Dass Grau unendlich viele Facetten haben kann, weiß man nicht erst seit „50 Shades of Grey“. Doch wie viele Facetten es wirklich sind, zeigt jetzt die Ausstellung „SOS Brutalismus – rettet die Betonmonster!“, die im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zu sehen ist. Erstmals wird die Architektur des „Brutalismus“ in einer weltweiten Übersicht in einer Ausstellung zusammengefasst. Zu sehen sind neben Fotos der Betongebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren auch extra für die Ausstellung hergestellte Betongüsse und Modellen aus  Pappe. Viel mehr noch gibt es Online: Unter dem Hashtag #SOSBrutalism gelangt man zu einer Sammlung von 1000 weiteren Bauten, die ständig erweitert wird.             

Das Interessante daran: Wie der Name schon sagt, geht es den Initiatoren der Ausstellung vor allem um die Rettung der grauen Bauten. Viele dieser Gebäude sind bereits verschwunden, wie der AfE-Turm in Frankfurt, oder zumindest dem Untergang geweiht. Denn anders als Bauwerke aus allgemein akzeptierten Epochen der Architekturgeschichte, gelten die „Betonmonster“ oftmals als hässlich und weniger wertvoll und werden deshalb ohne Skrupel abgerissen.  

Diese Praxis steht im Gegensatz zum Beton-Trend im Interior, der schon seit einigen Saisons einen regelrechten Höhenflug erlebt. Wer cool sein will, macht Grau – lautet die Devise. Das gilt auch fürs Store Design, wie zahlreiche Eröffnungen der letzten Saisons deutlich machen. Ob echter Sichtbeton, wie im neuen Laden von Samsoe Samsoe in Berlin oder Juhasz in Bad Reichenhall oder nur Fliesen und Wände in grauer Beton-Optik, wie bei Calvin Klein in Düsseldorf, genauso wie Warenträger aus dem grauen Stoff oder Deko-Objekte aus Zement – Beton ist quasi gleichbedeutend mit cool, urban, minimalistisch.  

Und so ist die Ausstellung, die noch bis zum 2. April 2018 läuft, Inspiration pur für Ladenbauer, Architekten und alle auf der Suche nach neuen „Shades of Grey“.

Die Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster!″ ist noch bis 2. April im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main zu sehen.