Während die Flächen im Handel weitestgehend noch in Farbe getaucht sind, setzen manche bereits Gegenzeichen und bringen mit viel Weiß-, Creme- und Nudetönen Ruhe ins Geschäft. Wenn Farbe, dann kommt sie über pastellige Bonbontöne. Zara hat es vorgemacht: Weiß erhält im aktuellen Lookbook die puristische Hauptrolle. Ob Bluse, Blazer, Hose, Kleid oder Rock – ohne Weiß, kein Look. Fernab von der Farb- beziehungsweise Nichtfarb-Frage, gibt es aber auch noch einen ganz anderen Trend, der sich herauskristallisiert.

Auf den Schauen in Paris und London konnte man es bereits deutlich bei Dries van Noten, Peter Pilotto und Mary Katrantzou erkennen. Muster auf Muster: Ob floral auf Karo, orientalische Verschnörkelungen auf abstrakten Kreismustern oder Fantasie-Prints auf braven Millefleurs-Drucken. Mustervielfalt wohin das Auge reicht. Und genau dieses Motto hat sich auch Urban Outfitters auf die Fahnen geschrieben. Oder besser gesagt auf die Seiten des aktuellen Frühlings-Lookbooks.

Denn während der Zara-Katalog einen cleanen, puristischen Look propagiert, springen dem Leser bei Urban Outfitters wilde Mustermixe entgegen. Unter der Sonne Kaliforniens werden gelbe High-Waist-Panties mit schwarzen Polkadots zu leichtem Boxy-Strickpulli getragen, das Haarband mit großer Schleife macht den Fifties-Look komplett. Ganz anders, aber trotzdem Mustermix, ist die Kombination aus Boxysweater mit Leoprint zu schwarzem Rock, der mit kleinen weißen Kreuzen übersät ist. Auch Strickjäckchen mit Blumenprint kann zur Shorts mit Blumenprint kombiniert werden. Händler wie zum Beispiel Susanne Sagmeister von Sagmeister in Bregenz sehen im Mustermix den Look für 2013.

Auch wenn das Mischen verschiedener Muster vielleicht zunächst nur informierten und modemutigen Kunden vorbehalten ist, so könnte es zum Sommer hin durchaus sein, dass sich der ein oder andere Kunde gar nicht mehr die große Farbfrage stellt, eher die große Musterfrage.