerkskunst des spanischen Modeschöpfers Cristóbal Balenciaga anhand von über 100 Kleidungsstücken und Zeichnungen veranschaulicht. Es handelt sich jedoch um keine klassische Retroperspektive. Der Fokus liegt vielmehr auf den Details seiner Arbeiten sowie seiner besonders kreativen Schaffensperiode von 1950 bis 1960. In diesem Zeitraum erlangte er den Ruf als Meister der Couture. Oder, um es mit den Worten seines einstigen Schülers Hubert de Givenchy zu sagen: „Da gibt es Balenciaga und dann Gott.“

Balenciaga: Shaping Fashion: 27. Mai 2017 - 18. Februar 2018, The Victoria & Albert Museum, London, 12 Pfund