Die deutsche Schal- und Tuchmanufaktur Fraas stellt zum Frühjahr 2015 erstmals eine Kapsel aus Tüchern vor, für die Milchfaserproteine zum Einsatz kommen. Zunächst gibt es drei Modelle, die zu 60% aus Modal, zu 40% aus Milchfaserproteinen entstehen und im VK knapp 100 Euro kosten. Von der Haptik lässt sich das gesponnene Garn, das komplett kompostierbar ist, mit Seide vergleichen. Es ist weich, dünner als ein menschliches Haar, gilt dabei aber als äußert strapazierfähig und zudem antibakteriell. Die Zugabe von 20% Milchfasern reiche bereits aus, um die Qualität von Garnen und Stoffen aus herkömmlichen Fasern deutlich zu verbessern, heißt es von Fraas. Auch für Allergiker und Neurodermitis-Patienten seien Produkte aus Milchfasern besonders geeignet.

Die Milchfaserproteine werden aus Ausschussmilch gewonnen, von der in Deutschland pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen anfallen sollen. Ihre Verwendung in der Textilproduktion ist vergleichsweise ressourcenschonened: Für die Herstellung von einem Kilo Fasern werden nach Angaben von Fraas 30 Liter Rohmilch und nur zwei Liter Wasser benötigt, für ein Kilo Baumwolle bis zu 20.000 Liter Wasser.

Die "Made with Milk"-Kapsel will Fraas als festen Bestandteil in der Kollektion weiterführen.