Scheu, aber ein Mode-Revolutionär: Yves Saint Laurent. Seine Geschichte ist bekannt. Ganz schnell: Nach dem unerwarteten Tod von Christian Dior übernimmt der hochbegabte 21-jährige Yves Saint Laurent die künstlerische Leitung des renommierten Couture-Hauses Dior. Seine erste Kollektion, die Ligne Trapèze, ist ein Befreiungsschlag, für ihn – und für die Frauen. Er wird weltberühmt und sie verabschieden sich von der Wespentaille.

Zusammen mit seinem Lebenspartner gründet er 1961 sein eigenes Label. Und hält die Modewelt fortan in Atem: Er ist einer der ersten Designer, der dunkelhäutige Models über den Catwalk schickt und der transparente Stoffe verwendet. Er setzt Schwarz als Trend durch, etabliert den Safari-Look, polarisiert mit seinen engen Hosen und Smokings für Frauen.

Regisseur Jalil Lespert führt das Publikum mitten hinein in die aufregende Modewelt der 60er- und 70er-Jahre. Pariser Bohème – teilweise in Orignal-Kostümen. Haute Couture und Hippies. Machtkämpfe und Musen. Ehrgeiz und Emanzipation. Ein Film wie ein Fotoalbum. Im Fokus: wie Laurent einen neuen androgynen Typ Frau zum Leben erweckt, mitten in einer Zeit, in der Weiblichkeit mit all ihren Regeln und Zwängen die herrschende Doktrin ist. Laurent, im Jahr 2002, rückblickend: „Ich weiß, dass ich die Mode vorangebracht habe und den Frauen ein bisher verbotenes Universum geöffnet habe.“