Der Marketing-Mann. Welche Kerle werden in der aktuellen Werbung inszeniert? Welche Themen und Tendenzen prägen die Werbe-Welten in der Männermode zum Herbst/Winter? Die Lage ist eindeutig, vor allem zwei Strömungen geben die Richtung vor:

Auf der einen Seite steht eine pure, abgeräumte Bild- und Formensprache. Monochrome Outfits an glatt gescheitelten Männern. Klare Silhouetten mit Kontur. Kein Schnickschnack, keine Ablenkung. Das reicht vom hautengen Lacoste-Shirt, das sogar in die Hose gesteckt wird, damit es richtig eng anliegt und bloß nicht herumflattert, bis hin zum Anzug von ZZegna, bei dem sowohl Camouflage-Dessin als auch Bügelfalte messerscharf und kantig sind.

Auf der anderen Seite steht der Antagonist des puren, cleanen Mannes: rustikale Kerle in rustikalen Klamotten. Der Holzfäller hat noch lange nicht ausgedient. Im Gegenteil. Bärtige Brüder, die schweres Schuhwerk an den Füßen und holzige Obstkisten auf den Schultern tragen, sind allgegenwärtig. Gerne in laubigen Landschaften abgelichtet. Für einen Touch mehr Urbanität stehen Kulissen aus Asphalt, Sichtbeton und Skyscrapern. Die Message ist klar: Hier soll es um echte Männer gehen. Die Falten, die hier zu sehen sind, hat das Leben gezeichnet, nicht das Bügeleisen gebügelt.

Das ist Status quo, der Herbst im Hier und Jetzt. Von klar und schwarz bis rough und tough. Looks – teils bekannte, teils mit Kante. Was fehlt? Der Kick Future Fashion bleibt bei den aktuellen Kampagnen noch auf der Strecke. Das dürfte sich zum Frühjahr ändern. Dann, wenn Inspirationen der Hightech-Highlights, wie sie auf den internationalen Schauen zwischen Mailand und Paris zuletzt zu sehen waren, die Menswear in die Mangel nehmen. Lasercuts, Ultrasonic Seams und Zipper. Für neue Hingucker und Akzente. Dazu neues Flower Power. Der Holzfäller kann einpacken. Er wird vom Lumber-Jack zum Blumen-Mann.