Eine Dame mit großem Hut und Spitzenkleid betrachtet sich verzückt im Spiegel. Die vergilbte Aufnahme von Baron Adolphe de Meyer, die im Juli 1913 in der amerikanischen Vogue erschien, gehört zu den ersten Modefotos überhaupt. Und mit ihr beginnt die Ausstellung „Zeitlos schön“ von C/O Berlin im ehemaligen Postfuhramt in Mitte, bei der noch bis zum 28. Oktober mehr als 150 Vintage-Prints und Original-Magazine aus den Archiven des Condé Nast-Verlages zu sehen sind.

Es ist eine ästhetische Zeitreise durch die Mode, die Kunst und die Fotografie. Angefangen bei den piktorialistischen Darstellungen der Charleston-Kleider und des Garçonne-Stils der Goldenen 20er von Edward Steichen über die ersten Farbfotos von 1932 bis zur femininen, sehr unkonventionell von Guy Bourdin und Irving Penn inszenierten Eleganz der 50er. Von der Sexualisierung und dem Voyeurismus eines Helmut Newton bis zur experimentellen, digitalen Gegenwarts-Kunst und den androgynen Modellen eines Mario Testino und Tim Walker. Von der von Bert Stern 1963 als romantische Braut in Givenchy abgelichteten Audrey Hepburn bis zur nachdenklichen, ungestylten Linda Evangelista im zitronengelben Plissee-Rolli von Issey Miyake, mit der Corinne Day 1993 die Modefotografie veränderte.

„Die meisten dieser Fotografen, die teilweise 40 bis 60 Jahre für die Vogue arbeiteten, interessierten sich nie für Mode, sondern immer nur für das Image, für die Darstellung. So unterschiedlich die Stile und die Aufnahmen auch sind, dieser Fokus auf den schönen Körper und das schöne Kleid zieht sich durch die gesamten 100 Jahre“, erklärt Nathalie Herschdorfer, die Kuratorin der Ausstellung.