Wer einmal den Instagram-Account von Gucci-Kreativkopf Alessandro Michele unter die Lupe genommen hat, der kann sich ziemlich genau vorstellen, was den Designer inspiriert. Da treffen barocke Schmuckstücke auf sakrale Deckengemälde, antike Tapeten auf Gemälde aus den unterschiedlichsten Epochen. Ein eklektischer Mix, der sich in seinen Kreationen wiederfindet. Und der darauf schließen lässt, was der Designer in seiner Freizeit so treibt. Nämlich Kirchen, Ausstellungen und andere Orte zu besuchen, um sich dort inspirieren zu lassen. Auch in diesem Sommer gibt es wieder viele spannende, inspirierende Ausstellungen zu entdecken. Das sind unsere Top 5 für die kommenden Monate:     

Fashion Drive

500 Jahre Modegeschichte im Spiegel der Kunst – so überschreibt das Kunsthaus Zürich seine neue Ausstellung, die im Mai beginnt. Zu sehen sind sowohl Gemälde wie Fotografien und Filme der unterschiedlichsten Kleidungsstücke, vom opulenten Königsgewand bis hin zum 20er-Jahre-Kleid. Kleidung sei quasi Seismograph gesellschaftlicher Befindlichkeiten, heißt in der Ausstellungsbeschreibung des Museums. Zu jeder Zeit habe es auch immer extreme Erscheinungen wie die Schlitzmode oder die Schamkapsel gegeben. Wie Künstler eben diese Besonderheiten der Kleidung dargestellt haben, das ist der Inhalt der Ausstellung. Zu sehen sind neben Werken von Künstlern wie Joseph Beuys und Andy Warhol auch Gemälde von Salvador Dalí, Albrecht Dürer oder Gustav Klimt.

Fashion Drive, 20. April bis 15. Juli 2018, Kunsthaus Zürich, Zürich, 16,- CHF

Catwalking

Chris Moore fotografiert seit über 60 Jahren Modenschauen. Er gilt als das Urgestein der Catwalk-Fotografie. Ihm ist jetzt eine Ausstellung im The Bowes Museum gewidmet. Gezeigt werden 200 Originalfotos vom Runway aus unterschiedlichsten Zeiten. Sie lassen erahnen, was sich über die Jahre auf den Laufstegen dieser Welt getan hat – modisch wie gesellschaftlich. Zu sehen sind Bilder der Schauen von Balenciaga, Chanel, Dior, John Galliano, Comme des Garҫons, Christopher Kane, Alexander McQueen, Yves Saint Laurent und Vivienne Westwood.

Catwalking: photographs by Chris Moore, 07. Juli 2018 bis 06. Januar 2019, The Bowes Museum, Barnard Castle, Newgate, 14,- Pfund

Italiana

„Made in Italy” – seit den 70er Jahren ist das ein Markenzeichen für hochwertig produzierte Markenware von Unternehmen, die die Modewelt nachhaltig geprägt haben. Diese Ausstellung legt den Fokus auf in den Jahren 1970 bis 2001 in Italien hergestellte Kleidung sowie die Bedeutung der Camera Nazionale della Moda Italiana (Italienischer Modeverband) für den Erfolg dieser italienischen Hochzeit der Mode. Gezeigt werden Kleidungsstücke aber auch Fotografien, Designobjekte, Magazine und Zeichnungen.

Italiana. Italy through the lens of fashion 1971-2001, 22. Februar bis 06. Mai 2018, Palazzo Reale, Mailand, 5 Euro

Night Fever

Design und Nachtleben haben sich seit Beginn der Disko-Ära in den 1960ern immer wieder gegenseitig befruchtet. Die Nachtclubs sind und waren Experimentierort für alle möglichen Spielarten von Interior Design, Medien und generell alternativen Lebensstilen. Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Entwicklung des Nachtlebens, der Musik  und der Club-Kultur seit den 1960er Jahren und die damit einhergehende Veränderung in der Designsprache von Visual effects über Logos, Schriften bis hin zur Architektur.

Night fever. Designing Club Culture 1960 – Today, 17. März bis 09. September 2018, Vitra Design Museum, Weil am Rhein, 11 Euro

Art Déco

Paris in den 1920er Jahren – das ist die Hochzeit einer stilistischen Epoche, die man erst später unter dem Begriff „Art décoratif“ zusammenfast. Möbel, Kleidung und alle möglichen anderen Gebrauchsgegenstände wurden im Stil des Art Déco geschaffen und er dient bis heute als Inspirationsquelle für Kreative aller Art. Am besten findet sich der Stil, der vor allem durch die künstlerische Avantgarde in Paris geprägt wurde, in Drucken und Werbeplaketen aus der Zeit wieder. 150 dieser französischen Grafiken und Illustrationen sind jetzt im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen. Mit dabei sind viele Anzeigen aus Zeitschriften wie z.B. der Vogue und L’Illustration. Oft wurden diese Anzeigen von damals führenden Künstlern entworfen und geben interessante Einblicke in die damals wichtigen Themen wie die immer wichtiger werdende Pariser Haute Couture oder auch Tanz und Cabaret.

Art Déco, 04. Mai bis 30. September 2018, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 12 Euro

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