Die kristallbesetzten Schuhe von Cinderella, die Eiffelturm-Tasche von Carrie aus „Sex and the City“ oder demnächst die selbstschnürenden Nike Air Mag-Turnschuhe von Marty McFly aus „Zurück in die Zukunft“ – sich wie die Stars auf der Leinwand anzuziehen, bei manchen Filmen kein Problem.

Kino ist schon lange Umsatzbringer und wichtige Inspirationsquelle fürs Fashion-Business. Egal ob für Kollektionen, Marketing-Aktionen oder Visual Merchandising. Angefangen bei den Auftritten der Kinostars auf dem roten Teppich, in die Modefirmen wie Prada, Talbot Runhof und Valentino Millionen Euro stecken, über Kollektionen, in denen Filmfiguren aufgegriffen werden – etwa die Minions-Kollektion von Selfridges oder der Hype um Eiskönigin Elsa und ihre Freunde auf Kinderbekleidung – bis hin zu Schaufenster- und Werbekooperationen wie sie hierzulande vor allem von Filialisten wie Peek&Cloppenburg Düsseldorf und Wormland eingegangen wurden. Schaufenster im James Bond-, The Great Gatsby- oder Der Teufel trägt Prada-Look machen nicht nur Lust auf den Film, sondern geben dem Modehändler etwas Glanz von der Leinwand ab.

Die Kinofilme können für die Modebranche aber auch noch einen anderen Beitrag leisten: das Interesse an und damit die Lust auf Mode steigern. Gerade in Zeiten, in denen modisch gesehen alles möglich ist und sich die Trends nur marginal von Saison zu Saison verändern, ist das wichtig. Und davon können Händler auch profitieren, wenn sie nicht direkt mit dem Filmverleih zusammenarbeiten.

Ganz aktuelles Beispiel: Für immer Adaline. Der Film – im Original: Age of Adaline – erzählt die Geschichte einer Frau Ende 20, die 1935 nach einem Autounfall aufhört zu altern. Ihr Aussehen bleibt bis in die heutige Zeit unverändert. Die Protagonistin durchlebt so die Modegeschichte des 20. Jahrhunderts. Von den glamourösen 20er Jahren über die biederen 40er und die farbenfrohen 70er bis in die heutige Zeit. Genug Futter für Kollektionen, Marketing-Aktionen und Visual Merchandising-Ideen. 


Ein Interview mit Angus Strathie, dem Kostümbildner des Filmes, lesen Sie in der TW 27B vom 2. Juli 2015. Die digitale Ausgabe steht bereits am 1. Juli 2015 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.