Opening Ceremony kommt mit einer Esprit-Capsule-Linie auf den Markt. Was für eine Nachricht. Tatsächlich war Esprit einmal cool, sehr cool sogar. Hatte eine eigene Design-Sprache und war bei jungen Konsumenten eine große Nummer. Vor allem mit plakativem Esprit-Schriftzug auf Shirts und Sweats. Zwei der angesagtesten Designer von heute haben diese Design-Sprache immer geliebt und verfolgt: Das Duo Opening Ceremony.



Kooperation: Opening Ceremony x Esprit



In Humberto Leons Kleiderschrank hängen Original Esprit-Modelle aus den 80er Jahren. Er und seine Design-Partnerin Carol Lim sind echte Fans: „Wir lieben Esprit, seit wir Teenager waren und da unsere Ursprünge auch in Kalifornien liegen, geht für uns mit dieser gemeinsamen Kollektion ein Traum in Erfüllung“. Die beiden Kreativen betreiben Multibrand-Stores in New York, Los Angeles, Nagoya und Tokio, entwickeln darüber hinaus eigene Ready-to-wear-Kollektionen, Accessoires- und Schuh-Linien. Eine ihrer besonderen Leistungen der vergangenen Jahre war sicherlich die Wiederbelebung der französischen Marke Kenzo.

Jetzt also eine Kooperation mit Esprit. Allerdings nicht im üblichen Sinn. Leon und Lim sind über einen Stylisten an Esprit herangetreten, erzählt Esprit Chief Brand Marketing Officer Arnd Müller. Opening Ceremony alleine vermarktet die Kollektion und zwar streng limitiert. In den Etiketten ist der Spirit der Capsule-Linie beschrieben: Fresh, Colorful, Energetic, Youthful, Democratic. Zur Fashion Week in New York feiert die Kollektion am 11. September in einer After Show-Party Premiere und wird anschließend über die eigenen Läden sowie über openingceremony.com und weltweit über nur drei Einzelhändler verkauft. Dazu gehören Selfridges in London, Tom Greyhound in Paris und i.T. in Hongkong.

Hip-Hop-Größen und Popstars wie Jay Z und Rihanna tragen die Sachen von Opening Ceremony, vielleicht demnächst auch das Esprit-Retrologo. Das könnte für Esprit ein Durchbruch sein. Zurück zu den Wurzeln. Es hat lange gedauert, aber jetzt ist das Design der 80er Jahre wieder dran. Die Kampagne dazu erinnert zudem an die Kultwerbung von Esprit aus der damaligen Zeit.

Jedes der 40 Unisex-Modelle hat ein kombiniertes Label aus Opening Ceremony und Esprit und liegt preislich 20 bis 30% über dem üblichen Esprit-Level. Gefertigt wird die Ware von Esprit, wobei das Esprit-Team keinerlei Einfluss auf das Design genommen hat. Jedes Teil zeichnet sich durch besondere Funktionen aus. Eingrifftaschen von Hoodies haben Reißverschlüsse, Strick, Jacken und Mäntel sind wendbar. Zentral sind natürlich Modelle mit dem großen Esprit-Schriftzug in bunten Farben.

Die Zusammenarbeit ist zunächst auf drei Saisons festgelegt. Leon und Lim wollen die Sache behutsam angehen, zunächst sehen, wie die Kunden auf die Kollektion reagieren. Danach könne man sich vieles vorstellen. Die beiden betonen: „Wir interpretieren bei Opening Ceremony die typischen Esprit-Teile, die wir als Heranwachsende in unseren Schränken gehortet haben, und wir wollen die neue Generation genauso für Esprit begeistern.“ Für den Esprit-Konzern aus Ratingen könnte dieser Push eine echte Wende bedeuten.