Während der Berlin Fashion Week, als die Ausstellung ihre Pforten öffnete, hatte kaum ein Einkäufer Zeit, einen Abstecher ins Museum zu machen. Zumal diese Saison mit der Panorama noch ein weiter Punkt auf dem Laufzettel dazukam. Aber die Sonderausstellung „Spirit of a Dress: Jacqueline Kennedy and Marimekko“ im Museum The Kennedys in Berlin läuft ja noch bis zum 17. Februar.

Die Präsentation wurde in Zusammenarbeit mit Marimekko kuratiert: Seltene Fotografien und ausgewählte von Jackie Kennedy getragene Kleider aus den 60er Jahren geben eine Idee, wie groß die Liebe der damaligen First Lady der USA für extravagante Mode, klare Formen, innovative Farbkompositionen und besonderen Muster war. Die Ausstellung reflektiert vor allem das stilsichere Auftreten von Jackie Kennedy während des Wahlkampfes 1960. Und zeigt auch auf, wie ein Modelabel in den Fokus der Branche rückt, weil es von der „richtigen“ Person, der Stilikone seiner Zeit, getragen wurde.

Keine Frau des 20. Jahrhunderts wusste Politik und Mode so sehr zu vereinen. Ob mit Pillbox-Hut und Kurzmantel, im Chanel-Zweiteiler oder in Jeans. Vor allem französische Labels haben es ihr angetan. Bevorzugt trug sie Givenchy, Cassini und Chanel. Als sie schwanger war, sah man sie oft in knallbunten Marimekko-Kleidern. Ihr Look hatte nichts mit der steifen Kleider-Etikette der früheren Präsidentengattinnen zu tun. Das machte sie so interessant und anziehend, sie wirkte immer frisch und jugendlich. Das brachte ihrem Mann die Wählerstimmen unzähliger Amerikanerinnen.