Frau Holle legt bald los. Endlich. Der Handel freut sich auf Frost und Schnee, denn auf der Fläche wartet noch genügend Winterware auf ihre Käufer. Hohe Bons sind in Sicht. Der Sale aber auch. Damit die Männer zuerst an Winterjacken und nicht an Winterreifen denken, geht es jetzt auch um Beratung, Inszenierung, Vermarktung. Winterliches wird in Szene gesetzt – über Newsletter, Werbung, Kundenmagazine und im Online-Shop.

Der Handel hat einige Triebfedern ausgemacht, die das Geschäft mit dicker Ware in den kommenden Wochen zusätzlich befeuern sollen. Der Herrenausstatter Braun in Hamburg zelebriert den Layering-Gedanken und pusht so das Geschäft mit eleganten, funktionalen Mänteln. Business-getriebene Outfits werden um modern interpretierte Klassiker wie Trenchcoat-Typen (Stone Island für 689 Euro) bereichert. Auch Hybride sind ein Thema. Bei Bogner ist es die Mischung aus Sakko und Jacke, die, dünn abgesteppt, über Pulli oder Rolli für neue, frische Styling-Ideen sorgt.

Wenn es um ein bestimmtes Modell geht, das zeigen die Journale und Newsletter, kommt ein großer Mode-Impuls derzeit vom Parka, der sowohl zum Anzug als auch sehr urban und casual inszeniert wird. Breuninger mixt ihn in verschiedene Styles und zeigt im Kundenmagazin viele inspirierende Parka-Outfits. Der Look-Gedanke gibt den entscheidenden Dreh.

Der Handel pusht aber auch viele Alternativen zur typischen Winterjacke. Allen voran Sweat-Modelle bringen hier junge Impulse in die Sortimente. Kuschelig-warme Sweatjacken (bei C&A für 19 Euro) werden intensiv beworben, genauso wie zahlreiche Varianten von funktionalem Outdoor-Strick (bei S. Oliver für 49,99 Euro, bei Walbusch als Thermozonen-Strickjacke für 139 Euro, bei P&C Düsseldorf von Review zu VK-Preisen von 59,95 bis 79,95 Euro).

Das Potenzial für weitaus höhere Bons hat eine andere Tendenz. Da wäre das intensive Spiel unterschiedlicher Qualitäten als eine der wichtigsten Facetten moderner Outerwear. Jetzt und für die Zukunft. Ein Trend, der auch die anstehende Order für Herbst 2015 beeinflusst. Stofflichkeit punktet. Besonders in einer Saison, in der sich Farbe sehr zurückhält und Winterdarks die Sortimente zum großen Teil bestimmen.

Modelle in Wolle oder Woll-Optik mit technischem Innenleben wirken warm, wertig und winterlich von außen und sind durch ein technisches Inlay praktisch und funktional zugleich. „Materialmix kommt an“, sagt Klaus-Peter Kieser von Rebbelmund in Bottrop. „Jackentypen mit maskulinen Leder-Applikationen sind sehr beliebt bei den Kunden.“ Wenn es um Qualitäten geht, geht es vor allem auch um Funktion. „Bei uns ist das Gore Tex-Segment sehr stark“, sagt Freddy Jahnke von Klingenthal in Paderborn. So gerüstet darf der Wintereinbruch kommen. Und Frau Holle kann loslegen.

Einen umfassenden Bericht über das aktuelle Geschäft mit Outdoor lesen Sie in der TW 44 vom 30. Oktober 2014. Die digitale Ausgabe steht bereits am 29. Oktober 2014 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.