Unter Kreativen, Einkäufern und Touristen ist das Viertel rund um die Brick Lane längst kein Geheimtipp mehr. Dutzende Reiseführer preisen das East End als „Place to be“ an. Zu Recht. In kaum einem anderen Straßenzug Londons trifft man auf diese geballte Mischung aus indischen Schnellimbissen, Restaurants und Vintage-Stores. Wo sich auf der einen Straßenseite die bengalische Großfamilie zum Curry-Essen trifft, pilgert ein paar Meter weiter die Londoner It-Crowd zum nächsten Vintage-Store. Und davon gibt es einige. Unzählige Second-Hand-Geschäfte reihen sich auf der Brick Lane aneinander. Das wohl bekannteste Areal im Viertel, fast am Ende der Straße, ist die alte Truman Brauerei. Sie beherbergt nicht nur Bars und Restaurants, sondern ist in den letzten 15 Jahren immer mehr zu einem eigenen Künstlerviertel avanciert. Neben Galerien und kleinen, individuellen Shops gibt es allein hier vier Vintage-Märkte, die jedes Wochenende stattfinden.

Und was ist überhaupt mit der Aussage, dass Vintage tot ist? Alles ruhiger, schicker und cleaner wird? Widerlegt. Zumindest auf der Brick Lane. Vintage gehört zu London, wie Tea Time zur Queen. Auch wenn in Kensington und Nottinghill die smarten Anzüge und schicken Kostüme im begehbaren Kleiderschrank hängen, kommen die modischen Impulse immer noch aus dem wilden Osten.

Number Six. Das reine HAKA-Geschäft eröffnete vor zweieinhalb Jahren im Dray Walk und bietet Kunden neben Marken wie Ralph Lauren, Velours, Oliver Spencer, NN07 und Kitsuné, auch Heritage-Brands wie Barbour, Lavenham, Hartford und die deutsche Traditionsmarke Seil Marschall aus Ravensburg an.

Public Beware. 2002 ursprünglich als T-Shirt-Label gegründet, vertreibt das Londoner Label drei Linien im eigenen Store. Der Look: typisch englisch. Ein bisschen von allem. Grunge-, Gothic- und Hippie-Elemente mischen sich mit dem unverkennbaren Stil der 80er Jahre.

Son of a stag. Im Son of a stag kommen Denim-Fans voll auf ihre Kosten. Zum Sortiment des Stores gehören unter anderem Brands wie Studio D`Artisan, Bluebell, Lee Vintage, Takumi und Wrangler.

The Vintage Emporium. Im Vintage Emporium kommen Fans des viktorianischen Stils voll auf ihre Kosten. Im liebevoll dekorierten Café kann Tee getrunken und leckerer Kuchen probiert werden. Eine Etage tiefer bietet der Vintage-Store eine große Auswahl an Kleidung und Accessoires aus der Viktorianischen Ära und den 1950er Jahren.

Junky. Das Geschäftsmodell der beiden Designerinnen Annika Sanders und Kerry Seager basiert auf der Idee, des sogenannten „Wardrobe Surgery”. Der Prozess: Qualitative Second-Hand-Kleidung wird zerlegt, um danach komplett neue Teile zu kreieren. Als Extra-Service bietet Junky den Kundenan ihre eigene „alte“ Kleidung zur Generalüberholung ins Geschäft zu bringen und was neues daraus zu machen.

Den ausführlichen London City Check lesen Sie in der TW 16, die am 19. April 2012 erscheint.