Umstellung im Blätterwald. Die ersten Herbst-Shootings werden gezeigt. Die Herbst-Kampagnen gestartet. Die neuen Anzeigen geschaltet. Und damit auch die neue Saison im Handel eingeläutet. Schwarzes Leder, hochgeschlossene Outfits und sportlicher Chic – das sind die Themen, die der Leserin momentan in den Medien schmackhaft gemacht werden.

Für den Herbst avanciert tiefschwarzes Leder zu den Lieblingen in den Modezeitschriften: „Starker Auftritt", „Schwarzes Leder", „Selbstsbewusste Heldinnen" und „Looks mit jeder Menge Temperament", so betiteln die aktuellen Ausgaben von Elle und Madame den knackig, schwarzen Leder-Look. Grafisch strenge Linien, architektonische Formen, geradlinige Schnitte – so, wie man sie typischerweise von Designerin Phoebe Philo für Céline kennt – bestimmen das Outfit. Aufgebrochen wird die Strenge durch Deko-Elemente wie Schößchen und Spitze. Allen voran geht es beim Leder-Look um die richtige Dosierung von Sexyness und Züchtigkeit. Damit der Look nicht ganz so steif und fest wirkt, sorgt Glanz für fließende Optiken.

Ganz ab von Leder und Sexyness präsentiert sich dem Leser zugleich ein extrem zugeknöpftes Thema in den Zeitschriften und Werbeanzeigen. So zeigt die Vogue Paris eine Modestrecke, die den Look der Amish-People modern interpretiert. Hochgeschlossener Mantel, kniebedeckender Rock, darunter blitzt sogar noch eine Bundfaltenhose hervor. Ein anderes Model trägt unter dem dicken Zopfpulli eine schwarze Bluse. Hautblitzer sind hier unerwünscht. Die Haare sind streng geflochten. Camel-, Braun- sowie dunkle Blau- und Grau/Schwarz-Töne dominieren. Etwas weniger streng, dafür aber genauso bedeckt, zeigen sich die Styling-Vorschläge in der aktuellen Brigitte. Die High Waist-Jeans wird hier zu Strickpulli und langem Mantel kombiniert. Auch die Werbeanzeigen suggerieren dem Leser einen hochgeschlossenen und zugeknöpften Herbst-Look. Marc Cain zeigt beispielsweise Schluppenbluse in Kombination mit strengem Kleid oder Bleistiftrock – blickdichte Strumpfhosen inklusive. Valentino, fällt zwar mit Rot farblich etwas raus, aber auch der bodenlange, gerade geschnittene Mantel, gibt keinen Blick frei auf ein wenig Haut. Für die Louis Vuitton-Kampagne packt Designer Marc Jacobs gleich ein ganzes Zugabteil voll mit zugeknöpften Damen.

Sexy Leder einerseits, hochgeschlossene Amish-Styles andererseits. Sollte man sich als Leser weder mit dem einen, noch mit dem anderen Thema identifizieren können, so bieten einem die Hochglanzmagazine und Kampagnen eine weitere Alternative. Eine sportliche Alternative. Patin für den sportlichen Chic auf den Magazinseiten steht mal wieder Designerin Phoebe Philo. Die US-Vogue und Vogue Paris scheinen so viel gefallen an der Céline-Show für Herbst/Winter 2012 gefunden zu haben, dass sie gleich ein ganzes Shooting im „Céline-Stil" abgelichtet haben. Auch die Cambio-Anzeige weist starke Ähnlichkeiten mit dem so typischen Céline-Look auf. Merkmale des Sporty-Chic: kerzengerade Schnitte, feste Materialien, die schon fast wie eine Rüstung am Körper anliegen. Auf Dekoration wird verzichtet, einzig Gürtel und Zipper werden als Deko-Elemente verwendet. Faces und Grazia setzen den sportlichen Look mehr über metallic-beschichtete Materialien in Szene. Ob silberne Glanzleder-Leggings, goldbeschichtete Minishorts oder metallic-glänzendes Lochtop. Hier fusioniert Sportlichkeit mit Future-Chic. Elemente daraus werden sicherlich für modebewußte Kundinnen wichtig werden. Ein Sweat mit Lederpatch beispielsweise. Vielleicht sogar eine Neopren-Hose. Für die weniger Modemutigen gibt es ja dann noch die hochgeschlossene Alternative.